Los Angeles - Berlin. Ein Jahr
Kinostart:
14.11.2005
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Raus aus Berlin
Im Herbst 2002 packte Franka Potente (zuletzt Regisseurin und Drehbuchautorin des Kurzfilmes Der die Tollkirsche ausgräbt) ihre Koffer. Einige Freunde, darunter der Schauspieler Max Urlacher (Liebe in der Warteschleife), den sie von der Münchener Otto-Falckenberg-Schule her kennt, brachten sie zum Flughafen Berlin-Tegel. Franka flog nach Vancouver. Dann fuhr sie mit dem Auto die amerikanische Westküste hinunter und suchte sich eine Wohnung in Los Angeles. Ihre Beziehung zu Tom Tykwer war zu Ende gegangen, die Tage in Deutschland waren nass und grau, und die ersten Filmangebote aus Hollywood hatten sich gut angelassen - der richtige Zeitpunkt für eine Auszeit oder einen Neuanfang jwd.
Ein Jahr lang gingen Mails, Postkarten und Anrufe zwischen Berlin und L. A. hin und her, von Max an Franka und von Franka an Max. Er schreibt ihr über Berlin-Kreuzberg, über Hundehaufen in seiner Straße, über alte Bekannte und über eine Liebe, die er verliert. Franka schreibt ihm über Amerika und den dortigen Way of Life, über neue Bekanntschaften, über Weihnachten in der Sonne und über ihre Sehnsucht nach dem grauen Himmel über Berlin. Seine nicht ganz ernst gemeinte Vermutung, "wahrscheinlich bist du gerade am sonnigen Strand Kaliforniens mit Julia Roberts ‘ne Runde joggen", bestätigen ihre, teilweise erstaunlich langen Briefe nicht. Sie fühle sich "wie in einem schweren, düsteren russischen Emigrantendrama", schreibt sie einmal.
Beider Briefe erzählen Geschichten über Freundschaft, Liebe und Verlust, über Abwarten, Aufbrechen und Zurückkommen, über Amerika und Europa. Sie erzählen persönliche Geschichten über die Suche nach Veränderung und die Sehnsucht nach Vertrautem. "Ich wollte keinen Bericht über eine Schauspielerin schreiben, die nach Hollywood geht", erklärte Franka Potente in einem Interview. "Ich wollte die Erlebnisse einer Frau erzählen, die in die Fremde geht, weil sie einen Ort sucht, an dem ein Heilungsprozess in Gang gesetzt werden kann."
In ihrem letzten Brief schreibt sie: "Lieber Max! Ich habe mich entschieden: Ich komme zurück!" und: "Meine Wunden sind geheilt, zumindest fast." Max wird sie in Berlin abholen und zwei Stunden später selbst die Stadt - gen London - verlassen.
(Stefan Otto)
Ein Jahr lang gingen Mails, Postkarten und Anrufe zwischen Berlin und L. A. hin und her, von Max an Franka und von Franka an Max. Er schreibt ihr über Berlin-Kreuzberg, über Hundehaufen in seiner Straße, über alte Bekannte und über eine Liebe, die er verliert. Franka schreibt ihm über Amerika und den dortigen Way of Life, über neue Bekanntschaften, über Weihnachten in der Sonne und über ihre Sehnsucht nach dem grauen Himmel über Berlin. Seine nicht ganz ernst gemeinte Vermutung, "wahrscheinlich bist du gerade am sonnigen Strand Kaliforniens mit Julia Roberts ‘ne Runde joggen", bestätigen ihre, teilweise erstaunlich langen Briefe nicht. Sie fühle sich "wie in einem schweren, düsteren russischen Emigrantendrama", schreibt sie einmal.
Beider Briefe erzählen Geschichten über Freundschaft, Liebe und Verlust, über Abwarten, Aufbrechen und Zurückkommen, über Amerika und Europa. Sie erzählen persönliche Geschichten über die Suche nach Veränderung und die Sehnsucht nach Vertrautem. "Ich wollte keinen Bericht über eine Schauspielerin schreiben, die nach Hollywood geht", erklärte Franka Potente in einem Interview. "Ich wollte die Erlebnisse einer Frau erzählen, die in die Fremde geht, weil sie einen Ort sucht, an dem ein Heilungsprozess in Gang gesetzt werden kann."
In ihrem letzten Brief schreibt sie: "Lieber Max! Ich habe mich entschieden: Ich komme zurück!" und: "Meine Wunden sind geheilt, zumindest fast." Max wird sie in Berlin abholen und zwei Stunden später selbst die Stadt - gen London - verlassen.
(Stefan Otto)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Los Angeles - Berlin. Ein Jahr
Autor:
Franka Potente, Max Urlacher
Erscheinungsort:
Freiburg im Breisgau
Erscheinungsdatum:
2005
Seiten:
192
Verlag:
Herder
ISBN:
3-451-28847-8
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