Star-Club Hamburg - Der bekannteste Beat-Club der Welt
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Das ehemalige Stern-Kino
Der Star-Club, Große Freiheit 39 in Hamburg-St. Pauli. Nach Meinung seiner Kritiker war das ein dunkles Loch, in dem sich renitente Jugendliche an Cola, Bier und Urwaldmusik berauschten. Den werblichen Angaben seiner Betreiber zufolge war das Etablissement ein Musik-Club, der der Not ein Ende bereitete und dafür sorgte, dass die Zeit der Dorfmusik 1962 vorbei war. Zumindest in Hamburg.
Die Lektüre des zweisprachigen Buches Star-Club Hamburg - Der bekannteste Beat-Club der Welt bzw. Star-Club Hamburg - The most famous Beat-Club in the World verhilft einem dazu, den Wahrheitsgehalt beider Aussagen einigermaßen einschätzen zu können. Autor Ulf Krüger hat als Schlagzeuger der William Thornton & The Chicago Sect selbst im Star Club getrommelt und war Berater bei Iain Softleys Beatles-Film Backbeat von 1994.
Sein Buch ist eine detaillierte Chronik der acht Jahre, die der Star-Club bestand. Eine Geschichte des so genannten Hamburg Sound, die schon ein paar Jahre vor der Club-Gründung einsetzt, mit dem Bill-Haley-Film Außer Rand und Band / Rock Around the Clock (1956) und dem Stern-Kino mit dem Erotic-Film-Night-Club, in dem Manfred Weissleder eigenproduzierte Freikörperkultur-Filme in 3D zeigte.
Ausführlich referiert Krüger das Auf und das Ab des Star-Clubs, der dem Kino nachfolgte. Er berichtet von den vielen Musikern und Bands, die dort aufspielten: Gene Vincent, Little Richard, den Searchers, Fats Domino, Brenda Lee, Ray Charles, den Everly Brothers, Jimi Hendrix, Tony Sheridan und - above all - den Beatles. Von den Resident Bands, die auch Gastspiele in der Provinz gaben, vom Merchandising, von den Star-Clubs, die in anderen Städten eröffnet wurden, vom Plattenlabel Star-Club-Records, von den Twist- und den Nachwuchswettbewerben (den ersten gewannen die Rattles) oder davon, wie United Artists anlässlich des Starts von Yeah Yeah Yeah / A Hard Day's Night (1964) im Star-Club neue deutsche Beatles suchten.
"Wir haben ja praktisch alle Stars gehabt", wird Manfred Weissleder zitiert, "mit Ausnahme von Elvis Presley. Aber der trat sowieso nicht auf zu der Zeit, der machte nur Filme". Das reich mit Bandaufnahmen, Plattencovern und Dokumenten bebilderte Buch zeichnet weniger ein Stimmungsbild der Zeit, sondern liefert eher die Daten dazu.
Am Ende steht wieder Manfred Weissleder, der vor der Schließung am 31.12.1969 gleichgültig und unsentimental erklärt: "Ob hier Hundefutter verkauft wird oder ein Striptease-Laden entsteht, ist mir egal."
(Stefan Otto)
Die Lektüre des zweisprachigen Buches Star-Club Hamburg - Der bekannteste Beat-Club der Welt bzw. Star-Club Hamburg - The most famous Beat-Club in the World verhilft einem dazu, den Wahrheitsgehalt beider Aussagen einigermaßen einschätzen zu können. Autor Ulf Krüger hat als Schlagzeuger der William Thornton & The Chicago Sect selbst im Star Club getrommelt und war Berater bei Iain Softleys Beatles-Film Backbeat von 1994.
Sein Buch ist eine detaillierte Chronik der acht Jahre, die der Star-Club bestand. Eine Geschichte des so genannten Hamburg Sound, die schon ein paar Jahre vor der Club-Gründung einsetzt, mit dem Bill-Haley-Film Außer Rand und Band / Rock Around the Clock (1956) und dem Stern-Kino mit dem Erotic-Film-Night-Club, in dem Manfred Weissleder eigenproduzierte Freikörperkultur-Filme in 3D zeigte.
Ausführlich referiert Krüger das Auf und das Ab des Star-Clubs, der dem Kino nachfolgte. Er berichtet von den vielen Musikern und Bands, die dort aufspielten: Gene Vincent, Little Richard, den Searchers, Fats Domino, Brenda Lee, Ray Charles, den Everly Brothers, Jimi Hendrix, Tony Sheridan und - above all - den Beatles. Von den Resident Bands, die auch Gastspiele in der Provinz gaben, vom Merchandising, von den Star-Clubs, die in anderen Städten eröffnet wurden, vom Plattenlabel Star-Club-Records, von den Twist- und den Nachwuchswettbewerben (den ersten gewannen die Rattles) oder davon, wie United Artists anlässlich des Starts von Yeah Yeah Yeah / A Hard Day's Night (1964) im Star-Club neue deutsche Beatles suchten.
"Wir haben ja praktisch alle Stars gehabt", wird Manfred Weissleder zitiert, "mit Ausnahme von Elvis Presley. Aber der trat sowieso nicht auf zu der Zeit, der machte nur Filme". Das reich mit Bandaufnahmen, Plattencovern und Dokumenten bebilderte Buch zeichnet weniger ein Stimmungsbild der Zeit, sondern liefert eher die Daten dazu.
Am Ende steht wieder Manfred Weissleder, der vor der Schließung am 31.12.1969 gleichgültig und unsentimental erklärt: "Ob hier Hundefutter verkauft wird oder ein Striptease-Laden entsteht, ist mir egal."
(Stefan Otto)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Star-Club Hamburg - Der bekannteste Beat-Club der Welt
Autor:
Ulf Krüger
Erscheinungsort:
Innsbruck
Erscheinungsdatum:
2010
Seiten:
303
Verlag:
Hannibal
ISBN:
978-3-85445-329-1
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