Lingens Leben
Bestimmt nicht allzu viele Leute haben sehnsüchtig auf eine Biografie Theo Lingens gewartet. Weil Theo Lingen (1903-1978) sich verheizt hat oder verheizt wurde in seinen späten Berufsjahren. Da stelzte er wie der Storch im Salat durch Klamotten wie Die tollen Tanten schlagen zu, Immer Ärger mit Hochwürden und die Reihe Die Lümmel von der ersten Bank. Und: Weil über das Privatleben des Schauspielers bislang so wenig bekannt war, dass es selbst an kleinen Anzeichen mangelte, die die Neugier hätten wecken können.
"So wollte Lingen die Kontrolle behalten, indem er entweder gar nichts sagte oder nur Unbedeutendes", schreiben Rolf Aurich und Wolfgang Jacobsen in ihrer Einführung zu Theo Lingen - Das Spiel mit der Maske. "Interviews waren ihm ein Gräuel. Sein Leben als Bühnen- und Filmschauspieler, als Regisseur und Autor lässt sich lückenlos nachzeichnen. Doch der Mensch, der dieses Leben lebt, der Eltern hat, Geschwister, eine Ehefrau, Kinder und Enkel, scheint verborgen zu sein."
Aurich und Jacobsen (Der Sonnensucher - Konrad Wolf) bemühen sich - so erfolgreich wie eben möglich -, Lingens Leben aus dieser Verborgenheit herauszuholen. Sichtlich leisteten sie grundlegende und umfassende Quellenarbeit und können nun erstmals ausführlich die Bühnen- und Filmlaufbahn und - in einem gewissen Rahmen - das Privatleben des "Komikers aus Versehen" darlegen. Sie verhandeln Lingens Kindheit in Hannover, seine vielen vielen Theaterengagements (unter anderem unter der Regie von Brecht und Gründgens), seine Regiearbeiten, seine Tätigkeiten als Autor, sein Radiokabarett, sein Liedgut, die Schmalfilmerei, die er privat betrieb, seine Lebensumstände im Dritten Reich, seine Hilfe für Verfolgte des damaligen Regimes, sein Verhältnis zu Emigranten wie Fritz Kortner und Bertolt Brecht, mit dessen erster Ehefrau Marianne Zoff er verheiratet war.
Die Filmografie Lingens beginnt 1929 mit Ins Blaue hinein von Eugen Schüfftan. Er spielte unter anderem in Fritz Langs M und Das Testament des Dr. Mabuse, in Geza von Bolvarys Rosen in Tirol, bevor er mit populären Rollen in Der Theodor im Fußballtor, Pension Schöller und als hochnäsig-näselnde Knallcharge Studiendirektor Dr. Gottlieb Taft in den Lümmelfilmen Erfolg hatte. "Sein Spielstil wurde wahrgenommen als federnd, als aufgezogen, zuweilen als überschraubt und manieriert" und "er kasperlt, rattert wie ein Automat, übernimmt eine Exzentrik-Funktion", schreiben Aurich und Jacobsen bereits anlässlich von Bühnenrollen, die Lingen in den zwanziger Jahren spielte.
(Stefan Otto)
"So wollte Lingen die Kontrolle behalten, indem er entweder gar nichts sagte oder nur Unbedeutendes", schreiben Rolf Aurich und Wolfgang Jacobsen in ihrer Einführung zu Theo Lingen - Das Spiel mit der Maske. "Interviews waren ihm ein Gräuel. Sein Leben als Bühnen- und Filmschauspieler, als Regisseur und Autor lässt sich lückenlos nachzeichnen. Doch der Mensch, der dieses Leben lebt, der Eltern hat, Geschwister, eine Ehefrau, Kinder und Enkel, scheint verborgen zu sein."
Aurich und Jacobsen (Der Sonnensucher - Konrad Wolf) bemühen sich - so erfolgreich wie eben möglich -, Lingens Leben aus dieser Verborgenheit herauszuholen. Sichtlich leisteten sie grundlegende und umfassende Quellenarbeit und können nun erstmals ausführlich die Bühnen- und Filmlaufbahn und - in einem gewissen Rahmen - das Privatleben des "Komikers aus Versehen" darlegen. Sie verhandeln Lingens Kindheit in Hannover, seine vielen vielen Theaterengagements (unter anderem unter der Regie von Brecht und Gründgens), seine Regiearbeiten, seine Tätigkeiten als Autor, sein Radiokabarett, sein Liedgut, die Schmalfilmerei, die er privat betrieb, seine Lebensumstände im Dritten Reich, seine Hilfe für Verfolgte des damaligen Regimes, sein Verhältnis zu Emigranten wie Fritz Kortner und Bertolt Brecht, mit dessen erster Ehefrau Marianne Zoff er verheiratet war.
Die Filmografie Lingens beginnt 1929 mit Ins Blaue hinein von Eugen Schüfftan. Er spielte unter anderem in Fritz Langs M und Das Testament des Dr. Mabuse, in Geza von Bolvarys Rosen in Tirol, bevor er mit populären Rollen in Der Theodor im Fußballtor, Pension Schöller und als hochnäsig-näselnde Knallcharge Studiendirektor Dr. Gottlieb Taft in den Lümmelfilmen Erfolg hatte. "Sein Spielstil wurde wahrgenommen als federnd, als aufgezogen, zuweilen als überschraubt und manieriert" und "er kasperlt, rattert wie ein Automat, übernimmt eine Exzentrik-Funktion", schreiben Aurich und Jacobsen bereits anlässlich von Bühnenrollen, die Lingen in den zwanziger Jahren spielte.
(Stefan Otto)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Theo Lingen - Das Spiel mit der Maske
Autor:
Wolfgang Jacobsen, Rolf Aurich
Erscheinungsort:
Berlin
Erscheinungsdatum:
2008
Seiten:
551
Verlag:
Aufbau
ISBN:
978-3-351-02668-4
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Bisherige Kommentare
(Anzeige: 1 von insgesamt 1)
Von: teho am: 02.10.09
coolxD!!!





