Kulisse eines Films, der nicht mehr läuft
Wie in Pompeji. Hier herrscht nicht mehr die einstige Aktivität. Die Menschen und das Leben sind gegangen. Man kann sich nur noch ausmalen, wie es hier einmal zuging, als Menschen den Ort belebten, die Stadt Pompeji oder die Filmstudios von Cinecittà.
Die römische Antike und den Verfall findet man beiderorts. Die gepflasterten Straßen, die charakteristischen Portiken, die schlanken Portale, die Säulen, die Torbögen, und die Bäume und anderen Pflanzen, die die Ruinen überwuchern.
Wer sich vergegenwärtigen möchte, wie Cinecittà aussieht, wenn dort Menschen herumwuseln und arbeiten, kann die Fellini-Filme 81⁄2 und Intervista betrachten, die nicht nur hier gedreht wurden, sondern auch hier spielen.
1937 waren die römischen Filmstudios von Mussolini in Auftrag gegeben worden, um der gemeinsamen Sache von Faschismus und Kino zu dienen. Wie auch die Filmfestspiele von Venedig überlebte Cinecittà den Zusammenbruch der Diktatur, und dem Studio widerfuhr nach dem Krieg das gütige Schicksal, zum Zentrum des wieder auflebenden italienischen Kinos und zu einem Entstehungsort internationaler Produktionen zu werden, hauptsächlich, aber nicht allein von Sandalenfilmen und Italo-Western.
Gregory Crewdsons Fotografien, die im eher dünnen, aber groß dimensonierten Band Sanctuary zu sehen sind, entstanden 2009 in einem ungenutzten Abschnitt des Areals. Die schwarz-weißen, menschenleeren Bilder sind das Zeugnis eines für Crewdson ungewöhnlichen Ausflugs ins Dokumentarische. Bislang waren die Darstellungen auf den Foto-Serien des New Yorkers aufwendig inszeniert, errichtet und ausgeleuchtet. In Sanctuary fehlen die Farbe und die erzählerischen Inhalte, und doch fehlt nichts.
Die Bilder von Fassaden, die nie eine andere Funktion hatten, als die, von einer Kamera aufgenommen zu werden, besitzen ebenso wie die früheren Fotografien Crewdsons eine surreale Anmutung zwischen Geheimnis und Wiedererkennen. Kulissen, die man aus Filmen wie Martin Scorseses Gangs of New York oder aus der TV-Serie Rom / Rome kennt oder aus dem alten New York oder dem alten Rom zu erkennen vermeint, tragen zu einem deutlichen Gefühl der Vertrautheit bei.
(Stefan Otto)
Die römische Antike und den Verfall findet man beiderorts. Die gepflasterten Straßen, die charakteristischen Portiken, die schlanken Portale, die Säulen, die Torbögen, und die Bäume und anderen Pflanzen, die die Ruinen überwuchern.
Wer sich vergegenwärtigen möchte, wie Cinecittà aussieht, wenn dort Menschen herumwuseln und arbeiten, kann die Fellini-Filme 81⁄2 und Intervista betrachten, die nicht nur hier gedreht wurden, sondern auch hier spielen.
1937 waren die römischen Filmstudios von Mussolini in Auftrag gegeben worden, um der gemeinsamen Sache von Faschismus und Kino zu dienen. Wie auch die Filmfestspiele von Venedig überlebte Cinecittà den Zusammenbruch der Diktatur, und dem Studio widerfuhr nach dem Krieg das gütige Schicksal, zum Zentrum des wieder auflebenden italienischen Kinos und zu einem Entstehungsort internationaler Produktionen zu werden, hauptsächlich, aber nicht allein von Sandalenfilmen und Italo-Western.
Gregory Crewdsons Fotografien, die im eher dünnen, aber groß dimensonierten Band Sanctuary zu sehen sind, entstanden 2009 in einem ungenutzten Abschnitt des Areals. Die schwarz-weißen, menschenleeren Bilder sind das Zeugnis eines für Crewdson ungewöhnlichen Ausflugs ins Dokumentarische. Bislang waren die Darstellungen auf den Foto-Serien des New Yorkers aufwendig inszeniert, errichtet und ausgeleuchtet. In Sanctuary fehlen die Farbe und die erzählerischen Inhalte, und doch fehlt nichts.
Die Bilder von Fassaden, die nie eine andere Funktion hatten, als die, von einer Kamera aufgenommen zu werden, besitzen ebenso wie die früheren Fotografien Crewdsons eine surreale Anmutung zwischen Geheimnis und Wiedererkennen. Kulissen, die man aus Filmen wie Martin Scorseses Gangs of New York oder aus der TV-Serie Rom / Rome kennt oder aus dem alten New York oder dem alten Rom zu erkennen vermeint, tragen zu einem deutlichen Gefühl der Vertrautheit bei.
(Stefan Otto)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Sanctuary
Autor:
Gregory Crewdson
Erscheinungsort:
Ostfildern
Erscheinungsdatum:
2010
Seiten:
96
Verlag:
Hatje Cantz
ISBN:
978-3-7757-2734-1
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