Star Wars - Anatomie einer Saga
Kinostart:
03.07.2007
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Das Universum Lucas
Es war also doch nicht so, wie uns Joe Nussbaum in seinem kongenialen und preisgekrönten Kurzfilm George Lucas in Love aus dem Jahr 1999 weismachen wollte. Dort wird in acht Minuten geschildert, wie eine heimliche Liebe und diverse asoziale Studi-Kollegen dem jungen George immer offensichtlicher das Krieg der Sterne-Universum vorleben, ohne das dieser es schnallt. Bis es plötzlich *Pling* macht und George die Eingebung seines Lebens hat. Muss man gesehen haben. Unbedingt.
Zum Thema: Star Wars – Anatomie einer Saga erläutert auf gut 350 Seiten den Entwurf eines ganzen Universums. Eines Universum, das seinen Erfinder George Lucas zu einem der mächtigsten Filmproduzenten weltweit gemacht hat. Und zu einem der Reichsten. Und was das Erstaunliche ist; George ist das gelungen, was seinem Förderer und Kumpel Francis Ford Coppola (Der Pate, Apocalypse Now) nie gelang. Er konnte ein autonomes Filmstudio gründen. Ein Hort des Friedens, der Zuflucht und des freien und kreativen Austauschs. Coppolas Versuch hingegen scheiterte an seinem eigenen Anspruch, ging fürchterlich baden und lebt mittlerweile vom Weinanbau und dem Ruhm seiner Tochter Sofia (The Virgin Suicides, Lost in Translation). Und George? Der lebt seit 1977 den Traum, den Coppola schon bald ausgeträumt hatte. Mit Krieg der Sterne und dem ganzen Drumherum wie Merchandise, Filmen, Serien und Lizenzen verdient George Milliarden, gründet neue Firmen (Industrial, Light & Magic) und treibt die digitale Revolution im Kino immer weiter.
Autor Laurent Jullier liefert mit seiner Anatomie einer Saga keine leichte Kost ab. Hier wird weniger fanfreundlich vorgegangen, als in anderen Publikationen. Fremdwörter fallen gern und häufig, die Sätze sind oft beim ersten lesen nicht zu verstehen und in analytischer Gehirnakrobatik sollte man schon ein wenig Übung haben. Detailliert werden die sechs Filme nahezu auseinander genommen, analysiert, mit anderen Filmen verglichen (nach dem Motto: diesen Teil gab es schon mal in einem anderen Film) und natürlich werden die beiden Trilogien einander gegenüber gestellt. Dies ist dann auch einer der interessantesten Aspekte von Anatomie einer Saga: Was genau ist der Unterschied dieser beiden sich ergänzenden, jedoch im Grunde gänzlich unterschiedlichen Trilogien?
Dem durchschnittlichen Filmfan muss der Rezensent vom Kauf Anatomie einer Saga jedoch abraten. Die Enttäuschung könnte sehr groß sein, wenn er merkt, dass er es hier mit einer wissenschaftlichen Abhandlung über ein Phänomen zu tun hat. Jullier schafft es, den Spaß- und Unterhaltungsfaktor, der die Filme ausmacht, zu verneinen. Trotzdem muss der Rezensent sagen, dass man, wenn man sich durch die Texte gekämpft hat, um einiges schlauer ist. Und das Star Wars-Universum mit anderen Augen sieht. Aber Vorsicht: Die Filme könnten nach dieser Lektüre weniger Spaß machen.
(Renatus Töpke)
Zum Thema: Star Wars – Anatomie einer Saga erläutert auf gut 350 Seiten den Entwurf eines ganzen Universums. Eines Universum, das seinen Erfinder George Lucas zu einem der mächtigsten Filmproduzenten weltweit gemacht hat. Und zu einem der Reichsten. Und was das Erstaunliche ist; George ist das gelungen, was seinem Förderer und Kumpel Francis Ford Coppola (Der Pate, Apocalypse Now) nie gelang. Er konnte ein autonomes Filmstudio gründen. Ein Hort des Friedens, der Zuflucht und des freien und kreativen Austauschs. Coppolas Versuch hingegen scheiterte an seinem eigenen Anspruch, ging fürchterlich baden und lebt mittlerweile vom Weinanbau und dem Ruhm seiner Tochter Sofia (The Virgin Suicides, Lost in Translation). Und George? Der lebt seit 1977 den Traum, den Coppola schon bald ausgeträumt hatte. Mit Krieg der Sterne und dem ganzen Drumherum wie Merchandise, Filmen, Serien und Lizenzen verdient George Milliarden, gründet neue Firmen (Industrial, Light & Magic) und treibt die digitale Revolution im Kino immer weiter.
Autor Laurent Jullier liefert mit seiner Anatomie einer Saga keine leichte Kost ab. Hier wird weniger fanfreundlich vorgegangen, als in anderen Publikationen. Fremdwörter fallen gern und häufig, die Sätze sind oft beim ersten lesen nicht zu verstehen und in analytischer Gehirnakrobatik sollte man schon ein wenig Übung haben. Detailliert werden die sechs Filme nahezu auseinander genommen, analysiert, mit anderen Filmen verglichen (nach dem Motto: diesen Teil gab es schon mal in einem anderen Film) und natürlich werden die beiden Trilogien einander gegenüber gestellt. Dies ist dann auch einer der interessantesten Aspekte von Anatomie einer Saga: Was genau ist der Unterschied dieser beiden sich ergänzenden, jedoch im Grunde gänzlich unterschiedlichen Trilogien?
Dem durchschnittlichen Filmfan muss der Rezensent vom Kauf Anatomie einer Saga jedoch abraten. Die Enttäuschung könnte sehr groß sein, wenn er merkt, dass er es hier mit einer wissenschaftlichen Abhandlung über ein Phänomen zu tun hat. Jullier schafft es, den Spaß- und Unterhaltungsfaktor, der die Filme ausmacht, zu verneinen. Trotzdem muss der Rezensent sagen, dass man, wenn man sich durch die Texte gekämpft hat, um einiges schlauer ist. Und das Star Wars-Universum mit anderen Augen sieht. Aber Vorsicht: Die Filme könnten nach dieser Lektüre weniger Spaß machen.
(Renatus Töpke)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Star Wars - Anatomie einer Saga
Autor:
Laurent Jullier
Erscheinungsort:
Konstanz
Erscheinungsdatum:
2007
Seiten:
344
Verlag:
UVK
ISBN:
978-3896695574
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