Man of Plenty - Wim Wenders
Kinostart:
16.12.2005
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Wim Wenders ist 60 geworden
Im August feierte Wim Wenders seinen Geburtstag. Nicht irgendeinen, nein den 60. Und es scheint, als seien alle deutschen Kritikerstimmen mit einem mal verstummt. Als seien all die kritischen und ab und an unsanften Kommentare vergessen. Ab sofort wird er nur noch all überall gelobt, geehrt und immer wieder gerne eingeladen. Wim Wenders der Talkshowgast – kaum eine Couch, kaum ein Sessel auf dem er nicht Platz nehmen durfte in diesem Jahr. Und angesichts der zahlreichen Lobeshymnen auf sein Lebenswerk scheint es geradezu unausweichlich, dem großen Filmemacher anlässlich seines Jubiläums eine Art Festschrift zu widmen – so deutsch und auch so bildungsbürgerlich. Und so ist im Schüren Verlag pünktlich zum Runden die Schriftensammlung Man of Plenty – Wim Wenders erschienen, die Menschen Raum gibt über Wim Wenders zu schreiben. Menschen, die ihn kennen – beruflich, privat oder sogar beides.
In einem allzu pathetisch geratenen Vorwort von Volker Behrens durchschreitet der Herausgeber in Siebenmeilenstiefeln die wichtigsten Stationen der Wenderschen Biographie: „Schon früh zählte Wenders zusammen mit Rainer Werner Fassbinder, Werner Herzog und Volker Schlöndorff zu den Repräsentanten des neuen Deutschen Kinos, das auch im Ausland Beachtung fand und mit Preisen bedacht wurde.“ Und schließt mit einer kurzen Zusammenfassung, was den Leser in der Schriftensammlung erwartet: Hark Bohm wirft „einen Blick zurück auf die Frühzeit der deutschen Autorenfilmer“, „Michael Töteberg untersucht, wie sich das Amerikabild in den Filmen des Regisseurs im Laufe der Zeit verändert hat. Die Arbeit des Dokumentarfilmers hat Michael Ranze analysiert. Petra Grimm hat in Land of Plenty Spuren einer Utopie und eines religiösen Weltentwurfs gefunden. Guntram Vogt beschäftigt sich mit The Million Dollar Hotel. Hubertus von Ameluxen nimmt den Fotografen Wenders unter die Lupe.“ Und nach einem Exkurs über Don’t come knocking kommt am Schluss sogar der Meister selbst noch einmal zu Wort und sinniert in einem netten Gespräch über seine Filme, seinen künstlerischen Werdegang und natürlich – ganz Wenders eben – über Musik und wie sie die Welt bewegen kann.
Die Beiträge in Man of Plenty sind mal mehr, mal weniger gelungen. Wirklich gut geglückt – vielleicht weil ganz unprätentiös und ohne jegliche Fußnote auskommend – ist Wolfgang Niedeckens Beitrag über den Freund Wim Wenders. Spätestens hierbei erfährt der Leser, wenn er es nicht ohnehin schon wusste, dass Wim die meisten der Videos von Wolfgang gedreht hat, wie Wenders eigentlich als Freund so ist, wie es ist mit ihm Projekte in Angriff zu nehmen und worüber man sich mit ihm den lieben langen Tag unterhalten kann. Stichwort für Stichwort erwächst dabei der Mensch Wenders zu voller Gestalt, weil Niedecken es schafft, mit wenigen Worten und Schachtelsätzen ein sehr persönliches und sympathisches Bild von dem Filmemacher zu zeichnen. Dass die gesammelten Schriften von einer Bibliographie und vor allem der Wenderschen Filmographie abgerundet werden, wird bei einem Werk wie diesem erwartet. Ist also nicht weiter erwähnenswert und gibt sicher nicht den Ausschlag bei der Kaufentscheidung.
Alles in allem ist Man of Plenty ein Buch für Wenders Fans. Eine nette Ergänzung im Bücherregal, wenn man schon alles andere gelesen hat.
(Jasmin Haery)
In einem allzu pathetisch geratenen Vorwort von Volker Behrens durchschreitet der Herausgeber in Siebenmeilenstiefeln die wichtigsten Stationen der Wenderschen Biographie: „Schon früh zählte Wenders zusammen mit Rainer Werner Fassbinder, Werner Herzog und Volker Schlöndorff zu den Repräsentanten des neuen Deutschen Kinos, das auch im Ausland Beachtung fand und mit Preisen bedacht wurde.“ Und schließt mit einer kurzen Zusammenfassung, was den Leser in der Schriftensammlung erwartet: Hark Bohm wirft „einen Blick zurück auf die Frühzeit der deutschen Autorenfilmer“, „Michael Töteberg untersucht, wie sich das Amerikabild in den Filmen des Regisseurs im Laufe der Zeit verändert hat. Die Arbeit des Dokumentarfilmers hat Michael Ranze analysiert. Petra Grimm hat in Land of Plenty Spuren einer Utopie und eines religiösen Weltentwurfs gefunden. Guntram Vogt beschäftigt sich mit The Million Dollar Hotel. Hubertus von Ameluxen nimmt den Fotografen Wenders unter die Lupe.“ Und nach einem Exkurs über Don’t come knocking kommt am Schluss sogar der Meister selbst noch einmal zu Wort und sinniert in einem netten Gespräch über seine Filme, seinen künstlerischen Werdegang und natürlich – ganz Wenders eben – über Musik und wie sie die Welt bewegen kann.
Die Beiträge in Man of Plenty sind mal mehr, mal weniger gelungen. Wirklich gut geglückt – vielleicht weil ganz unprätentiös und ohne jegliche Fußnote auskommend – ist Wolfgang Niedeckens Beitrag über den Freund Wim Wenders. Spätestens hierbei erfährt der Leser, wenn er es nicht ohnehin schon wusste, dass Wim die meisten der Videos von Wolfgang gedreht hat, wie Wenders eigentlich als Freund so ist, wie es ist mit ihm Projekte in Angriff zu nehmen und worüber man sich mit ihm den lieben langen Tag unterhalten kann. Stichwort für Stichwort erwächst dabei der Mensch Wenders zu voller Gestalt, weil Niedecken es schafft, mit wenigen Worten und Schachtelsätzen ein sehr persönliches und sympathisches Bild von dem Filmemacher zu zeichnen. Dass die gesammelten Schriften von einer Bibliographie und vor allem der Wenderschen Filmographie abgerundet werden, wird bei einem Werk wie diesem erwartet. Ist also nicht weiter erwähnenswert und gibt sicher nicht den Ausschlag bei der Kaufentscheidung.
Alles in allem ist Man of Plenty ein Buch für Wenders Fans. Eine nette Ergänzung im Bücherregal, wenn man schon alles andere gelesen hat.
(Jasmin Haery)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Man of Plenty - Wim Wenders
Autor:
Volker Behrens (Hg.)
Erscheinungsort:
Marburg
Erscheinungsdatum:
2005
Seiten:
160
Verlag:
Schüren Verlag / Arte Edition
ISBN:
3-89472-407-2
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