Popularkino als Ersatzkirche? Das Erfolgsprinzip aktueller Blockbuster
Kinostart:
23.07.2004
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Die Formel erfolgreicher Filme
Titanic, Terminator 2: Judgment Day, Cast Away und The Lion King - Marianne Skarics untersucht in ihrer Dissertation diese Blockbuster, um zu allgemeingültigen Erfolgskriterien für Mainstreamfilme zu gelangen. "Diese Arbeit", schreibt sie in ihrer Einleitung, "soll besonders erfolgreiche Filme des Popularkinos (...) dahingehend erforschen, was ihnen trotz verschiedenster Genres gemeinsam ist."
Die Autorin spannt in Popularkino als Ersatzkirche? Das Erfolgsprinzip aktueller Blockbuster den Bogen von Symbolen und Mythen, über charakteristische Sehnsüchte unserer Zeit bis hin zu Glaubenssystemen. Sie stellt sich der Frage, inwieweit Spielfilme menschliche Sehnsüchte aufzugreifen und eventuell sogar (ersatzweise) zu befriedigen vermögen. Dabei zeigt sie auf, dass die großen Hollywoodfilme unsere Sehnsüchte, Wünsche und Ängste unter Zuhilfenahme mythisch-symbolischer Gestaltungselemente beantworten. Kommerzieller Erfolg von Filmen resultiere, so die These von Skarics, "zu einem großen Teil aus deren Thematisierung eines gesellschaftlichen Konfliktes oder einer kollektiven Angst verbunden mit Identifikationsangeboten und dem Aufzeigen einer möglichen Lösung des Dilemmas." Erfolgreiche Mainstreamfilme übernehmen unauffällig und geschickt Funktionen traditioneller Religionen und fungieren somit als Substitut, als ‘Religionsersatz’. Sie etablieren ein eigenes Glaubenssystem und weisen in der Inszenierung religiöser Symbolwelten eine Kompetenz auf, die an den angestammten Orten christlicher Religions-Inszenierung oftmals fehlt. Die vier genannten Filme, die sie besonders hinsichtlich Fabel und Sujet, d.h. unter Vernachlässigung visueller Elemente analysiert, erzählen Geschichten von inneren Reisen, vom Aufbruch zu (spiritueller) Suche, der eine Veränderung und Besserung in Form von Transformation und Befreiung folgt. Das Thema von Titanic bis zu The Lion King ist die Notwendigkeit, auf die eigenen Gefühle, auf menschliche Werte und den Glauben an sich selbst zu vertrauen, um das Ziel, das Glück, die Erlösung zu erlangen. Die Filme erzählen von Läuterung und Wandlung, von Themen also, um die auch die großen Religionen kreisen.
"Gerade die Erzählungen des Popularfilms sind es", so Marianne Skarics, "in denen die Sehnsucht nach Antworten auf letzte Fragen Ausdruck findet und deren Glaubensaussagen so viele Menschen erreichen, während die Kirchen bei den Gottesdiensten zusehends leerer werden."
Die Autorin spannt in Popularkino als Ersatzkirche? Das Erfolgsprinzip aktueller Blockbuster den Bogen von Symbolen und Mythen, über charakteristische Sehnsüchte unserer Zeit bis hin zu Glaubenssystemen. Sie stellt sich der Frage, inwieweit Spielfilme menschliche Sehnsüchte aufzugreifen und eventuell sogar (ersatzweise) zu befriedigen vermögen. Dabei zeigt sie auf, dass die großen Hollywoodfilme unsere Sehnsüchte, Wünsche und Ängste unter Zuhilfenahme mythisch-symbolischer Gestaltungselemente beantworten. Kommerzieller Erfolg von Filmen resultiere, so die These von Skarics, "zu einem großen Teil aus deren Thematisierung eines gesellschaftlichen Konfliktes oder einer kollektiven Angst verbunden mit Identifikationsangeboten und dem Aufzeigen einer möglichen Lösung des Dilemmas." Erfolgreiche Mainstreamfilme übernehmen unauffällig und geschickt Funktionen traditioneller Religionen und fungieren somit als Substitut, als ‘Religionsersatz’. Sie etablieren ein eigenes Glaubenssystem und weisen in der Inszenierung religiöser Symbolwelten eine Kompetenz auf, die an den angestammten Orten christlicher Religions-Inszenierung oftmals fehlt. Die vier genannten Filme, die sie besonders hinsichtlich Fabel und Sujet, d.h. unter Vernachlässigung visueller Elemente analysiert, erzählen Geschichten von inneren Reisen, vom Aufbruch zu (spiritueller) Suche, der eine Veränderung und Besserung in Form von Transformation und Befreiung folgt. Das Thema von Titanic bis zu The Lion King ist die Notwendigkeit, auf die eigenen Gefühle, auf menschliche Werte und den Glauben an sich selbst zu vertrauen, um das Ziel, das Glück, die Erlösung zu erlangen. Die Filme erzählen von Läuterung und Wandlung, von Themen also, um die auch die großen Religionen kreisen.
"Gerade die Erzählungen des Popularfilms sind es", so Marianne Skarics, "in denen die Sehnsucht nach Antworten auf letzte Fragen Ausdruck findet und deren Glaubensaussagen so viele Menschen erreichen, während die Kirchen bei den Gottesdiensten zusehends leerer werden."
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Popularkino als Ersatzkirche? Das Erfolgsprinzip aktueller Blockbuster
Autor:
Marianne Skarics
Erscheinungsort:
Münster
Erscheinungsdatum:
2004
Seiten:
402
Verlag:
Lit Verlag
ISBN:
3-8258-7440-0
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