Der King of Cool im Rausch der Geschwindigkeit
Denkt man an Steve McQueen, dann sieht man fast augenblicklich jene Szenen aus seinen Filmen vor dem geistigen Auge, bei denen der Schauspieler am Steuer eines PS-starken Wagens sitzt – sei es nun in Bullitt (Regie: Peter Yates, USA 1968), Le Mans (Regie: Lee H. Katzin, USA 1971) oder The Getaway (Sam Peckinpah, USA 1972). Eingeweihte und intime Kenner des Lebens von Steve McQueen wissen natürlich längst, dass Assoziationen wie diese kein Zufall sind, sondern ein Leben reflektieren, das neben der Schauspielerei vor allem dem Rausch der Geschwindigkeit gewidmet war. Denn für den Hollywood-Star waren riskante Autorennen und wilde Ritte auf dem Motorrad ein wesentliches Lebenselixier. In ihrem Buch Steve McQueen - Speed haben sich Yann-Brice Dherbier und Frédéric Brun ausführlich der rasanten Seite des Lebens von Steve McQueen gewidmet und fördern dabei neben biographischen Details vor allem sensationelle Bilder zutage, die den Schauspieler meist am Lenkrad zeigen, als stolzen Besitzer rassiger Sportwagen oder als Mechaniker, der sich mit Vorlieben an den eigenen Motorrädern zu schaffen macht.
Steve McQueen war wohl wirklich das, was man einen Besessenen nennt. Im Gegensatz zu einem anderen PS-Freak namens James Dean aber überlebte der Schauspieler das permanente Spiel mit der Gefahr, bis er 1980 mit gerade mal 50 Jahren während einer Krebsoperation an einem Herzinfarkt verstarb. Man mag McQueens Leidenschaft für die Geschwindigkeit als Todessehnsucht, als Suche nach dem ultimativen Kick verstehen, doch wenn man die Bilder sieht, dann erscheint einem diese Leidenschaft weniger düster als eine Feier des Lebens, die vielleicht ahnte, wie kurz dieses Leben sein würde. "Rennen ist Leben. Alles davor und danach ist Warten", so hat McQueen selbst einmal seine Abhängigkeit von der Geschwindigkeit beschrieben und den Rennsport als Droge bezeichnet, die einem aber immerhin noch die eigene Würde lasse.
So kenntnisreich und mit schönen Bildern versehen das Buch auch sein mag – der Informationsgehalt ist dürftig und keine Gliederung verrät die Struktur des Buches auf den ersten Blick. Leider bestätigt sich dieser etwas nachlässige Eindruck auf bei der weiteren Lektüre: Mit einer allenfalls rudimentären Filmographie und ohne biographische Zeittafel wendet sich das Buch vor allem an all jene, die mit dem Leben McQueens schon auf die eine oder andere Weise vertraut sind. Es ist ein typisches Ergänzungswerk, das bereits existierende Biographien um eine (wenngleich ungeheuer faszinierende) Facette erweitert und vertieft.
Die Filmkarriere des Schauspielers streift das Buch eher am Rand und beschäftigt sich vor allem dann ausführlicher damit, wenn sie benzingetränkt und PS-getrieben sind wie die eingangs erwähnten Werke. Wer hingegen ein ausgesprochener Fan des "King of Cool" ist und zudem selbst über Benzin oder besser noch Kerosin im Blut verfügt, für den ist Steve McQueen schon allein wegen der sensationellen und ungeheuer stilvollen Bilder ein absolutes Muss. Wer sich hingegen mehr für das Leben und Werk des 50 Jahren viel zu früh Verstorbenen interessiert, der kann immer noch auf Steve McQueen – Bilder eines Lebens zurückgreifen, das ebenfalls von Yann-Brice Dherbier stammt und wie dieses bibliophile Kleinod im Henschel Verlag erschienen ist.
(Joachim Kurz)
Steve McQueen war wohl wirklich das, was man einen Besessenen nennt. Im Gegensatz zu einem anderen PS-Freak namens James Dean aber überlebte der Schauspieler das permanente Spiel mit der Gefahr, bis er 1980 mit gerade mal 50 Jahren während einer Krebsoperation an einem Herzinfarkt verstarb. Man mag McQueens Leidenschaft für die Geschwindigkeit als Todessehnsucht, als Suche nach dem ultimativen Kick verstehen, doch wenn man die Bilder sieht, dann erscheint einem diese Leidenschaft weniger düster als eine Feier des Lebens, die vielleicht ahnte, wie kurz dieses Leben sein würde. "Rennen ist Leben. Alles davor und danach ist Warten", so hat McQueen selbst einmal seine Abhängigkeit von der Geschwindigkeit beschrieben und den Rennsport als Droge bezeichnet, die einem aber immerhin noch die eigene Würde lasse.
So kenntnisreich und mit schönen Bildern versehen das Buch auch sein mag – der Informationsgehalt ist dürftig und keine Gliederung verrät die Struktur des Buches auf den ersten Blick. Leider bestätigt sich dieser etwas nachlässige Eindruck auf bei der weiteren Lektüre: Mit einer allenfalls rudimentären Filmographie und ohne biographische Zeittafel wendet sich das Buch vor allem an all jene, die mit dem Leben McQueens schon auf die eine oder andere Weise vertraut sind. Es ist ein typisches Ergänzungswerk, das bereits existierende Biographien um eine (wenngleich ungeheuer faszinierende) Facette erweitert und vertieft.
Die Filmkarriere des Schauspielers streift das Buch eher am Rand und beschäftigt sich vor allem dann ausführlicher damit, wenn sie benzingetränkt und PS-getrieben sind wie die eingangs erwähnten Werke. Wer hingegen ein ausgesprochener Fan des "King of Cool" ist und zudem selbst über Benzin oder besser noch Kerosin im Blut verfügt, für den ist Steve McQueen schon allein wegen der sensationellen und ungeheuer stilvollen Bilder ein absolutes Muss. Wer sich hingegen mehr für das Leben und Werk des 50 Jahren viel zu früh Verstorbenen interessiert, der kann immer noch auf Steve McQueen – Bilder eines Lebens zurückgreifen, das ebenfalls von Yann-Brice Dherbier stammt und wie dieses bibliophile Kleinod im Henschel Verlag erschienen ist.
(Joachim Kurz)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Steve McQueen - Speed
Erscheinungsort:
Leipzig
Erscheinungsdatum:
2011
Seiten:
192
Verlag:
Henschel Verlag
ISBN:
978-3-89487-701-9
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