Optische Magie. Zur Geschichte der visuellen Medien in der Frühen Neuzeit
Kinostart:
07.12.2004
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Visuelle Medien des Barock
Nicole Gronemeyer befasst sich in ihrer Dissertation mit der sogenannten "optischen Magie" des 17. Jahrhunderts. Die Bezeichnung "magia optica" wurde von verschiedenen zeitgenössischen Autoren gewählt, die Anleitungen publizierten, in denen sie die Kenntnisse der optischen Gesetzmäßigkeiten nutzten, um sie zu "Kunstübungen" zu formen, zu kunstfertigen Inszenierungen, mit denen ein Publikum in Erstaunen versetzt und unterhalten, aber auch gebildet, also über den Weg der Anschaulichkeit zum Verständnis der Ursachen der Erscheinungen bewegt werden sollte. Zu diesem Zweck wurde von den Vertretern der optischen Magie eine Reihe von neuartigen Techniken und Instrumenten beschrieben und eingesetzt, darunter Spiegel und geschliffene Gläser, Fernglas und Camera obscura, Laterna magica und Anamorphose. Sie wurden zu medialen Anordnungen geformt, in denen Bilder erzeugt wurden, die sich nicht mit dem alltäglichen Verständnis des Betrachters erschließen und erklären ließen. Die Präsentationen der optischen Magie waren Teil einer barocken Faszination am Schein, die sich zwischen Schaulust, Repräsentation und Manipulation bewegte.
Die Autorin benennt die Verfasser, Themen und Quellen der künstlichen und der optischen Magie und beschreibt sie als populäre und anwendungsbezogene Formen der Naturforschung. Kenntnisreich legt sie die wissensgeschichtlichen Hintergründe dar, vor denen sich die optische Illusionierung herausbilden konnte. Sie erläutert anschaulich den medien- und kulturgeschichtlichen Kontext des 17. Jahrhunderts und das Nachleben der künstlichen Magie in der Romantik, die das barocke Erbe antrat, aber auch auf künftige Bilderwelten verwies.
Die Texte zur optischen Magie von Giambattista della Porta, Mario Bettini, Athanasius Kircher, Gaspar Schott und anderen überwiegend jesuitischen Autoren entzogen sich bislang noch den literatur- oder naturwissenschaftlichen Disziplinen und waren kaum bekannt. Ein großes Verdienst des Buches von Nicole Gronemeyer ist es, sie der Forschung zu erschließen und sie in die Geschichte der visuellen Medien einzuordnen.
(Stefan Otto)
Die Autorin benennt die Verfasser, Themen und Quellen der künstlichen und der optischen Magie und beschreibt sie als populäre und anwendungsbezogene Formen der Naturforschung. Kenntnisreich legt sie die wissensgeschichtlichen Hintergründe dar, vor denen sich die optische Illusionierung herausbilden konnte. Sie erläutert anschaulich den medien- und kulturgeschichtlichen Kontext des 17. Jahrhunderts und das Nachleben der künstlichen Magie in der Romantik, die das barocke Erbe antrat, aber auch auf künftige Bilderwelten verwies.
Die Texte zur optischen Magie von Giambattista della Porta, Mario Bettini, Athanasius Kircher, Gaspar Schott und anderen überwiegend jesuitischen Autoren entzogen sich bislang noch den literatur- oder naturwissenschaftlichen Disziplinen und waren kaum bekannt. Ein großes Verdienst des Buches von Nicole Gronemeyer ist es, sie der Forschung zu erschließen und sie in die Geschichte der visuellen Medien einzuordnen.
(Stefan Otto)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Optische Magie. Zur Geschichte der visuellen Medien in der Frühen Neuzeit
Autor:
Nicole Gronemeyer
Erscheinungsort:
Bielefeld
Erscheinungsdatum:
2004
Seiten:
238
Verlag:
transcript Verlag
ISBN:
3-89942-240-6
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