Der öffentliche Mann
"Wo ich ging und stand, wurde ich von Paparazzi verfolgt", beschreibt Heiner Lauterbach die Zeit der Trennung von Jenny Elvers. "Sie hatten sich vor der Hauseinfahrt postiert und schlichen um das Grundstück rum. Einige hingen sogar in den Bäumen des benachbarten Waldes, um das Haus und alle, die dort ein und aus gingen, besser fotografieren zu können. (...) Einmal saß ich mit Franjo auf der Terrasse, als wir wieder ein paar Fotografen in die Bäume klettern sahen. Ich holte meinen Schreckschussrevolver und schoss mit ihm in Richtung der Journalisten. Wie die Sackratten sprangen und purzelten sie von den Bäumen, dass Franjo und ich schon wieder lachen mussten."
In der Rolle von Axel Springer, den er im TV-Zweiteiler Der Verleger spielte, konnte Heiner Lauterbach dann erkennen, so schreibt er, "wie nervtötend manche Aktionen der extrovertierten Promis waren, die einerseits alles in Bewegung setzten, um aufzufallen, sich aber dann beklagten, wenn sie es taten." So kann er heute die Zeit mit Jenny Elvers resümieren: "Ganz sicher hatten wir uns zu sehr an der öffentlichen Meinung orientiert. Hatten ein zu sehr nach außen gekehrtes Leben geführt und die wirklich wichtigen Dinge wie Leidenschaft und Vertrauen vernachlässigt. Ich hatte den furchtbaren Fehler gemacht, mehr an den Schein zu denken, anstatt mein Sein zu leben. Das Ergebnis ist dann ein Leben an der äußersten Oberfläche. Jedes Handeln wird bestimmt von der erhofften Wirkung, die es haben soll, und nicht von ehrlichen und integren Überlegungen. Man bewegt und definiert sich fernab jeglicher Realität in einer Art Kokon, gewoben aus Schlagzeilen, Intrigen und anderen scheinbaren Wichtigkeiten."
Die Veröffentlichung der Lauterbach-Autobiografie Nichts ausgelassen wurde nun wieder begleitet von Schlagzeilen und "anderen scheinbaren Wichtigkeiten." Lauterbachs Leben findet viel Echo in den Medien, Illustrierten widmen ihm lange Strecken, der Autor selbst gibt Interview nach Interview, er sitzt bei Wetten, dass ...? auf dem Sofa und bei Beckmann am Tisch, und in der Bild-Zeitung wurde sein Buch zur Genüge vorabgedruckt. Wieder versucht Lauterbach zu steuern, wie und was über ihn berichtet wird. Er hat die Exklusivrechte an seiner Hochzeit mit Viktoria an eine Zeitung verkauft und ein Foto von Viktoria und der gemeinsamen Tochter Maya beschließt die Schilderung seines Lebens. Ist Nichts ausgelassen nicht einfach eine weitere Aktion eines "extrovertierten Promis"?
(Stefan Otto)
In der Rolle von Axel Springer, den er im TV-Zweiteiler Der Verleger spielte, konnte Heiner Lauterbach dann erkennen, so schreibt er, "wie nervtötend manche Aktionen der extrovertierten Promis waren, die einerseits alles in Bewegung setzten, um aufzufallen, sich aber dann beklagten, wenn sie es taten." So kann er heute die Zeit mit Jenny Elvers resümieren: "Ganz sicher hatten wir uns zu sehr an der öffentlichen Meinung orientiert. Hatten ein zu sehr nach außen gekehrtes Leben geführt und die wirklich wichtigen Dinge wie Leidenschaft und Vertrauen vernachlässigt. Ich hatte den furchtbaren Fehler gemacht, mehr an den Schein zu denken, anstatt mein Sein zu leben. Das Ergebnis ist dann ein Leben an der äußersten Oberfläche. Jedes Handeln wird bestimmt von der erhofften Wirkung, die es haben soll, und nicht von ehrlichen und integren Überlegungen. Man bewegt und definiert sich fernab jeglicher Realität in einer Art Kokon, gewoben aus Schlagzeilen, Intrigen und anderen scheinbaren Wichtigkeiten."
Die Veröffentlichung der Lauterbach-Autobiografie Nichts ausgelassen wurde nun wieder begleitet von Schlagzeilen und "anderen scheinbaren Wichtigkeiten." Lauterbachs Leben findet viel Echo in den Medien, Illustrierten widmen ihm lange Strecken, der Autor selbst gibt Interview nach Interview, er sitzt bei Wetten, dass ...? auf dem Sofa und bei Beckmann am Tisch, und in der Bild-Zeitung wurde sein Buch zur Genüge vorabgedruckt. Wieder versucht Lauterbach zu steuern, wie und was über ihn berichtet wird. Er hat die Exklusivrechte an seiner Hochzeit mit Viktoria an eine Zeitung verkauft und ein Foto von Viktoria und der gemeinsamen Tochter Maya beschließt die Schilderung seines Lebens. Ist Nichts ausgelassen nicht einfach eine weitere Aktion eines "extrovertierten Promis"?
(Stefan Otto)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Nichts ausgelassen
Autor:
Heiner Lauterbach
Erscheinungsort:
München
Erscheinungsdatum:
2006
Seiten:
448
Verlag:
Droemer
ISBN:
3-426-27383-7
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