Ottomar Domnicks Jonas - Entstehung eines Avantgardefilms
Kinostart:
07.11.2007
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Jonas, der im Jahre 2007 50 Jahre alt ist
"In der deutschen Filmgeschichte ist er bekannt und unbekannt zugleich. Etliche Filmwissenschaftler erwähnen weder den Film noch seinen Autor und Regisseur, wenn sie über das deutsche Kino der Fünfziger Jahre schreiben. Andere schätzen und bewundern den Außenseiter und Avantgardisten", schreibt Herausgeber Guntram Vogt in seinem Vorwort. "Der Film Jonas, den Ottomar Domnick zur Berlinale 1957 ins Kino brachte, gilt immer noch als Geheimtipp."
Vogt (Die Stadt im Kino) sichtete den schriftlichen Nachlass von Ottomar Domnick (1907-1989) und veröffentlicht nun ein Taschenbuch voller Materialien und Dokumente zu diesem Geheimtipp, der eigentlich keiner mehr ist oder es wenigstens nicht sein sollte. Hauptsächlich anhand von reproduzierten Manuskripten und Typoskripten, die er selbst nur zurückhaltend kommentiert, zeichnet Vogt die Entstehungs- und Wirkungsgeschichte von Jonas nach. Die Leser bekommen Notizen, Skizzen, Entwürfe, Briefe, Drehbuchseiten, Dialoglisten, Drehpläne sowie Fotos von den Dreharbeiten zu sehen und können sich auf diese Weise ein umfassendes Bild machen von den Vorbereitungen, die der Autor, Produzent und Regisseur Domnick ganz im Alleingang traf, von Domnicks geistigem Umfeld, von seinen Berührungen mit dem Film, der Bildenden Kunst und der Literatur. Guntram Vogt spricht an einer Stelle von einer "mühsamen Annäherung" Domnicks "aus teilweise konventionell erscheinenden Anfängen" an ein hochgestecktes Ziel. Genau sind mit Hilfe des Buches die Gedanken zu erkennen und nachzuvollziehen, die Domnick und andere sich machten. Die Suche nach dem Hauptdarsteller, bevor Robert Graf gefunden wird, die Suche nach einem Regisseur, bevor Domnick selbst diese Aufgabe übernimmt. Der Schnitt, die Musik, der Kommentar von Hans Magnus Enzensberger, die Uraufführung und die Nachbearbeitung - die Fragen und Probleme, die all diese Aspekte bei der Produktion von Jonas aufwarfen, können anhand des vorliegenden Buches nachvollzogen werden.
Und auch die Reaktion der Kritik. "Man kann sich lange über Jonas streiten, und man tut es", kann man zum Beispiel in einem reproduzierten Artikel der Süddeutschen Zeitung von 1957 lesen, "die Tatsache aber, dass er entstehen konnte und läuft, lässt auf die latenten Kräfte und Möglichkeiten des Filmemachens in unserem Land ermunternde Schlüsse zu. Was freilich nicht heißen soll, es sollten jetzt lauter Filme à la Jonas gemacht werden, voller Rätsel, Neurosen und Hüte ... Das wäre schrecklich. Jonas jedoch wird in die Filmgeschichte eingehen - als der mutigste, einsamste und unwiederholbarste deutsche Film unserer Tage."
(Stefan Otto)
Vogt (Die Stadt im Kino) sichtete den schriftlichen Nachlass von Ottomar Domnick (1907-1989) und veröffentlicht nun ein Taschenbuch voller Materialien und Dokumente zu diesem Geheimtipp, der eigentlich keiner mehr ist oder es wenigstens nicht sein sollte. Hauptsächlich anhand von reproduzierten Manuskripten und Typoskripten, die er selbst nur zurückhaltend kommentiert, zeichnet Vogt die Entstehungs- und Wirkungsgeschichte von Jonas nach. Die Leser bekommen Notizen, Skizzen, Entwürfe, Briefe, Drehbuchseiten, Dialoglisten, Drehpläne sowie Fotos von den Dreharbeiten zu sehen und können sich auf diese Weise ein umfassendes Bild machen von den Vorbereitungen, die der Autor, Produzent und Regisseur Domnick ganz im Alleingang traf, von Domnicks geistigem Umfeld, von seinen Berührungen mit dem Film, der Bildenden Kunst und der Literatur. Guntram Vogt spricht an einer Stelle von einer "mühsamen Annäherung" Domnicks "aus teilweise konventionell erscheinenden Anfängen" an ein hochgestecktes Ziel. Genau sind mit Hilfe des Buches die Gedanken zu erkennen und nachzuvollziehen, die Domnick und andere sich machten. Die Suche nach dem Hauptdarsteller, bevor Robert Graf gefunden wird, die Suche nach einem Regisseur, bevor Domnick selbst diese Aufgabe übernimmt. Der Schnitt, die Musik, der Kommentar von Hans Magnus Enzensberger, die Uraufführung und die Nachbearbeitung - die Fragen und Probleme, die all diese Aspekte bei der Produktion von Jonas aufwarfen, können anhand des vorliegenden Buches nachvollzogen werden.
Und auch die Reaktion der Kritik. "Man kann sich lange über Jonas streiten, und man tut es", kann man zum Beispiel in einem reproduzierten Artikel der Süddeutschen Zeitung von 1957 lesen, "die Tatsache aber, dass er entstehen konnte und läuft, lässt auf die latenten Kräfte und Möglichkeiten des Filmemachens in unserem Land ermunternde Schlüsse zu. Was freilich nicht heißen soll, es sollten jetzt lauter Filme à la Jonas gemacht werden, voller Rätsel, Neurosen und Hüte ... Das wäre schrecklich. Jonas jedoch wird in die Filmgeschichte eingehen - als der mutigste, einsamste und unwiederholbarste deutsche Film unserer Tage."
(Stefan Otto)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Ottomar Domnicks Jonas - Entstehung eines Avantgardefilms
Autor:
Guntram Vogt (Hg.)
Erscheinungsort:
Stuttgart
Erscheinungsdatum:
2007
Seiten:
286
Verlag:
ibidem Verlag
ISBN:
978-3-89821-597-8
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