Mach’s noch einmal, Charlie: 100 Filme für Kinofans (und alle, die es werden wollen)
Kinostart:
01.01.2004
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Ein Buch für die Kinozuschauer von morgen
Seit langem schon ist die Vermittlung von Medien- und insbesondere Filmkompetenz eine Forderung, die immer wieder von verschiedenen Seiten zu hören ist. Zwar sonnt man sich seitens der Politik gerne im Glanz von Oscar-Ehren und Star-Power, konkrete Maßnahmen sind aber bislang nur sehr marginal auszumachen und gäbe es nicht Organisationen wie die Bundeszentrale für politische Bildung oder das Netzwerk Vision Kino sowie andere Institutionen, sähe es in Deutschland in punkto Filmvermittlung wohl zappenduster aus. Dabei muss dies keineswegs so bierernst und bemüht daherkommen, wie man sich gemeinhin Unterrichtsmaterial zu diesem Thema vorstellt. Wie Kinder und Jugendliche auf einfache, aber wirkungsvolle Weise an Filmgeschichte und die großen Werke der Filmkunst herangeführt werden können, das zeigt der Schweizer Filmjournalist und Kritiker Thomas Binotto in seinem Buch Mach’s noch einmal, Charlie 100 Filme für Kinofans (und alle, die es werden wollen).
Genre für Genre, Epoche für Epoche nimmt sich der vierfache Vater und Filmkritiker vor, beschreibt beginnend mit dem Stummfilm die wichtigsten Werke und schafft es ein ums andere Mal, auch dem erwachsenen Leser Lust auf ein Wieder(an)sehen der diversen cineastischen Perlen zu machen. Den Stummfilmen folgen unter der Kapitelüberschrift "Ausgetrickst" die Meisterwerke des Animationsfilms, die den Bogen von Lotte Reinigers Scherenschnitt-Opus Die Abenteuer des Prinzen Achmed über Wolfgang Reithermanns Das Dschungelbuch und Sylvain Chomets Das große Rennen von Belleville bis hin zu CGI-Krachern wie Toy Story 2 und Hayao Myazakis Anime-Abenteuer Das wandelnde Schloss schlagen. Ebenso vielfältig geht es im nächsten Kapitel "Pass doch auf" zu, das Krimis aller Tonarten versammelt, gefolgt von Komödien, die unter der Überschrift "Zum Schreien komisch" zu finden sind. In "Hart am Wind" präsentiert Binotto eine Auswahl erstklassiger Abenteuerfilme, in "Einfach märchenhaft" sind es Märchen, die den Ton angeben, wobei damit auch moderne Märchen wie Krieg der Sterne / Star Wars von George Lucas gemeint sind. Unter dem Titel "Tierisch gut drauf" sind Tierfilme verschiedenster Machart zu finden, während "Super in Form" sich den Superhelden zwischen Pippi Langstrumpf, Spiderman, James Bond und Ang Lees Meistern der Körperbeherrschung in Tiger & Dragon zuwendet. Zuletzt finden sich unter der Überschrift "Familienbandenkriege" Filme zum Thema Familie versammelt, während das zehnte und letzte Kapitel namens "Hinter den Kulissen" Filme über das Wesen des Kinos selbst thematisiert. Eine richtige Reise durch die Filmgeschichte ist es also, die Thomas Binotto hier unternimmt, doch dank eines lockeren Schreibstils und zahlreicher Anekdoten kommt bei dieser Geschichtsstunde auch der Spaß nicht zu kurz – beim Lesen nicht und beim Schauen erst recht nicht.
