Der weiße Rausch
Schnee - Rohstoff der Kunst begleitet die gleichnamigen Ausstellungen im Vorarlberger Landesmuseum in Bregenz und im Museum Huber-Hus in Lech am Arlberg in Österreich. Der schwergewichtige und mit über 200 Abbildungen glänzend illustrierte Band bietet mit Schwerpunkt auf dem Gebiet des Arlberg einen großen kultur- und kunsthistorischen Überblick über die ästhetische Wahrnehmung des Schnees in ungefähr den letzten 200 Jahren. "Schnee betritt als reines Bildweiß die Welt", heißt es dazu im Klappentext, "doch was bleibt von seiner Makellosigkeit, wenn er sich zur Kunst verwandelt?"
Auftakt ist die künstlerische Entdeckung der Alpen zu Beginn der Aufklärung, im Gefolge der wissenschaftlichen Vermessung des Gebirges. Die akademische Auseinandersetzung zeitigte einen veränderten Blick auf verschneite Gipfel, alpine Berge und Gletscherlandschaften. Die künstlerische Eroberung der Alpenwelt begann in der Vorromantik. Die Maler um 1800 begriffen Schnee nun als ästhetisches Phänomen. Die bedrohliche Naturgewalt geriet ihnen zur weißen Landschaft. Künstlerischen Ausdruck fand der Schnee später auch in der Pleinair-Malerei der Impressionisten. Claude Monet oder Paul Signac zeigen in ihren Bildern ganz deutlich, dass Schnee nicht nur weiß ist. Werke von Giovanni Segantini, Ernst Ludwig Kirchner oder Otto Dix geben Einblick in die Variationen des Motivs in Symbolismus, Expressionismus und Neuer Sachlichkeit. Schneebilder der frühen Fotografie, wunderschöne Beispiele von Tourismusplakaten und Werke zeitgenössischer Künstler spannen den Bogen über das 20. Jahrhundert bis in die Nähe der Gegenwart.
In seinem Beitrag Sonne über dem Arlberg - Wie das Kino die Skier zum Laufen brachte zeigt Christian Rapp den Einfluss auf, den Das Wunder des Schneeschuhs, Der weiße Rausch und andere frühe Berg- und Skifilme auf den alpinen Wintersport hatten.
Ein schönes Buch, nicht nur für Wintersportler, sondern vor allem auch für jene, die es sich gerne im Sessel gemütlich machen und es bevorzugen, wenn sie vom Schnee durch eine Wand und ein dichtes Fenster getrennt sind.
(Stefan Otto)
Auftakt ist die künstlerische Entdeckung der Alpen zu Beginn der Aufklärung, im Gefolge der wissenschaftlichen Vermessung des Gebirges. Die akademische Auseinandersetzung zeitigte einen veränderten Blick auf verschneite Gipfel, alpine Berge und Gletscherlandschaften. Die künstlerische Eroberung der Alpenwelt begann in der Vorromantik. Die Maler um 1800 begriffen Schnee nun als ästhetisches Phänomen. Die bedrohliche Naturgewalt geriet ihnen zur weißen Landschaft. Künstlerischen Ausdruck fand der Schnee später auch in der Pleinair-Malerei der Impressionisten. Claude Monet oder Paul Signac zeigen in ihren Bildern ganz deutlich, dass Schnee nicht nur weiß ist. Werke von Giovanni Segantini, Ernst Ludwig Kirchner oder Otto Dix geben Einblick in die Variationen des Motivs in Symbolismus, Expressionismus und Neuer Sachlichkeit. Schneebilder der frühen Fotografie, wunderschöne Beispiele von Tourismusplakaten und Werke zeitgenössischer Künstler spannen den Bogen über das 20. Jahrhundert bis in die Nähe der Gegenwart.
In seinem Beitrag Sonne über dem Arlberg - Wie das Kino die Skier zum Laufen brachte zeigt Christian Rapp den Einfluss auf, den Das Wunder des Schneeschuhs, Der weiße Rausch und andere frühe Berg- und Skifilme auf den alpinen Wintersport hatten.
Ein schönes Buch, nicht nur für Wintersportler, sondern vor allem auch für jene, die es sich gerne im Sessel gemütlich machen und es bevorzugen, wenn sie vom Schnee durch eine Wand und ein dichtes Fenster getrennt sind.
(Stefan Otto)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Schnee - Rohstoff der Kunst
Autor:
Tobias G. Natter (Hg.)
Erscheinungsort:
Ostfildern
Erscheinungsdatum:
2009
Seiten:
312
Verlag:
Hatje Cantz
ISBN:
978-3-7757-2430-2
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