Hic est Leone!
Literatur über Sergio Leone in deutscher Sprache ist rar. Was Bücher angeht, konnte man sich bislang schon glücklich schätzen, wenn man Zugriff auf Oreste De Fornaris Sergio Leone hatte, einer Übersetzung aus dem Italienischen von 1984. Jetzt endlich füllt sich die deutsche Leone-Lücke. Harald Steinwender schließt sie mit Sergio Leone - Es war einmal in Europa ganz vortrefflich.
Steinwenders dicker Band, die überarbeitete Fassung seiner Dissertation an der Uni Mainz, behandelt Leones filmisches Werk umfassend. Nicht nur die Italo-Western und das Gangster-Epos Once Upon a Time in America / Es war einmal in Amerika, die Filme, die immer im Blickpunkt stehen, wenn es um Leone geht, sondern ebenso die Sandalenfilme Gli ultimi giorni di Pompei / Die letzten Tage von Pompeji und Il Colosso di Rodi / Der Koloss von Rhodos, die vor der Dollar-Trilogie entstanden, sowie seine Produktion Il mio nome è Nessuno / Mein Name ist Nobody, bei der Tonino Valerii die Regie führte, werden ausführlich analysiert.
Steinwender beleuchtet die wiederkehrenden Themen und Motive in den Filmen, die zeitgeschichtlichen und kulturellen Hintergründe und befasst sich daneben, teilweise in eigenen Kapiteln, mit der so wichtigen Musik Ennio Morricones, mit der einflussreichen Bildgestaltung und dem ebenso wirkmächtigen Sounddesign.
Leones ästhetische Innovationen, "seine" extremen Perspektiven, die Großaufnahmen der Gesichter, die Detailaufnahmen der Augen, die grotesken Figuren, die rasanten Zooms, die Montage Nino Baraglis und die Ausstattung von Carlo Simi stellt er auch anhand von Übernahmen in anderen Filmen heraus, und er kann die Imitate, Hommagen, Zitate und Parodien gar nicht alle nennen. "Für einen Regisseur, dessen Œuvre gerade einmal sieben Filme umfasst, ist Leones Einfluss auf die Filmgeschichte exorbitant", konstatiert er und findet Leone nicht nur in Spaghetti- und Spätwestern, sondern dazu im Gangsterfilm und im asiatischen Kino, in der Mad-Max-Trilogie, bei Dario Argento, John Carpenter, John Milius, Clint Eastwood, Robert Rodriguez und vielen vielen anderen.
Steinwenders Sergio Leone ist ein Buch, das bislang fehlte, zumal in Deutschland.
(Stefan Otto)
Steinwenders dicker Band, die überarbeitete Fassung seiner Dissertation an der Uni Mainz, behandelt Leones filmisches Werk umfassend. Nicht nur die Italo-Western und das Gangster-Epos Once Upon a Time in America / Es war einmal in Amerika, die Filme, die immer im Blickpunkt stehen, wenn es um Leone geht, sondern ebenso die Sandalenfilme Gli ultimi giorni di Pompei / Die letzten Tage von Pompeji und Il Colosso di Rodi / Der Koloss von Rhodos, die vor der Dollar-Trilogie entstanden, sowie seine Produktion Il mio nome è Nessuno / Mein Name ist Nobody, bei der Tonino Valerii die Regie führte, werden ausführlich analysiert.
Steinwender beleuchtet die wiederkehrenden Themen und Motive in den Filmen, die zeitgeschichtlichen und kulturellen Hintergründe und befasst sich daneben, teilweise in eigenen Kapiteln, mit der so wichtigen Musik Ennio Morricones, mit der einflussreichen Bildgestaltung und dem ebenso wirkmächtigen Sounddesign.
Leones ästhetische Innovationen, "seine" extremen Perspektiven, die Großaufnahmen der Gesichter, die Detailaufnahmen der Augen, die grotesken Figuren, die rasanten Zooms, die Montage Nino Baraglis und die Ausstattung von Carlo Simi stellt er auch anhand von Übernahmen in anderen Filmen heraus, und er kann die Imitate, Hommagen, Zitate und Parodien gar nicht alle nennen. "Für einen Regisseur, dessen Œuvre gerade einmal sieben Filme umfasst, ist Leones Einfluss auf die Filmgeschichte exorbitant", konstatiert er und findet Leone nicht nur in Spaghetti- und Spätwestern, sondern dazu im Gangsterfilm und im asiatischen Kino, in der Mad-Max-Trilogie, bei Dario Argento, John Carpenter, John Milius, Clint Eastwood, Robert Rodriguez und vielen vielen anderen.
Steinwenders Sergio Leone ist ein Buch, das bislang fehlte, zumal in Deutschland.
(Stefan Otto)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Sergio Leone - Es war einmal in Europa
Autor:
Harald Steinwender
Erscheinungsort:
Berlin
Erscheinungsdatum:
2009
Seiten:
400
Verlag:
Bertz + Fischer
ISBN:
978-3-86505-308-4
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Bisherige Kommentare
(Anzeige: 1 von insgesamt 1)
Von: Thomas am: 17.01.12
Ein wirklich gutes Buch. Ich schreibe zur Zeit an meiner Bachelorarbeit zum Thema "Die Besonderheiten des Stils von Sergio Leone am Beispiel der Dollar-Trilogie" und kann nur sagen, dort viele wichtige Informationen zu finden. Da der deutschsprachige Raum nicht gerade mit Veröffentlichungen zu Leone (es gibt zwar von Otto eine recht dünne Publikation) überfüllt ist, stellt dies eigentlich das zentrale, deutschsprachige Werk zu Leone dar.





