Michael Haneke und seine Filme: Eine Pathologie der Konsumgesellschaft
Kinostart:
01.12.2005
Leserbewertung:
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Hommage an einer unbequemen Geist
Er gehört zu den umstrittensten, streithaftesten und innovativsten Filmemachern der Gegenwart und sein filmisches Œuvre ragt aus der Masse einfallslosen und konventionell gedrehten Kino-Dutzendware meterweit heraus. Seine Filme zählen in ihrer radikalen Ablehnung herkömmlicher narrativer Strukturen und in ihrer thematischen Setzung mit Sicherheit zu den großen Filmkunstwerken unserer Zeit und sind dieser noch öfter voraus. Der Lohn für diese konsequente Haltung sind Dutzende von Festivalauszeichnungen und Preise, wie etwa in diesem Jahr mit Caché bei den Filmfestspielen von Cannes der Preis für den besten Film. Insofern verwundert es doch ein wenig, dass erst vor kurzem das erste umfassende Buch mit dem Titel Michael Haneke und seine Filme: Eine Pathologie der Konsumgesellschaft über den österreichischen Ausnahmeregisseur veröffentlicht wurde, nachdem ältere Analysen seiner Filme bereits seit Jahren nicht mehr erhältlich sind. Doch umso erfreulicher ist das Buch geworden, dass Filminteressierten und Fans Hanekes gleichermaßen dessen Werk und Person näher bringt.
Interessant wird das Buch vor allem durch die Vielzahl von Stimmen, denn es sind insgesamt sage und schreibe 19 unterschiedliche Autoren, die hier zu Wort kommen und in kurzen, meist gut lesbaren und nur selten ins allzu Wissenschaftliche abgleitenden Essays jeweils andere Blickwinkel auf Haneke und seine Filme repräsentieren. Unter den Beiträgen nehmen die Texte österreichischer Autoren naturgemäß den größten Raum ein, aber auch bekannte Filmjournalisten wie Andreas Kilb und Georg Seeßlen sind dem Phänomen Haneke auf den Leib gerückt. Dabei ist es erstaunlich und erfreulich, wie gut die Mischung der verschiedenen Autoren und Texte in diesem Buch gelingt und wie die einzelnen Teile sich gegenseitig ergänzen, kommentieren und widersprechen, fast so, als habe der Meister des Fragmentarischen selbst den „Schnitt“ des Buches besorgt. Ein überaus anregendes und lesenswertes Buch über einen unbequemen Geist, den es immer wieder aufs Neue zu entdecken gilt.
Interessant wird das Buch vor allem durch die Vielzahl von Stimmen, denn es sind insgesamt sage und schreibe 19 unterschiedliche Autoren, die hier zu Wort kommen und in kurzen, meist gut lesbaren und nur selten ins allzu Wissenschaftliche abgleitenden Essays jeweils andere Blickwinkel auf Haneke und seine Filme repräsentieren. Unter den Beiträgen nehmen die Texte österreichischer Autoren naturgemäß den größten Raum ein, aber auch bekannte Filmjournalisten wie Andreas Kilb und Georg Seeßlen sind dem Phänomen Haneke auf den Leib gerückt. Dabei ist es erstaunlich und erfreulich, wie gut die Mischung der verschiedenen Autoren und Texte in diesem Buch gelingt und wie die einzelnen Teile sich gegenseitig ergänzen, kommentieren und widersprechen, fast so, als habe der Meister des Fragmentarischen selbst den „Schnitt“ des Buches besorgt. Ein überaus anregendes und lesenswertes Buch über einen unbequemen Geist, den es immer wieder aufs Neue zu entdecken gilt.
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Michael Haneke und seine Filme: Eine Pathologie der Konsumgesellschaft
Erscheinungsort:
Marburg
Erscheinungsdatum:
2005
Seiten:
376
Verlag:
Schüren Presseverlag
ISBN:
3-89472-402-1
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