Shall we dance and sing? Zeitgenössische Musical- und Tanzfilme
Kinostart:
11.03.2008
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Schautänze
Wo ihnen die Worte fehlen, lassen sie Musik und Tanz sprechen. Im Gesang und in der begleitenden Bewegung drücken und leben die Musical-Filmfiguren ihre Gefühle aus. Doch "Tanz und Gesang als Darstellung von Emotionen sowie als dramaturgische Mittel werden im zeitgenössischen Musical- und Tanzfilm anders eingesetzt als in der Früh- und Blütezeit des Genres", schreibt Dorothee Ott. Filme wie Moulin Rouge! und Chicago zeigten "neue, differenziertere Wege auf, Tanz und Gesang als Erzählelemente einzusetzen - sei es als subtile Körpersprache, ironische Überformung oder, abseits der Realität, auf einer Phantasieebene."
In Shall we dance and sing? zeichnet Ott die filmästhetische Entwicklung von Musical- und Tanzfilmen nach. Sie zeigt, wie die beiden miteinander eng verwandten Genres sich im Lauf der Filmgeschichte ihrer Zeit anpassten und von jeweils neuen Musik- und Tanzstilen beeinflusst wurden, und sie fragt: "Lohnt es sich heute noch, Musical- und Tanzfilme zu produzieren, oder haben sich beide Genres angesichts der lange vergangenen Blütezeit überholt? (...) Welche Qualität können Musical- und Tanzfilme in die gegenwärtige Kinolandschaft bringen? Wie muss der heutige Kinozuschauer die Filme 'lesen'? Können Produzenten und Regisseure gar mit neuen Zugängen zu den klassischen Genres das Kinopublikum fesseln, sprich: gutes Entertainment bieten und wenn ja, auf welche Weise?"
Ott, die mit der vorliegenden Untersuchung 2007 an der Uni Mainz promovierte, analysiert die amerikanischen Produktionen Dirty Dancing und Chicago, den japanischen Tanzfilm Shall we dansu?, Strictly Ballroom und Moulin Rouge! von Baz Luhrmann sowie die deutsche Dokumentation Rhythm Is It!. Eingehend betrachtet sie die jeweilige Sprache der Tänze, den Text und die Inszenierung des erzählenden Gesangs, den erzählerischen Nutzen der musikalischen Elemente, die filmische Umsetzung und die kulturelle Dimension der Filme.
Die Zuschauer von heute, so Ott, verlangten in den ursprünglich realitätsfernen Genres nach Geschichten, die die Kultur und die Gesellschaft spiegelten. Gerade Tanzfilme der achtziger und neunziger Jahre bewegten sich in unterschiedlichen Sozialmilieus, bezögen Kulturkonflikte offensichtlich mit ein und bauten auf die versöhnende Kraft des Tanzes.
"Tanz und Musicalfilme", zu diesem Fazit kommt die Autorin, "sind auch heute noch, nach über hundert Jahren Filmgeschichte, als Genres hervorragend dazu geeignet, Bewegung im Bild darzustellen und damit die Errungenschaften der Kinematographie zu feiern".
(Stefan Otto)
In Shall we dance and sing? zeichnet Ott die filmästhetische Entwicklung von Musical- und Tanzfilmen nach. Sie zeigt, wie die beiden miteinander eng verwandten Genres sich im Lauf der Filmgeschichte ihrer Zeit anpassten und von jeweils neuen Musik- und Tanzstilen beeinflusst wurden, und sie fragt: "Lohnt es sich heute noch, Musical- und Tanzfilme zu produzieren, oder haben sich beide Genres angesichts der lange vergangenen Blütezeit überholt? (...) Welche Qualität können Musical- und Tanzfilme in die gegenwärtige Kinolandschaft bringen? Wie muss der heutige Kinozuschauer die Filme 'lesen'? Können Produzenten und Regisseure gar mit neuen Zugängen zu den klassischen Genres das Kinopublikum fesseln, sprich: gutes Entertainment bieten und wenn ja, auf welche Weise?"
Ott, die mit der vorliegenden Untersuchung 2007 an der Uni Mainz promovierte, analysiert die amerikanischen Produktionen Dirty Dancing und Chicago, den japanischen Tanzfilm Shall we dansu?, Strictly Ballroom und Moulin Rouge! von Baz Luhrmann sowie die deutsche Dokumentation Rhythm Is It!. Eingehend betrachtet sie die jeweilige Sprache der Tänze, den Text und die Inszenierung des erzählenden Gesangs, den erzählerischen Nutzen der musikalischen Elemente, die filmische Umsetzung und die kulturelle Dimension der Filme.
Die Zuschauer von heute, so Ott, verlangten in den ursprünglich realitätsfernen Genres nach Geschichten, die die Kultur und die Gesellschaft spiegelten. Gerade Tanzfilme der achtziger und neunziger Jahre bewegten sich in unterschiedlichen Sozialmilieus, bezögen Kulturkonflikte offensichtlich mit ein und bauten auf die versöhnende Kraft des Tanzes.
"Tanz und Musicalfilme", zu diesem Fazit kommt die Autorin, "sind auch heute noch, nach über hundert Jahren Filmgeschichte, als Genres hervorragend dazu geeignet, Bewegung im Bild darzustellen und damit die Errungenschaften der Kinematographie zu feiern".
(Stefan Otto)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Shall we dance and sing? Zeitgenössische Musical- und Tanzfilme
Autor:
Dorothee Ott
Erscheinungsort:
Konstanz
Erscheinungsdatum:
2008
Seiten:
360
Verlag:
UVK Verlagsgesellschaft
ISBN:
978-3-86764-045-9
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