Schwabinger Gisela - Eine gebildete Dame mit stark unzüchtigem Charakter
Kinostart:
03.06.2008
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Schwabinger Laterne
"Die Menschen hatten einen Weltkrieg überstanden und wollten endlich wieder in Ruhe und Frieden leben. Gemeinsam wurden die zerbombten Städte aufgebaut und die Wirtschaft kam wieder in Gang. Man hatte zwar wenig Geld, aber das bisschen, das man hatte, teilte man mit anderen und man half sich gegenseitig, wo man nur konnte. Endlich wollten die Menschen wieder fröhlich sein und nutzten jede Gelegenheit zum Feiern - und das konnte man gut in den Schwabinger Lokalen und Künstlerateliers. Man diskutierte, ging viel aus, kleidete sich schick. Es war wirklich eine herrliche, intensive, freizügige Zeit", erinnert sich Gisela Dialer. Ihre Beschreibung hört sich überzogen an, idealisierend und beschönigend. Im Rückblick wird aus Münchener Stadtteil Schwabing die reinste Idylle. Doch wir waren nicht dabei - Gisela schon, und sie sagt: "Ich verkläre da gar nichts. Man hat gelebt, zusammen getrunken, zusammen gegessen, gelacht und geflirtet. Man hat an den anderen gedacht. Es war nicht so egoistisch wie heute. Es war lustig und ohne Vorbehalt. Geld war unwichtig. Dieses Schwabing war schon einmalig - also, mein Schwabing, wie ich es erlebt habe."
Als jüngste Wirtin Deutschlands eröffnete Gisela Dialer 1952 neben dem frühen Münchener Programmkino Occam-Studio ihr Nachtlokal "Bei Gisela" und konnte gleich am Eröffnungsabend Gäste wie Ava Gardner, Fred Zinnemann, Lilian Harvey, Liselotte Pulver und Erich Kästner begrüßen. Überhaupt lesen sich die Namen ihrer Kundschaft wie ein Who's who der fünfziger und sechziger Jahre. So kann man nachvollziehen, dass der Münchener Oberbürgermeister Christian Ude das Lokal in seinem Vorwort der Schickeria zurechnet. Allabendlich betrat die Gisela hier die Bühne und sang mehr oder weniger frivole Chansons wie Aber der Nowak lässt mich nicht verkommen. Bis "Bei Gisela" am Tag des WM-Finales von 1974 schloss.
Schwabinger Gisela - Eine gebildete Dame mit stark unzüchtigem Charakter sind die Lebenserinnerungen der Wirtin und Chansonniere. Wir lesen von ihrer Karriere im Restaurationsgewerbe, vom Münchener Nachtleben und ihrem privaten Liebesleben, von den Liedern, die sie sang, und den Schallplatten, die sie aufnahm, von Begegnungen mit Gästen und auch von der Zeit vor und nach "Bei Gisela". Ein gefälliges, unterhaltsames und angenehm leicht zu lesendes Buch, das (ähnlich wie Let the good Times roll!, Horst Faschers Erinnerungen an den Hamburger Star-Club) eine vergangene Zeit anschaulich wieder aufleben lässt.
(Stefan Otto)
Als jüngste Wirtin Deutschlands eröffnete Gisela Dialer 1952 neben dem frühen Münchener Programmkino Occam-Studio ihr Nachtlokal "Bei Gisela" und konnte gleich am Eröffnungsabend Gäste wie Ava Gardner, Fred Zinnemann, Lilian Harvey, Liselotte Pulver und Erich Kästner begrüßen. Überhaupt lesen sich die Namen ihrer Kundschaft wie ein Who's who der fünfziger und sechziger Jahre. So kann man nachvollziehen, dass der Münchener Oberbürgermeister Christian Ude das Lokal in seinem Vorwort der Schickeria zurechnet. Allabendlich betrat die Gisela hier die Bühne und sang mehr oder weniger frivole Chansons wie Aber der Nowak lässt mich nicht verkommen. Bis "Bei Gisela" am Tag des WM-Finales von 1974 schloss.
Schwabinger Gisela - Eine gebildete Dame mit stark unzüchtigem Charakter sind die Lebenserinnerungen der Wirtin und Chansonniere. Wir lesen von ihrer Karriere im Restaurationsgewerbe, vom Münchener Nachtleben und ihrem privaten Liebesleben, von den Liedern, die sie sang, und den Schallplatten, die sie aufnahm, von Begegnungen mit Gästen und auch von der Zeit vor und nach "Bei Gisela". Ein gefälliges, unterhaltsames und angenehm leicht zu lesendes Buch, das (ähnlich wie Let the good Times roll!, Horst Faschers Erinnerungen an den Hamburger Star-Club) eine vergangene Zeit anschaulich wieder aufleben lässt.
(Stefan Otto)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Schwabinger Gisela - Eine gebildete Dame mit stark unzüchtigem Charakter
Autor:
Waltraud Volger
Erscheinungsort:
München
Erscheinungsdatum:
2008
Seiten:
207
Verlag:
Langen Müller
ISBN:
978-3-7844-3143-7
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