Goebbels' Reich
Der Sammelband Medien im Nationalsozialismus geht zurück auf eine Tagung, die die Hessische Landeszentrale für Politische Bildung in Zusammenarbeit mit dem Hessischen Rundfunk im Herbst 2007 in Frankfurt/Main durchführte. Er enthält dreizehn Beiträge, die sich mit dem NS-Film, dem NS-Hörfunk und der NS-Presse befassen.
Gewissermaßen als persönliche Fallbeispiele porträtiert er darüber hinaus drei Deutsche, die in der damaligen Medienlandschaft stetig präsent waren: Joseph Goebbels, Heinrich George und Heinz Rühmann. Bei allen dreien, auch bei Goebbels, unternehmen die Autoren den Versuch, die individuellen Persönlichkeiten in ihrer Komplexität und Widersprüchlichkeit zu erfassen. Torsten Körner konzentriert sich dabei in Fragezeichen und Lesarten - Anmerkungen zu Heinz Rühmanns Rolle und Rollen im Dritten Reich besonders auf die Scheidung Rühmanns von seiner ersten Frau, der Jüdin Maria Bernheim, und seine prominente Mitwirkung in der Feuerzangenbowle (1944).
Ulrike Bartels liefert in ihrem Beitrag Zwischen Anspruch und Wirklichkeit: Die Wochenschau als Propagandainstrument im Dritten Reich einen ausführlichen Überblick über die Kinonachrichten als ein zentrales Medium der NS-Propaganda, das bei Goebbels und Hitler höchste Priorität hatte. Gerhard Paul analysiert mit Feuertaufe (1940) den ersten klassischen NS-Kriegsfilm.
Jörg Koch behandelt in seinem Beitrag das Wunschkonzert als bekannteste Radiosendung ihrer Zeit, die zwischen 1936 und 1941 immer im Winterhalbjahr jeden Sonntagnachmittag ausgestrahlt wurde. Die gebotene bunte Mischung aus Unterhaltungsmusik, gesprochenen Einlagen, Sketchen, Ansagen militärischer oder privater Natur und dem Auftritt prominenter Gäste war ein erfolgreiches Konzept, das wie die Schlager jener Zeit noch lange nach dem Krieg weiterlebte.
Insgesamt bietet das Buch einen weiten Blick auf die deutsche Presse, das deutsche Kino und Radio von 1933-1945. Es ist eine anregende Einführung in die Mediengeschichte der Zeit.
(Stefan Otto)
Gewissermaßen als persönliche Fallbeispiele porträtiert er darüber hinaus drei Deutsche, die in der damaligen Medienlandschaft stetig präsent waren: Joseph Goebbels, Heinrich George und Heinz Rühmann. Bei allen dreien, auch bei Goebbels, unternehmen die Autoren den Versuch, die individuellen Persönlichkeiten in ihrer Komplexität und Widersprüchlichkeit zu erfassen. Torsten Körner konzentriert sich dabei in Fragezeichen und Lesarten - Anmerkungen zu Heinz Rühmanns Rolle und Rollen im Dritten Reich besonders auf die Scheidung Rühmanns von seiner ersten Frau, der Jüdin Maria Bernheim, und seine prominente Mitwirkung in der Feuerzangenbowle (1944).
Ulrike Bartels liefert in ihrem Beitrag Zwischen Anspruch und Wirklichkeit: Die Wochenschau als Propagandainstrument im Dritten Reich einen ausführlichen Überblick über die Kinonachrichten als ein zentrales Medium der NS-Propaganda, das bei Goebbels und Hitler höchste Priorität hatte. Gerhard Paul analysiert mit Feuertaufe (1940) den ersten klassischen NS-Kriegsfilm.
Jörg Koch behandelt in seinem Beitrag das Wunschkonzert als bekannteste Radiosendung ihrer Zeit, die zwischen 1936 und 1941 immer im Winterhalbjahr jeden Sonntagnachmittag ausgestrahlt wurde. Die gebotene bunte Mischung aus Unterhaltungsmusik, gesprochenen Einlagen, Sketchen, Ansagen militärischer oder privater Natur und dem Auftritt prominenter Gäste war ein erfolgreiches Konzept, das wie die Schlager jener Zeit noch lange nach dem Krieg weiterlebte.
Insgesamt bietet das Buch einen weiten Blick auf die deutsche Presse, das deutsche Kino und Radio von 1933-1945. Es ist eine anregende Einführung in die Mediengeschichte der Zeit.
(Stefan Otto)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Medien im Nationalsozialismus
Autor:
Bernd Heidenreich, Sönke Neitzel
Erscheinungsort:
Paderborn
Erscheinungsdatum:
2010
Seiten:
373
Verlag:
Ferdinand Schöningh
ISBN:
978-3-506-76710-3
BEWERTUNG
Klicken Sie auf einen Stern, um Ihre Bewertung abzugeben.
MEINUNGEN
Ihre Meinung zu diesem Buch (Felder mit * müssen ausgefüllt sein)





