Peter Biskind: Easy Riders, Raging Bulls
Kinostart:
22.04.2004
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Wie die Sex Drugs and Rock n Roll Generation Hollywood rettete
Als in diesem Jahr auf der Berlinale die begleitende Retrospektive "New Hollywood 1967 – 1976 Trouble in Wonderland" gezeigt wurde, bedeutete dies für Filmenthusiasten ein Wiedersehen mit Kultklassikern der späten sechziger und frühen siebziger Jahre, aber auch die Erinnerung an eine ganze Reihe von zu Unrecht vergessenen Filmen aus der Zeit, als in Hollywood mit einem Male ALLES möglich erschien. Seit längerem bereits ist Peter Biskinds Buch Easy Riders, Raging Bulls DAS Standardwerk zu jener wilden Zeit Hollywoods, ein nahezu 900-seitiges Kompendium, das, wie die Süddeutsche Zeitung befand, "eine halbe Filmbibliothek" ersetzt.
Kenntnisreich schildert Biskind in seinem großartigen Sittengemälde, das in manchen Punkten an Kenneth Angers intime Skandalchronik Hollywood Babylon erinnert, den Aufstieg (und Fall) von Titanen und Außenseitern des Filmbiz wie Francis Ford Coppola, Martin Scorsese, Dennis Hopper, Warren Beatty; Hal Ashby, Robert Towne, Peter Bogdanovich, Paul Schrader, Terence Malick, Steven Spielberg und George Lucas, die angetreten waren, um eine eigene künstlerische Vision zu verwirklichen. Die schnellen Erfolge und die unglaublichen Renditen, die Filme wie Easy Rider, The Godfather und Bonnie and Clyde einbrachten, ließen sowohl die Egos als auch die Budgets vieler Regisseure über die Maßen anschwellen, so dass – ähnlich wie vor einigen Jahren in der New Economy – der Crash quasi vorprogrammiert war. Die Folgen davon, durchaus auch im Sinne der Reagan-Bush-Ära, die die liberale Carter-Administration ablöste, sind heute noch in den Kinos spürbar: Ein aufgeblähter Starkult, fragwürdige Marketing-Praktiken, die nach dem Startwochenende bereits darüber befinden, wie lange ein Film im Verwertungskreislauf bleibt und Filme, die mehr über die Profilierungssucht und die Profitgier der Produzenten als über die Ambitionen der Regisseure oder Drehbuchautoren erzählen.
Der Titel signalisiert neben zwei Schlüsselwerken der Zeit des New Hollywood zugleich die zeitlichen Rahmendaten von New Hollywood, von der Auferstehung einer neuen Generation von Filmemachern bis zum endgültigen Scheitern in einem Sumpf von Drogen, Hybris und den restaurativen Bestrebungen einer neuen Generation von Studiobossen, die die Macht von den Regisseuren zurückeroberten. Die einzigen wahren Überlebenden der Krise waren diejenigen, die sich anpassten – die Revolution frisst ihre Kinder. Ein absolut lesenswertes und unterhaltsames Buch, das eine Ahnung davon gibt, wie es hätte sein können und zeigt, wie dieser Traum zerbrach.
Kenntnisreich schildert Biskind in seinem großartigen Sittengemälde, das in manchen Punkten an Kenneth Angers intime Skandalchronik Hollywood Babylon erinnert, den Aufstieg (und Fall) von Titanen und Außenseitern des Filmbiz wie Francis Ford Coppola, Martin Scorsese, Dennis Hopper, Warren Beatty; Hal Ashby, Robert Towne, Peter Bogdanovich, Paul Schrader, Terence Malick, Steven Spielberg und George Lucas, die angetreten waren, um eine eigene künstlerische Vision zu verwirklichen. Die schnellen Erfolge und die unglaublichen Renditen, die Filme wie Easy Rider, The Godfather und Bonnie and Clyde einbrachten, ließen sowohl die Egos als auch die Budgets vieler Regisseure über die Maßen anschwellen, so dass – ähnlich wie vor einigen Jahren in der New Economy – der Crash quasi vorprogrammiert war. Die Folgen davon, durchaus auch im Sinne der Reagan-Bush-Ära, die die liberale Carter-Administration ablöste, sind heute noch in den Kinos spürbar: Ein aufgeblähter Starkult, fragwürdige Marketing-Praktiken, die nach dem Startwochenende bereits darüber befinden, wie lange ein Film im Verwertungskreislauf bleibt und Filme, die mehr über die Profilierungssucht und die Profitgier der Produzenten als über die Ambitionen der Regisseure oder Drehbuchautoren erzählen.
Der Titel signalisiert neben zwei Schlüsselwerken der Zeit des New Hollywood zugleich die zeitlichen Rahmendaten von New Hollywood, von der Auferstehung einer neuen Generation von Filmemachern bis zum endgültigen Scheitern in einem Sumpf von Drogen, Hybris und den restaurativen Bestrebungen einer neuen Generation von Studiobossen, die die Macht von den Regisseuren zurückeroberten. Die einzigen wahren Überlebenden der Krise waren diejenigen, die sich anpassten – die Revolution frisst ihre Kinder. Ein absolut lesenswertes und unterhaltsames Buch, das eine Ahnung davon gibt, wie es hätte sein können und zeigt, wie dieser Traum zerbrach.
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Peter Biskind: Easy Riders, Raging Bulls
Autor:
Peter Biskind
Erscheinungsort:
München
Erscheinungsdatum:
2004
Seiten:
848
Verlag:
Heyne Verlag
ISBN:
3-453-87785-3
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