Let The Good Times Roll!
Kinostart:
27.02.2006
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Star-Club und mehr
Man nannte sie die Fab Four. Doch wieviele Beatles gab es eigentlich alles in allem? Die Antwort hängt davon ab, wieviele fünfte Bandmitglieder man gelten lassen will. Auf dem Umschlag des Buches Let The Good Times Roll! steht nun wieder ein fremder junger Mann zwischen John Lennon, Paul McCartney, George Harrison und Pete Best, einem der vielen fünften Beatles. Der Mann - es ist Horst Fascher - sieht aus wie ein weiterer fünfter Beatle, auch wenn er als einziger eine Krawatte trägt. Doch Fascher erhebt in seiner Autobiografie gar nicht den Anspruch, ein Bandmitglied zu sein. Dafür war er, so ist es auf dem Einband formuliert, "Flüchtlingskind, Halbstarker, Weltklasse-Boxer, Beatles-Wegbereiter, Star-Club-Erfinder, Sträfling, Vietnam-Freiwilliger, Musikpromoter und Fußball-Manager."
Und jetzt ist Horst Fascher auch noch Buchautor und Chronist einer Ära, die heute schon sehr weit weg scheint. In Let The Good Times Roll! beschwört er vor allem die sechziger und siebziger Jahre herauf und berichtet freimütig bis schonungslos offen vom exzessiven Leben in verschiedenen Rockschuppen in Hamburg-St. Pauli und vom Krieg in Vietnam. In Vietnam organisierte er Konzerte zur Unterhaltung der US-Truppen, in Hamburg arbeitete er unter anderem im Top Ten und eröffnete 1962 mit Manfred Weißleder den legendären Star-Club. Er erzählt von Gene Vincent, Bill Haley, Little Richard, Chubby Checker, Jerry Lee Lewis und natürlich viel von den Beatles, die hier einen Grundstein für ihre beispiellose Kunst und Karriere legten. Er schildert, wie er sie aus Liverpool nach Hamburg holte, wie sie in St. Pauli hausten und was insbesondere John Lennon hier alles anstellte.
Die meisten Episoden, die Horst Fascher erzählt, wirken heute bizarr. Sie entstammen den wilden Jahren der Reeperbahn und des Rock n Roll. Reflexion, Analyse und Einordnung sind nicht Faschers Sache. Er erzählt einfach, wie es war. Und das erstaunlich unverblümt und ehrlich: Love me do, die erste Single der Beatles, sei für ihn "Drehorgelmusik" gewesen, schreibt er, Jimi Hendrix' Auftritt im Star-Club ein "Desaster" und die Pilzköpfe der Fab Four schlicht "Pisspott-Frisuren".
(Stefan Otto)
Und jetzt ist Horst Fascher auch noch Buchautor und Chronist einer Ära, die heute schon sehr weit weg scheint. In Let The Good Times Roll! beschwört er vor allem die sechziger und siebziger Jahre herauf und berichtet freimütig bis schonungslos offen vom exzessiven Leben in verschiedenen Rockschuppen in Hamburg-St. Pauli und vom Krieg in Vietnam. In Vietnam organisierte er Konzerte zur Unterhaltung der US-Truppen, in Hamburg arbeitete er unter anderem im Top Ten und eröffnete 1962 mit Manfred Weißleder den legendären Star-Club. Er erzählt von Gene Vincent, Bill Haley, Little Richard, Chubby Checker, Jerry Lee Lewis und natürlich viel von den Beatles, die hier einen Grundstein für ihre beispiellose Kunst und Karriere legten. Er schildert, wie er sie aus Liverpool nach Hamburg holte, wie sie in St. Pauli hausten und was insbesondere John Lennon hier alles anstellte.
Die meisten Episoden, die Horst Fascher erzählt, wirken heute bizarr. Sie entstammen den wilden Jahren der Reeperbahn und des Rock n Roll. Reflexion, Analyse und Einordnung sind nicht Faschers Sache. Er erzählt einfach, wie es war. Und das erstaunlich unverblümt und ehrlich: Love me do, die erste Single der Beatles, sei für ihn "Drehorgelmusik" gewesen, schreibt er, Jimi Hendrix' Auftritt im Star-Club ein "Desaster" und die Pilzköpfe der Fab Four schlicht "Pisspott-Frisuren".
(Stefan Otto)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Let The Good Times Roll!
Autor:
Horst Fascher
Erscheinungsort:
Frankfurt am Main
Erscheinungsdatum:
2006
Seiten:
276
Verlag:
Eichborn
ISBN:
3-8218-5631-9
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