Spur der Filme - Zeitzeugen über die DEFA
Kinostart:
17.07.2006
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Wie 's bei der Defa war
Früher gegründet und später abgewickelt als die DDR, war diese Filmproduktionsgesellschaft langlebiger als der Staat, zu dessen volkseigenen Betrieben sie gehörte. Zwischen 1946 und 1992 produzierte die Defa mehr als 700 Kinospielfilme sowie 540 Fernsehfilme.
Vor einigen Jahren nun veranlassten die Defa-Stiftung und das Filmmuseum Potsdam verdienstvollerweise über 200 Gespräche mit ehemaligen Defa-Mitarbeitern, die inzwischen in Form von Filmen, Mitschnitten und Abschriften vorliegen. "Gerade weil es manchen Veröffentlichungen der neunziger Jahre an einer vielseitigen Binnensicht mangelte" (Bärbel Dalichow) legen Ingrid Poss und Peter Warnecke in dem von ihnen herausgegebenen Buch Spur der Filme - Zeitzeugen über die DEFA eine große und gut getroffene Auswahl von Zitaten aus diesem Oral-History-Projekt vor. Die einstige Mitarbeiterin des DDR-TV-Magazins Treffpunkt Kino und der Mitarbeiter des Filmmuseums kompilieren Ausschnitte aus den langen Interviews so, dass lebendige und facettenreiche Zeitbilder entstehen, die einen Überblick über die 45 Jahre der Defa geben. Es kommen Regisseure zu Wort wie Kurt Maetzig, Egon Günther und Helmut Dziuba, Autoren wie Wolfgang Kohlhaase und Ulrich Plenzdorf, Schauspielerinnen wie Angelica Domröse, Jutta Hoffmann und Katrin Saß, der Szenenbildner Alfred Hirschmeier, dazu Kameraleute, Dramaturgen, Direktoren und andere. Subjektiv und nicht ohne die eine oder andere Erinnerungslücke äußern sie sich über den Staatskonzern, für den sie arbeiteten, über seine Vorgeschichte und Gründung, über das 11. Plenum der ZK, über den Prager Frühling und natürlich über eine große Auswahl von Filmen, von Die Mörder sind unter uns (1946) bis Miraculi (1992). Den Kapiteln voller O-Töne sind informative Einleitungen vorangestellt, die die unterschiedlichen gesellschaftlichen und kulturpolitischen Situationen in Erinnerung bringen, aus denen heraus die Filme entstanden. Den Epilog bilden ausführliche Gespräche über die Fortführung des Studiobetriebs nach Abwicklung des DDR-Betriebs: mit Volker Schlöndorff, dem Geschäftsführer der Studio Babelsberg GmbH in den ersten Jahren nach der Wende, und Carl Woebcken, dem amtierenden Vorstandsvorsitzenden der Studio Babelsberg AG.
Spur der Filme ist ein Lesebuch, das den Wert der Arbeit des Potsdamer Filmmuseums und der Defa-Stiftung sehr deutlich werden lässt. Es ist ein ebenso dickes wie wertvolles Werk, das Lust auf die vollständigen Interviews macht, die irgendwo in den Archiven lagern.
(Stefan Otto)
Vor einigen Jahren nun veranlassten die Defa-Stiftung und das Filmmuseum Potsdam verdienstvollerweise über 200 Gespräche mit ehemaligen Defa-Mitarbeitern, die inzwischen in Form von Filmen, Mitschnitten und Abschriften vorliegen. "Gerade weil es manchen Veröffentlichungen der neunziger Jahre an einer vielseitigen Binnensicht mangelte" (Bärbel Dalichow) legen Ingrid Poss und Peter Warnecke in dem von ihnen herausgegebenen Buch Spur der Filme - Zeitzeugen über die DEFA eine große und gut getroffene Auswahl von Zitaten aus diesem Oral-History-Projekt vor. Die einstige Mitarbeiterin des DDR-TV-Magazins Treffpunkt Kino und der Mitarbeiter des Filmmuseums kompilieren Ausschnitte aus den langen Interviews so, dass lebendige und facettenreiche Zeitbilder entstehen, die einen Überblick über die 45 Jahre der Defa geben. Es kommen Regisseure zu Wort wie Kurt Maetzig, Egon Günther und Helmut Dziuba, Autoren wie Wolfgang Kohlhaase und Ulrich Plenzdorf, Schauspielerinnen wie Angelica Domröse, Jutta Hoffmann und Katrin Saß, der Szenenbildner Alfred Hirschmeier, dazu Kameraleute, Dramaturgen, Direktoren und andere. Subjektiv und nicht ohne die eine oder andere Erinnerungslücke äußern sie sich über den Staatskonzern, für den sie arbeiteten, über seine Vorgeschichte und Gründung, über das 11. Plenum der ZK, über den Prager Frühling und natürlich über eine große Auswahl von Filmen, von Die Mörder sind unter uns (1946) bis Miraculi (1992). Den Kapiteln voller O-Töne sind informative Einleitungen vorangestellt, die die unterschiedlichen gesellschaftlichen und kulturpolitischen Situationen in Erinnerung bringen, aus denen heraus die Filme entstanden. Den Epilog bilden ausführliche Gespräche über die Fortführung des Studiobetriebs nach Abwicklung des DDR-Betriebs: mit Volker Schlöndorff, dem Geschäftsführer der Studio Babelsberg GmbH in den ersten Jahren nach der Wende, und Carl Woebcken, dem amtierenden Vorstandsvorsitzenden der Studio Babelsberg AG.
Spur der Filme ist ein Lesebuch, das den Wert der Arbeit des Potsdamer Filmmuseums und der Defa-Stiftung sehr deutlich werden lässt. Es ist ein ebenso dickes wie wertvolles Werk, das Lust auf die vollständigen Interviews macht, die irgendwo in den Archiven lagern.
(Stefan Otto)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Spur der Filme - Zeitzeugen über die DEFA
Autor:
Ingrid Poss, Peter Warnecke (Hg.)
Erscheinungsort:
Berlin
Erscheinungsdatum:
2006
Seiten:
567
Verlag:
Ch. Links Verlag
ISBN:
3-86153-401-0
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