Looking for Alfred. The Hitchcock Castings
Kinostart:
01.01.2005
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Wo ist er, wann kommt er?
Ein annähernd 300 Seiten dicker, großformatiger Bildband zu einem Kurzfilm von gerade mal zehn Minuten Länge? Ist das nicht ein Missverhältnis und ein bisschen zuviel des Guten? Doch Looking for Alfred, das lernt man spätestens bei der Lektüre des Buches, ist nicht alleine der Titel des kurzen Filmes von Johan Grimonprez, sondern der Name des ganzen Kunstprojektes, das ihn einschließt. Er war zu sehen in einer Art Filmhöhle in der Münchner Pinakothek der Moderne. Um die Höhle herum war in dem Museum ein schneckenartiges Kabinett errichtet. Die Wände waren mit Zitaten, Zeichnungen, Fotografien und Skizzen tapeziert, die sich allesamt um Alfred Hitchcock drehten. Die Bauten dienten dem Belgier Grimonprez als Kulisse für Hitchcock-Lookalike-Castings, die er in New York, Los Angeles und London abhielt. Im Innern des Kubus war dann der Film mit sechs Hitchcock-Doubles zu sehen, dazu mit bedrohlichen Raben, Regenschirmen, die sich zu Schwärmen zusammenballen und durch Hotelkorridore wehen und mit Bowlerhüten, die über eine grüne Wiese rollen. Sowie mit einer mysteriösen Tasse Kaffee, getragen von jener kühlen hitchcockschen Blonden, die mit blutender Möwe und blutverschmiertem Mund auch auf dem Buchcover abgebildet ist. Hitchcock, der häufig in seinen eigenen Filmen auftrat, tritt in Grimonprez' Film nicht selbst in Erscheinung, und so nimmt die Suche nach ihm kein Ende.
Johan Grimonprez hat sein Projekt, das er 2003 anstieß, noch nicht abgeschlossen. Er schuf eine Videoinstallation, drehte den Kurzfilm sowie ein Video von den Castings und fertigte dazu Hunderte von Zeichnungen, Collagen und Fotos an. Looking for Alfred ist ein Spiel, das länger dauert als 90 Minuten und vielleicht auch länger als fünf Jahre. Es ist ein Spiel mit Doppelgängern, Simulationen und Täuschungen.
Das Buch zum Film und zu allem anderen dokumentiert mit durchweg englischen Texten (von Jorge Luis Borges, Thomas Elsaesser, Slavoj Žižek u.a.) und vielen großformatigen Abbildungen das Projekt, das seine Ideen- und Entstehungsgeschichte selbst mit einschließt.
(Stefan Otto)
Johan Grimonprez hat sein Projekt, das er 2003 anstieß, noch nicht abgeschlossen. Er schuf eine Videoinstallation, drehte den Kurzfilm sowie ein Video von den Castings und fertigte dazu Hunderte von Zeichnungen, Collagen und Fotos an. Looking for Alfred ist ein Spiel, das länger dauert als 90 Minuten und vielleicht auch länger als fünf Jahre. Es ist ein Spiel mit Doppelgängern, Simulationen und Täuschungen.
Das Buch zum Film und zu allem anderen dokumentiert mit durchweg englischen Texten (von Jorge Luis Borges, Thomas Elsaesser, Slavoj Žižek u.a.) und vielen großformatigen Abbildungen das Projekt, das seine Ideen- und Entstehungsgeschichte selbst mit einschließt.
(Stefan Otto)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Looking for Alfred. The Hitchcock Castings
Autor:
Johan Grimonprez
Erscheinungsort:
Ostfildern
Erscheinungsdatum:
2007
Seiten:
288
Verlag:
Hatje Cantz Verlag
ISBN:
978-3-7757-2008-3
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