Punk Rock - Die ganze Geschichte
Kinostart:
01.01.2004
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Talking Punks
"No Future" lautete der bekannteste Slogan des Punk und Sex Pistols-Manager Malcolm McLaren verlautbarte 1976, Geschichte sei dazu da, um auf sie scheißen. "Es ist auch klar", schreibt Michael Bracewell in seinem Vorwort, "dass viele Protagonisten die klassische Zeit von Punk (...) nicht in einen Schrein gesperrt sehen wollen, sondern etwas dagegen haben, wenn sentimentale Nostalgie ins Spiel kommt oder von einer besseren Zeit die Rede ist." Doch John Robb, der als Mitglied der Band The Membranes selbst dabei war, führt einen guten Grund an, zurückzublicken auf die Anfänge des Punk. "Punk veränderte das Leben von allen, die mit ihm in Berührung kamen", sagt er, "Punk hat mein Leben gerettet. Und ich wollte wissen, warum ..."
Sein dickes, leider nur spärlich bebildertes Buch Punk Rock - Die ganze Geschichte besteht im Stil von Jürgen Teipels Verschwende deine Jugend ganz aus Interviews mit alten Beteiligten, zusammengestellt nach chronologischen und thematischen Gesichtspunkten. Dabei entsteht der falsche Eindruck, die gealterten Punkrocker hätten in einer großen Runde beisammen gesessen und miteinander und mit Hilfe der Moderation von Talkmaster Robb der alten Zeiten gedacht. Dabei sind hier Zitate zusammengeschnitten. Hier reden Leute scheinbar miteinander, von denen der eine nie wusste, was der andere gesagt hat. Leute, die, während sie einzeln oder möglicherweise in kleineren Gruppen interviewt wurden, nicht aufeinander eingehen und nicht aufeinander reagieren konnten. Doch obwohl das problematisch ist und hier eine künstliche Punker-Solidarität geschaffen wird, die es so gar nicht gibt, funktioniert die Verschränkung der Interviews hier wunderbar.
John Robb legt hier in der Tat einen sehr lebendigen, anschaulichen und eindrücklichen Rückblick auf den britischen Punk vor, der "komplett aus den Erinnerungen und Gedanken derjenigen besteht, die damals aktiv waren und alles hautnah miterlebten" (Bracewell). Er lässt hauptsächlich Musiker, aber auch Veranstalter, Fanzine-Autoren und Fans zu Wort kommen. Sie erzählen, was sie zu Fans hat werden lassen, welche Musik sie vor Punk gehört haben, welches die besten Punkkonzerte waren und was sich auf ihnen abgespielt hat. Dass sich die Erinnerungen dabei zum Teil widersprechen, macht einen Reiz des Buches aus. Punk hat eben nicht nur eine einzige Geschichte, sondern setzt sich aus vielen individuellen Geschichten zusammen.
(Stefan Otto)
Sein dickes, leider nur spärlich bebildertes Buch Punk Rock - Die ganze Geschichte besteht im Stil von Jürgen Teipels Verschwende deine Jugend ganz aus Interviews mit alten Beteiligten, zusammengestellt nach chronologischen und thematischen Gesichtspunkten. Dabei entsteht der falsche Eindruck, die gealterten Punkrocker hätten in einer großen Runde beisammen gesessen und miteinander und mit Hilfe der Moderation von Talkmaster Robb der alten Zeiten gedacht. Dabei sind hier Zitate zusammengeschnitten. Hier reden Leute scheinbar miteinander, von denen der eine nie wusste, was der andere gesagt hat. Leute, die, während sie einzeln oder möglicherweise in kleineren Gruppen interviewt wurden, nicht aufeinander eingehen und nicht aufeinander reagieren konnten. Doch obwohl das problematisch ist und hier eine künstliche Punker-Solidarität geschaffen wird, die es so gar nicht gibt, funktioniert die Verschränkung der Interviews hier wunderbar.
John Robb legt hier in der Tat einen sehr lebendigen, anschaulichen und eindrücklichen Rückblick auf den britischen Punk vor, der "komplett aus den Erinnerungen und Gedanken derjenigen besteht, die damals aktiv waren und alles hautnah miterlebten" (Bracewell). Er lässt hauptsächlich Musiker, aber auch Veranstalter, Fanzine-Autoren und Fans zu Wort kommen. Sie erzählen, was sie zu Fans hat werden lassen, welche Musik sie vor Punk gehört haben, welches die besten Punkkonzerte waren und was sich auf ihnen abgespielt hat. Dass sich die Erinnerungen dabei zum Teil widersprechen, macht einen Reiz des Buches aus. Punk hat eben nicht nur eine einzige Geschichte, sondern setzt sich aus vielen individuellen Geschichten zusammen.
(Stefan Otto)
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