Tatort Stadt - Mediale Topographien eines Fernsehklassikers
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Das Böse ist immer und überall
Odenthal in Ludwigshafen, Ballauf in Köln, Schimanski in Duisburg, Marek in Wien. Seit nunmehr 40 Jahren schickt der Tatort seine Ermittler in die Städte und die Provinz Deutschlands, Österreichs und der Schweiz. Es ist auf diese Weise eine mediale Krimi-Landkarte entstanden, an der auch in Zukunft weiter geschrieben werden wird.
"In Form von sonntäglich wechselnden Ermittlerteams, die an 'ihre' Städte gebunden und mit diesen identifiziert werden, ist dem Tatort-Format eine kompetitive Dimension eingeschrieben", schreiben Julika Griem und Sebastian Scholz in dem von ihnen herausgegebenen Band Tatort Stadt - Mediale Topographien eines Fernsehklassikers. Der regelmäßige Schauplatzwechsel rege, so Griem und Scholz weiter, ein treues Publikum dazu an, die verschiedenen Tatort-Städte miteinander in Beziehung zu setzen oder gegeneinander in Stellung zu bringen.
Ihr Buch untersucht, wie die Städte in Szene gesetzt werden, und die Orte im Krimi-Format erzählt werden. Wie am Sonntagabend kollektive Vorstellungen von Orten und Räumen geprägt werden und so mancher Schauplatz erst als Tatort zum Brennpunkt wird, dessen Eigenheiten sich erst im Vergleich mit anderen Tatorten zu einem Ort mit eigener Identität verdichten.
Das eher spärlich bebilderte Buch zeigt den ganzen Reichtum der Raumbezüge im Tatort und nähert sich Fragen wie der folgenden, die die Herausgeber in ihrer Einleitung beispielhaft formulieren: "Ist es aus der Praxis des jeweiligen städtischen Lebens zu begründen oder hat es sich eher als Effekt erfolgreicher medialer Inszenierungen eingespielt, wenn Hamburg in kühlen und Konstanz in warmen Farben erscheint, wenn in Köln besonders viele Opfer aus dem Prekariat stammen, in München Stadtteilvielfalt zelebriert und in Kiel gern getanzt wird?"
Im Speziellen kreisen die siebzehn Beiträge verschiedener Autoren, die das Buch versammelt, um Raumverhältnisse, Identitätsräume, Ortslogiken und Fluchtpunkte, um München und eine Vielzahl weiterer Städte zwischen Konstanz und Sylt, Aachen und Dresden, um den "Türken-Tatort" Familienaufstellung von 2009, um Sam Fullers Tote Taube in der Beethovenstraße (1973) und, ja, auch um Polizeiruf 110.
(Stefan Otto)
"In Form von sonntäglich wechselnden Ermittlerteams, die an 'ihre' Städte gebunden und mit diesen identifiziert werden, ist dem Tatort-Format eine kompetitive Dimension eingeschrieben", schreiben Julika Griem und Sebastian Scholz in dem von ihnen herausgegebenen Band Tatort Stadt - Mediale Topographien eines Fernsehklassikers. Der regelmäßige Schauplatzwechsel rege, so Griem und Scholz weiter, ein treues Publikum dazu an, die verschiedenen Tatort-Städte miteinander in Beziehung zu setzen oder gegeneinander in Stellung zu bringen.
Ihr Buch untersucht, wie die Städte in Szene gesetzt werden, und die Orte im Krimi-Format erzählt werden. Wie am Sonntagabend kollektive Vorstellungen von Orten und Räumen geprägt werden und so mancher Schauplatz erst als Tatort zum Brennpunkt wird, dessen Eigenheiten sich erst im Vergleich mit anderen Tatorten zu einem Ort mit eigener Identität verdichten.
Das eher spärlich bebilderte Buch zeigt den ganzen Reichtum der Raumbezüge im Tatort und nähert sich Fragen wie der folgenden, die die Herausgeber in ihrer Einleitung beispielhaft formulieren: "Ist es aus der Praxis des jeweiligen städtischen Lebens zu begründen oder hat es sich eher als Effekt erfolgreicher medialer Inszenierungen eingespielt, wenn Hamburg in kühlen und Konstanz in warmen Farben erscheint, wenn in Köln besonders viele Opfer aus dem Prekariat stammen, in München Stadtteilvielfalt zelebriert und in Kiel gern getanzt wird?"
Im Speziellen kreisen die siebzehn Beiträge verschiedener Autoren, die das Buch versammelt, um Raumverhältnisse, Identitätsräume, Ortslogiken und Fluchtpunkte, um München und eine Vielzahl weiterer Städte zwischen Konstanz und Sylt, Aachen und Dresden, um den "Türken-Tatort" Familienaufstellung von 2009, um Sam Fullers Tote Taube in der Beethovenstraße (1973) und, ja, auch um Polizeiruf 110.
(Stefan Otto)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Tatort Stadt - Mediale Topographien eines Fernsehklassikers
Autor:
Julika Griem, Sebastian Scholz
Erscheinungsort:
Frankfurt am Main
Seiten:
329
Verlag:
Campus
ISBN:
978-3-593-39163-2
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