Potsdam Babelsberg - Der spezielle Reiseführer
Kinostart:
31.08.2005
Leserbewertung:
Noch nicht genügend Bewertungen
Ufastadt, DEFA-Stadt, Medienstadt Babelsberg
"Mir wurde", schrieb Guido Seeber 1930, "als technischer Leiter der damaligen Deutschen Bioskop-Gesellschaft (...) die Aufgabe zuteil, in der nahen Umgebung von Berlin ein geeignetes Gelände oder besser Gelände und Gebäude ausfindig zu machen, das für einen groß anzulegenden Filmbetrieb vorteilhaft erschien. Die mit allen Mitteln betriebene Umschau nach solchen Plätzen brachte mich unter anderem auch nach Neubabelsberg, wo auf einem völlig verwüsteten und keinen richtigen Zugang aufweisenden Grundstück ein seit längerer Zeit unbenutztes fabrikähnliches Gebäude stand. (...) Eine berufene Gesellschafterversammlung der damaligen G.m.b.H. faßte den Entschluß, dieses Gebäude für eine Filmfabrikation herzurichten und das erforderliche Atelier unmittelbar an das Gebäude anzubauen." Seit die Deutsche Bioskop 1912 das als Glashaus berühmt gewordene Filmatelier errichten ließ, ist Potsdam-Babelsberg ein Ort, der mit dem Film eng verbunden ist. Von 1921 bis 1945 war Babelsberg "Ufastadt", von ‘48 bis ‘91 Produktionsstandort der DEFA und heute firmiert das alte Studiogelände, das Guido Seeber für den Film entdeckte, als "Medienstadt Babelsberg".
Potsdam Babelsberg - der spezielle Reiseführer von Michaela Schubert und Wolfgang Bernschein trägt dieser äußerst interessanten - und in der Tat "speziellen" - Geschichte Rechnung ohne die außerfilmische Entwicklung des Stadtteils zu sehr zu vernachlässigen. Die Autoren schreiben von der Gründung und Erschließung Babelsbergs, von der Ufa im 1. und 2. Weltkrieg und in den Jahren dazwischen, von Stars wie Henny Porten und Marlene Dietrich, von Emigranten und Filmschaffenden, die blieben und "mitmachten". Sie geben einen Überblick über die Zeit der DEFA und über die Fortführung des Studiobetriebs nach Abwicklung der staatseigenen Filmproduktion. Sie stellen die alte Villenkolonie am Griebnitzsee mit ihren prominenten Bewohnern vor, den Filmpark mit allen seinen Attraktionen und den Schlosspark Babelsberg mit seinen beachtlichen Bauwerken. All dies ist kenntnisreich beschrieben. Schubert und Bernschein liefern historische Exkurse, recht ausführliche Hintergründe, vielsagende Anekdoten und stellen immer wieder interessante Querverbindungen zum internationalen Film her. Ihr (fast schon über-)reich bebilderter Reiseführer bietet eine spannende und kurzweilige Lektüre, auch für Leser, die zunächst nicht beabsichtigen, nach Potsdam zu reisen.
Gewöhnungsbedürftig, gleichwohl anregend sind die Tipps, die beinahe auf jeder zweiten Seite gegeben werden. Da werden DVDs, Ausflugsziele, Videos und Bücher empfohlen. Diese Tipps, wie auch das Kapitel über den Filmpark Babelsberg und die Hotel- und Restaurantempfehlungen am Buchende geben dem Buch einen etwas werblichen Charakter. Weiter fallen Formulierungsschwächen und Fehler auf. Es sollte eigentlich nicht notwendig sein, dass in einem so ansprechenden und weitgehend sorgfältig recherchierten Buch Bob Fosses Cabaret "Cabarett" geschrieben wird, Ingrid Bergman "Bergmann" und Wolfgang Liebeneiner durchgängig "Wolfgang Liebeneier".
(Stefan Otto)
Potsdam Babelsberg - der spezielle Reiseführer von Michaela Schubert und Wolfgang Bernschein trägt dieser äußerst interessanten - und in der Tat "speziellen" - Geschichte Rechnung ohne die außerfilmische Entwicklung des Stadtteils zu sehr zu vernachlässigen. Die Autoren schreiben von der Gründung und Erschließung Babelsbergs, von der Ufa im 1. und 2. Weltkrieg und in den Jahren dazwischen, von Stars wie Henny Porten und Marlene Dietrich, von Emigranten und Filmschaffenden, die blieben und "mitmachten". Sie geben einen Überblick über die Zeit der DEFA und über die Fortführung des Studiobetriebs nach Abwicklung der staatseigenen Filmproduktion. Sie stellen die alte Villenkolonie am Griebnitzsee mit ihren prominenten Bewohnern vor, den Filmpark mit allen seinen Attraktionen und den Schlosspark Babelsberg mit seinen beachtlichen Bauwerken. All dies ist kenntnisreich beschrieben. Schubert und Bernschein liefern historische Exkurse, recht ausführliche Hintergründe, vielsagende Anekdoten und stellen immer wieder interessante Querverbindungen zum internationalen Film her. Ihr (fast schon über-)reich bebilderter Reiseführer bietet eine spannende und kurzweilige Lektüre, auch für Leser, die zunächst nicht beabsichtigen, nach Potsdam zu reisen.
Gewöhnungsbedürftig, gleichwohl anregend sind die Tipps, die beinahe auf jeder zweiten Seite gegeben werden. Da werden DVDs, Ausflugsziele, Videos und Bücher empfohlen. Diese Tipps, wie auch das Kapitel über den Filmpark Babelsberg und die Hotel- und Restaurantempfehlungen am Buchende geben dem Buch einen etwas werblichen Charakter. Weiter fallen Formulierungsschwächen und Fehler auf. Es sollte eigentlich nicht notwendig sein, dass in einem so ansprechenden und weitgehend sorgfältig recherchierten Buch Bob Fosses Cabaret "Cabarett" geschrieben wird, Ingrid Bergman "Bergmann" und Wolfgang Liebeneiner durchgängig "Wolfgang Liebeneier".
(Stefan Otto)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Potsdam Babelsberg - Der spezielle Reiseführer
Erscheinungsdatum:
2005
Seiten:
298
Verlag:
Wolbern-Verlag
ISBN:
3-9808472-2-5
BEWERTUNG
Klicken Sie auf einen Stern, um Ihre Bewertung abzugeben.
MEINUNGEN
Ihre Meinung zu diesem Buch (Felder mit * müssen ausgefüllt sein)





