Szenen eines Landes - Die DDR und ihre Filme
Kinostart:
29.05.2006
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Ein halbes Land im Spiegel seiner Filme
Wolfgang Gersch, ehemals Abteilungsleiter (Film) im Kulturministerium der DDR, begibt sich auf Spurensuche im DEFA-Archiv. Die Sammlung seiner Fundstücke, eine kleine und subjektive Auswahl aus der Produktion der staatlichen Filmgesellschaft der DDR, umfasst bekannte Filme wie Der geteilte Himmel und Die Legende von Paul und Paula, unbekannte wie Freies Land und Der Frühling braucht Zeit, frühe wie Die Mörder sind unter uns, den ersten deutschen Film nach dem 2. Weltkrieg, und späte wie Die Architekten, der 1990 herauskam, als die Mauer schon offen war und die Auflösung der DDR unmittelbar bevorstand. In seinem Buch Szenen eines Landes - Die DDR und ihre Filme stellt er diese und weitere Werke als historisches Anschauungsmaterial vor, als Zeugnisse eines verschwundenen Landes. Er weiß, dass die Filmschaffenden der DDR sich auf dem Grat zwischen Propaganda und mal mehr, mal weniger verhohlener Kritik am politischen System bewegten. Anhand ihrer Filme spürt er dem Werden und Vergehen dieses Systems und der Geschichte des Landes nach. Seine Rekonstruktion der politischen und gesellschaftlichen Strömungen der DDR weitet seine subjektive Filmgeschichte unversehens zu einer \"Sehhilfe\" in Buchform aus, die zeitgeschichtliche Zusammenhänge erhellt. Es geht um frühe Utopien, die zur Propaganda verkamen, um Reformideen und ihren Untergang, um das neue Ich-Bewusstsein, um die großen Enttäuschungen, die Irrtümer und das Widersetzliche, sofern es existierte.
Wolfgang Gersch sieht, was die Filme heute sind, und zeigt, was sie damals waren. \"Wer mit ihnen in die Vergangenheit zurückblickt\", schreibt er in seiner Einleitung, \"wird nicht unbedingt erfahren, wie die DDR wirklich war, aber Vorstellungen veranschaulicht finden, nach denen das Land angelegt war und die es selbst hervorgebracht hat.\" Sein Band Szenen eines Landes, erschienen in der Schriftenreihe der DEFA-Stiftung, ist ein aufschlussreiches und spannendes Lesebuch, das nebenbei noch große Lust macht, all die beschriebenen Filme (nochmal) zu sehen. Und das alles ohne Ostalgie.
(Stefan Otto)
Wolfgang Gersch sieht, was die Filme heute sind, und zeigt, was sie damals waren. \"Wer mit ihnen in die Vergangenheit zurückblickt\", schreibt er in seiner Einleitung, \"wird nicht unbedingt erfahren, wie die DDR wirklich war, aber Vorstellungen veranschaulicht finden, nach denen das Land angelegt war und die es selbst hervorgebracht hat.\" Sein Band Szenen eines Landes, erschienen in der Schriftenreihe der DEFA-Stiftung, ist ein aufschlussreiches und spannendes Lesebuch, das nebenbei noch große Lust macht, all die beschriebenen Filme (nochmal) zu sehen. Und das alles ohne Ostalgie.
(Stefan Otto)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Szenen eines Landes - Die DDR und ihre Filme
Autor:
Wolfgang Gersch
Erscheinungsort:
Berlin
Erscheinungsdatum:
2006
Seiten:
226
Verlag:
Aufbau-Verlag
ISBN:
3-351-02627-7
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