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Schläft ein Lied in allen Dingen

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"Godard, Truffaut, Rohmer, Rivette - sie alle haben zum Filmemachen gefunden, nach- und indem sie übers Kino geschrieben haben. Auch die Regisseure des Neuen Deutschen Films haben ihr Schaffen stets mit Texten begleitet, in denen sie ihre Vorbilder reflektierten: Fassbinder über Sirk, Schlöndorff über Melville, Wenders über Western", schreibt der Herausgeber Michael Althen in seinem Vorwort, das mit "Stromschnellen im Fluss der Begeisterung" überschrieben ist. "Die Generation, die dann folgte, wirkte, was das Kino angeht, oft etwas geschichtsvergessen. Es gibt nur wenige deutsche Regisseure der Gegenwart, die sich schriftlich mit ihren Vorlieben auseinandersetzen - allenfalls Petzold und Tykwer -, und eigentlich nur einen, der das so kontinuierlich tut: Dominik Graf."

Das Buch, das nach einem Vers Joseph von Eichendorffs den Titel Schläft ein Lied in allen Dingen trägt, versammelt nun erstmals Texte des Regisseurs und Essayisten Graf. Artikel, die in den Jahren 1997 bis 2009 in den Tageszeitungen FAZ und SZ, in Filmzeitschriften wie Revolver und Steadycam, als Einzelbeiträge in verschiedenen Büchern oder bislang gar nicht erschienen waren.

Graf schreibt darin über Filmklassiker wie Don't Look Now / Wenn die Gondeln Trauer tragen und Apocalypse Now, über Regieklassiker wie Godard und Wajda, mehr aber über Entdeckungen aus dem Reich des Vernachlässigten und der Vergessenen, so über Kleinhoff Hotel von Carlo Lizzani, ...a páty jezdec je Strach / Der fünfte Reiter ist die Angst von Zbynek Brynych, über den Regisseur Jean Eustache und den amerikanischen Schauspieler und Musiker David Hess. Frau Berta Garlan, ein Hörspiel von Max Ophüls, ist ebenso Thema wie die Musik, die Philippe Sarde für Claude Sautet schrieb.

Schläft ein Lied in allen Dingen enthält ebenso Nachrufe auf Klaus Wennemann, Tonmeister Milan Bor und die Kameramänner Martin Schäfer und Helge Weindler, der auch das Polaroid machte, das auf dem Cover zu sehen ist. Mit allen hat Dominik Graf zusammengearbeitet. Seine persönlichen Erfahrungen, seine professionelle Einsicht und seine Nähe zu diesen und den anderen Filmschaffenden, über die er schreibt, wie zum Film überhaupt machen seine Ausführungen zu etwas Besonderem. Sie beweisen die Erfahrung und die Nähe, und beim Leser generieren sie Einsicht.

(Stefan Otto)

Daten & Fakten

Titel: Schläft ein Lied in allen Dingen
Autor: Dominik Graf
Erscheinungsort: Berlin
Erscheinungsdatum: 2009
Seiten: 376
Verlag: Alexander Verlag
ISBN: 978-3-89581-210-1

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