Mädchen, Machos und Moneten - Die unglaubliche Geschichte des Schweizer Kinounternehmers Erwin C. Dietrich
Kinostart:
08.03.2007
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Schweizer Exploitation
"Irgendwie hatte das Einzelkind Erwin Erfolg mit seinem Projekt, mit Spielfilmen Geld zu machen. Er ist heute wohlhabend und lebt in einem ansehnlichen Haus. Doch irgendwie funktionierte das Ganze auch nicht. Gesellschaftliches Ansehen brachte ihm sein Erfolg nicht und die Familie wurde vom Film absorbiert. Die Filmgeschichte hat ihn fast vergessen." Wären da nicht Benedikt Eppenberger und Daniel Stapfer, die keine Scheu vor dem häufig vorschnell ignorierten Gegenstand "Trash"-Kino haben und dem Schweizer Filmproduzenten Erwin C. Dietrich nun ein würdigendes, großformatiges Hochglanzbuch widmen. Ihr Mädchen, Machos und Moneten liefert eine umfassende Darstellung der Filme Dietrichs, basierend auf ausführlichen Gesprächen mit dem Produzenten, reich bebildert und ausgestattet mit einer sehr gut recherchierten, über hundert Werke umfassenden Filmografie.
Die Autoren haben eine überbordende Story zu erzählen: die Geschichte vom Aufstieg eines Schweizer Autodidakten zum "Global Player" im exploitativen Filmbusiness der wilden Siebzigerjahre. Eine wahre und annähernd wahnwitzige Geschichte mit edlen Pfarrern, blutjungen Verführerinnen und abgebrühten Söldnern.
Stets darauf bedacht, zu sparen, möglichst keine Risiken einzugehen und routiniert auf bereits fahrende Züge aufzuspringen, begann Dietrich (geb. 1930) im Schweizer Heimatfilm, ritt mit einigen Thrillern auf der Wallace-Welle mit, bevor er Geschäfte mit Busenschauen machte. Mit Die Nichten der Frau Oberst landete er 1968 einen überragenden kommerziellen Erfolg und dann ging es über ein Jahrzehnt lang um Mädchen in allen möglichen Stellungen. Er machte pseudo-aufklärerische Filme (Geschlechtskrankheiten heute), nutzte die Namen populärer Autoren, Titel und Gestalten (Django Nudo und die lüsternen Mädchen von Porno-Hill, Die Sex-Abenteuer der drei Musketiere) und fand zum "Frauen hinter Gittern"-Genre (Frauen für Zellen-Block 9), bevor er den Schritt zum Kriegs- und Söldner-Film (Die Wildgänse kommen) ging.
Dietrich ist ein Produzent, so zeigt es sich in Mädchen, Machos und Moneten, dessen Vorgehen Gemeinsamkeiten aufweist mit Roger Corman, "Atze" Brauner und dem "Schulmädchenreporter" Wolf C. Hartwig. Die Autoren verorten seine Produktionen unter den übrigen mehr oder weniger exploitativen Filmen ihrer Zeit und liefern, auch wenn es zuvorderst um die Schweiz geht, eine große, sehr beachtliche internationale Zeit- und Sittengeschichte des exploitativen Kinos überhaupt.
(Stefan Otto)
Die Autoren haben eine überbordende Story zu erzählen: die Geschichte vom Aufstieg eines Schweizer Autodidakten zum "Global Player" im exploitativen Filmbusiness der wilden Siebzigerjahre. Eine wahre und annähernd wahnwitzige Geschichte mit edlen Pfarrern, blutjungen Verführerinnen und abgebrühten Söldnern.
Stets darauf bedacht, zu sparen, möglichst keine Risiken einzugehen und routiniert auf bereits fahrende Züge aufzuspringen, begann Dietrich (geb. 1930) im Schweizer Heimatfilm, ritt mit einigen Thrillern auf der Wallace-Welle mit, bevor er Geschäfte mit Busenschauen machte. Mit Die Nichten der Frau Oberst landete er 1968 einen überragenden kommerziellen Erfolg und dann ging es über ein Jahrzehnt lang um Mädchen in allen möglichen Stellungen. Er machte pseudo-aufklärerische Filme (Geschlechtskrankheiten heute), nutzte die Namen populärer Autoren, Titel und Gestalten (Django Nudo und die lüsternen Mädchen von Porno-Hill, Die Sex-Abenteuer der drei Musketiere) und fand zum "Frauen hinter Gittern"-Genre (Frauen für Zellen-Block 9), bevor er den Schritt zum Kriegs- und Söldner-Film (Die Wildgänse kommen) ging.
Dietrich ist ein Produzent, so zeigt es sich in Mädchen, Machos und Moneten, dessen Vorgehen Gemeinsamkeiten aufweist mit Roger Corman, "Atze" Brauner und dem "Schulmädchenreporter" Wolf C. Hartwig. Die Autoren verorten seine Produktionen unter den übrigen mehr oder weniger exploitativen Filmen ihrer Zeit und liefern, auch wenn es zuvorderst um die Schweiz geht, eine große, sehr beachtliche internationale Zeit- und Sittengeschichte des exploitativen Kinos überhaupt.
(Stefan Otto)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Mädchen, Machos und Moneten - Die unglaubliche Geschichte des Schweizer Kinounternehmers Erwin C. Dietrich
Erscheinungsort:
o. O.
Erscheinungsdatum:
2006
Seiten:
200
Verlag:
Verlag Scharfe Stiefel
ISBN:
978-3-033-00960-8
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