Vermutlich aus Rücksichtnahme auf die jüngeren Leser spart der Autor kritische Genres wie den Horrorfilm aus, was vor allem größere Jugendliche bedauern dürften. Doch der Tribut an die breit angelegte Zielgruppe des Buchs fällt angesichts der liebvollen Beschreibungen kaum ins Gewicht. Zur Vorsicht rät Binotto auch bei den FSK-Freigaben, die zum großen Teil auf Jahrzehnte alten Bewertungen beruhen und die deshalb nur einen bedingten Empfehlungswert habe. Hier sind mehr denn je die Eltern gefragt: "Kinder und Jugendliche haben keine einheitlichen Empfindlichkeiten – sie sind alle Individuen und so gesehen Spezialfälle", schreibt der Autor und ermuntert damit auch die Eltern, sich stärker mit den Filmen und mit ihren Kindern auseinander zu setzen. So ist das Buch wahrhaftig das, was Binotto selbst im Vorspann des Buchs – so nennt sich passend zum Thema das Vorwort – als erklärtes Ziel ausmacht: ein Filmverführer. Und nun steht gemeinsamen Filmnachmittagen von Eltern mit ihren Kindern eigentlich kaum mehr etwas im Wege…
(Joachim Kurz)
Genre für Genre, Epoche für Epoche nimmt sich der vierfache Vater und Filmkritiker vor, beschreibt beginnend mit dem Stummfilm die wichtigsten Werke und schafft es ein ums andere Mal, auch dem erwachsenen Leser Lust auf ein Wieder(an)sehen der diversen cineastischen Perlen zu machen. Den Stummfilmen folgen unter der Kapitelüberschrift "Ausgetrickst" die Meisterwerke des Animationsfilms, die den Bogen von Lotte Reinigers Scherenschnitt-Opus Die Abenteuer des Prinzen Achmed über Wolfgang Reithermanns Das Dschungelbuch und Sylvain Chomets Das große Rennen von Belleville bis hin zu CGI-Krachern wie Toy Story 2 und Hayao Myazakis Anime-Abenteuer Das wandelnde Schloss schlagen. Ebenso vielfältig geht es im nächsten Kapitel "Pass doch auf" zu, das Krimis aller Tonarten versammelt, gefolgt von Komödien, die unter der Überschrift "Zum Schreien komisch" zu finden sind. In "Hart am Wind" präsentiert Binotto eine Auswahl erstklassiger Abenteuerfilme, in "Einfach märchenhaft" sind es Märchen, die den Ton angeben, wobei damit auch moderne Märchen wie Krieg der Sterne / Star Wars von George Lucas gemeint sind. Unter dem Titel "Tierisch gut drauf" sind Tierfilme verschiedenster Machart zu finden, während "Super in Form" sich den Superhelden zwischen Pippi Langstrumpf, Spiderman, James Bond und Ang Lees Meistern der Körperbeherrschung in Tiger & Dragon zuwendet. Zuletzt finden sich unter der Überschrift "Familienbandenkriege" Filme zum Thema Familie versammelt, während das zehnte und letzte Kapitel namens "Hinter den Kulissen" Filme über das Wesen des Kinos selbst thematisiert. Eine richtige Reise durch die Filmgeschichte ist es also, die Thomas Binotto hier unternimmt, doch dank eines lockeren Schreibstils und zahlreicher Anekdoten kommt bei dieser Geschichtsstunde auch der Spaß nicht zu kurz – beim Lesen nicht und beim Schauen erst recht nicht.
Vermutlich aus Rücksichtnahme auf die jüngeren Leser spart der Autor kritische Genres wie den Horrorfilm aus, was vor allem größere Jugendliche bedauern dürften. Doch der Tribut an die breit angelegte Zielgruppe des Buchs fällt angesichts der liebvollen Beschreibungen kaum ins Gewicht. Zur Vorsicht rät Binotto auch bei den FSK-Freigaben, die zum großen Teil auf Jahrzehnte alten Bewertungen beruhen und die deshalb nur einen bedingten Empfehlungswert habe. Hier sind mehr denn je die Eltern gefragt: "Kinder und Jugendliche haben keine einheitlichen Empfindlichkeiten – sie sind alle Individuen und so gesehen Spezialfälle", schreibt der Autor und ermuntert damit auch die Eltern, sich stärker mit den Filmen und mit ihren Kindern auseinander zu setzen. So ist das Buch wahrhaftig das, was Binotto selbst im Vorspann des Buchs – so nennt sich passend zum Thema das Vorwort – als erklärtes Ziel ausmacht: ein Filmverführer. Und nun steht gemeinsamen Filmnachmittagen von Eltern mit ihren Kindern eigentlich kaum mehr etwas im Wege…
(Joachim Kurz)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Mach’s noch einmal, Charlie: 100 Filme für Kinofans (und alle, die es werden wollen)
Autor:
Thomas Binotto
Erscheinungsort:
Berlin
Erscheinungsdatum:
2007
Seiten:
323
Verlag:
Bloomsbury Verlag
ISBN:
9783827051653
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