Out of Chaos - Ein autobiografisches Bilderbuch
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Die Ausstellung Works 1969 - 2011 and the Yello Years, die Monografie Yello von Daniel Ryser und, vom Autor Meier selbst, die Bilderbücher Oskar Tiger und Out of Chaos. Was da aktuell läuft, zeigt: Im Herbst 2011 hat Dieter Meier wieder Konjunktur.
Der stilvolle Schweizer mit den Halstüchern und dem Oberlippenbart ist vor allem als Sänger der Band Yello bekannt, die er seit 1979 zusammen mit Boris Blank bildet. Ihre Single The Race wurde 1988 zur Titelmelodie der Musikvideosendung Formel Eins, immer samstags um 15 Uhr in der ARD. Der Bandname Yello ist auf dem Cover des großformatigen Buches gleich zweimal zu lesen, wohl damit man weiß, um wen es hier geht.
Um Blanks und Meiers "digitale Blaskapelle" und ihre Produkte von Solid Pleasure (1980) bis Touch (2009) geht es dann auf knapp 50 des mehr als 300 Seiten starken "autobiografischen Bilderbuches". Die übrigen 250 Seiten sind den geradezu unzähligen anderen Aktivitäten gewidmet, die Meier daneben betrieb. "Offensichtlich", schreibt er an geeigneter Stelle dazu, "blieb ich ein Akrobat des Scheiterns, der auf dem Weg, zu werden wie ein Kind, auch in fortgeschrittenem Alter fast zwanghaft Kunststücke vorführen musste, die sich der utilitaristischen Sinnstiftung entzogen und nur da waren, weil ich auch da war."
In Bild - und Text - sind Kämpfe Meiers als Golfer und Pokerspieler zu erleben, seine Existenzen als Säugling in den vierziger Jahren wie später als Vater sind nachzuvollziehen, Fotos, Zeichnungen, Skulpturen und Performances des Künstlers zu sehen, der beispielsweise tausende Metallstücke abzählte und in Tüten füllte, der Strecken abschritt oder willigen Passanten in New York City die Wörter "Yes" und "No" für jeweils einen Dollar abkaufte. Mehrere Seiten nutzt Meier prompt wieder für neue Werke, daneben erfährt man von den Aktionen seiner Association des Maîtres de Rien, von seinen unternehmerischen Geschäften wie von seiner Arbeit als Regisseur von Videoclips und der Filme 81'000 Units ("ein wild bewegtes Fresco aus Überblendungen und Einzelbildmontagen"), Jetzt und Alles mit Richy Müller "in der Rolle eines jungen Rocksängers (...), der auf der Suche nach Sinn zum Verbrecher wird" und Lightmaker, wo dem "Dreiviertel-Novizen Meier angesichts der Nummer, die er hier vom Stapel gerissen hatte, zunehmend flau zu Mute" wurde. Leider alles Filme, die leider kaum je einmal zu sehen sind.
Out of Chaos ist Dieter Meier in verschiedensten Rollen zu erleben. Es entsteht der Eindruck, er ist in erster Linie ein kreativer Schauspieler, der nie das Bewusstsein verliert, dass das, was er da tut, ein Spiel ist. Ein Spiel freilich, das ernsthaft betrieben werden will.
(Stefan Otto)
Der stilvolle Schweizer mit den Halstüchern und dem Oberlippenbart ist vor allem als Sänger der Band Yello bekannt, die er seit 1979 zusammen mit Boris Blank bildet. Ihre Single The Race wurde 1988 zur Titelmelodie der Musikvideosendung Formel Eins, immer samstags um 15 Uhr in der ARD. Der Bandname Yello ist auf dem Cover des großformatigen Buches gleich zweimal zu lesen, wohl damit man weiß, um wen es hier geht.
Um Blanks und Meiers "digitale Blaskapelle" und ihre Produkte von Solid Pleasure (1980) bis Touch (2009) geht es dann auf knapp 50 des mehr als 300 Seiten starken "autobiografischen Bilderbuches". Die übrigen 250 Seiten sind den geradezu unzähligen anderen Aktivitäten gewidmet, die Meier daneben betrieb. "Offensichtlich", schreibt er an geeigneter Stelle dazu, "blieb ich ein Akrobat des Scheiterns, der auf dem Weg, zu werden wie ein Kind, auch in fortgeschrittenem Alter fast zwanghaft Kunststücke vorführen musste, die sich der utilitaristischen Sinnstiftung entzogen und nur da waren, weil ich auch da war."
In Bild - und Text - sind Kämpfe Meiers als Golfer und Pokerspieler zu erleben, seine Existenzen als Säugling in den vierziger Jahren wie später als Vater sind nachzuvollziehen, Fotos, Zeichnungen, Skulpturen und Performances des Künstlers zu sehen, der beispielsweise tausende Metallstücke abzählte und in Tüten füllte, der Strecken abschritt oder willigen Passanten in New York City die Wörter "Yes" und "No" für jeweils einen Dollar abkaufte. Mehrere Seiten nutzt Meier prompt wieder für neue Werke, daneben erfährt man von den Aktionen seiner Association des Maîtres de Rien, von seinen unternehmerischen Geschäften wie von seiner Arbeit als Regisseur von Videoclips und der Filme 81'000 Units ("ein wild bewegtes Fresco aus Überblendungen und Einzelbildmontagen"), Jetzt und Alles mit Richy Müller "in der Rolle eines jungen Rocksängers (...), der auf der Suche nach Sinn zum Verbrecher wird" und Lightmaker, wo dem "Dreiviertel-Novizen Meier angesichts der Nummer, die er hier vom Stapel gerissen hatte, zunehmend flau zu Mute" wurde. Leider alles Filme, die leider kaum je einmal zu sehen sind.
Out of Chaos ist Dieter Meier in verschiedensten Rollen zu erleben. Es entsteht der Eindruck, er ist in erster Linie ein kreativer Schauspieler, der nie das Bewusstsein verliert, dass das, was er da tut, ein Spiel ist. Ein Spiel freilich, das ernsthaft betrieben werden will.
(Stefan Otto)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Out of Chaos - Ein autobiografisches Bilderbuch
Autor:
Dieter Meier
Erscheinungsort:
Hamburg
Erscheinungsdatum:
2011
Seiten:
328
Verlag:
Edel
ISBN:
978-3-8419-0103-3
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