Laurel und Hardy auf dem Atoll
Kinostart:
16.10.2007
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Entdeckungsreise zum Atoll
Atoll K (Dick und Doof erben eine Insel), eine französisch-italienische Ko-Produktion von 1951, war Laurel und Hardys letzter Spielfilm und hat einen denkbar schlechten Ruf. Stan Laurel und Oliver Hardy waren während der offenbar sehr chaotischen Dreharbeiten erkrankt und insbesondere Laurel sieht im Film (wie auch auf dem Titel des vorliegenden Buches) entsprechend schlecht, alt und ausgezehrt aus. Atoll K wurde bis auf die Originalstimmen Laurel und Hardys miserabel englisch synchronisiert und gelangte erst mit dreijähriger Verzögerung in die US-Kinos, wo er kein Kassenerfolg wurde. So bekam der Film das Etikett eines internationalen Flops und eines zu vernachlässigenden letzten Films eines einstmals großen Komiker-Duos.
Norbert Aping (Das Dick-und-Doof-Buch) hinterfragt das gängige Urteil und bricht mit Laurel und Hardy auf dem Atoll eine Lanze für den Film, der in anderen Fassungen auch unter den Titeln Utopia und Robinson Crusoeland bekannt ist. Er holt ihn gewissermaßen aus seiner Ecke heraus, um sein Mauerblümchendasein zu beenden. "Sicherlich ist der Streifen nicht Laurel und Hardys Meisterwerk, aber immerhin der Film, mit dem sie den endgültigen Schlusspunkt ihrer Kinokarriere setzten", schreibt Aping in seiner Einleitung. "Ihm wurde sogar das größte Budget und die aufwändigste Ausstattung all ihrer Filme zuteil, und er hat als einziger Spielfilm eine internationale Besetzung vorzuweisen. Warum sieht man also auf Atoll K herab? Und ist der Film tatsächlich so schlecht wie sein Ruf? Wie einige andere auch behaupte ich, dass Atoll K diese strikte Ablehnung nicht verdient."+
Aping stieg kopftief in die Materie ein und liefert nun 175 eng, mit kleinen Lettern bedruckte Seiten mit allerhand Fußnoten und kleinen Bildern. Er spürte das Exposé des Regisseurs Léo Joannon auf, verschiedene Entwürfe und weitere Produktionsunterlagen. Er konnte mehrere Mitarbeiter von Atoll K gezielt befragen, darunter auch Suzy Delair, die Chérie Lamour, die weibliche Hauptrolle, spielte. Er untersucht ausführlich alle Phasen der Produktion, der Synchronisation und der Vermarktung. Er rekonstruiert die ursprüngliche Schnittfassung des Films, der bisher nur gekürzt in den Kinos lief und er macht deutlich, welche Eingriffe vorgenommen wurden, ehe drei sehr unterschiedliche Fassungen in den Kinos verschiedener Länder unterschiedliche Publikumsreaktionen hervorriefen. Er bewertet den Film neu.
Aping legt mit Laurel und Hardy auf dem Atoll seine Dissertation vor und zeigt wieder mal, wofür Filmarchive, -sammlungen und -museen, hartnäckige Filmliebhaber und -historiker gut sind. Herrn Dr. Aping, dem Amtsrichter von Buxtehude, sei Dank, viel Dank für diese Arbeit!
(Stefan Otto)
Norbert Aping (Das Dick-und-Doof-Buch) hinterfragt das gängige Urteil und bricht mit Laurel und Hardy auf dem Atoll eine Lanze für den Film, der in anderen Fassungen auch unter den Titeln Utopia und Robinson Crusoeland bekannt ist. Er holt ihn gewissermaßen aus seiner Ecke heraus, um sein Mauerblümchendasein zu beenden. "Sicherlich ist der Streifen nicht Laurel und Hardys Meisterwerk, aber immerhin der Film, mit dem sie den endgültigen Schlusspunkt ihrer Kinokarriere setzten", schreibt Aping in seiner Einleitung. "Ihm wurde sogar das größte Budget und die aufwändigste Ausstattung all ihrer Filme zuteil, und er hat als einziger Spielfilm eine internationale Besetzung vorzuweisen. Warum sieht man also auf Atoll K herab? Und ist der Film tatsächlich so schlecht wie sein Ruf? Wie einige andere auch behaupte ich, dass Atoll K diese strikte Ablehnung nicht verdient."+
Aping stieg kopftief in die Materie ein und liefert nun 175 eng, mit kleinen Lettern bedruckte Seiten mit allerhand Fußnoten und kleinen Bildern. Er spürte das Exposé des Regisseurs Léo Joannon auf, verschiedene Entwürfe und weitere Produktionsunterlagen. Er konnte mehrere Mitarbeiter von Atoll K gezielt befragen, darunter auch Suzy Delair, die Chérie Lamour, die weibliche Hauptrolle, spielte. Er untersucht ausführlich alle Phasen der Produktion, der Synchronisation und der Vermarktung. Er rekonstruiert die ursprüngliche Schnittfassung des Films, der bisher nur gekürzt in den Kinos lief und er macht deutlich, welche Eingriffe vorgenommen wurden, ehe drei sehr unterschiedliche Fassungen in den Kinos verschiedener Länder unterschiedliche Publikumsreaktionen hervorriefen. Er bewertet den Film neu.
Aping legt mit Laurel und Hardy auf dem Atoll seine Dissertation vor und zeigt wieder mal, wofür Filmarchive, -sammlungen und -museen, hartnäckige Filmliebhaber und -historiker gut sind. Herrn Dr. Aping, dem Amtsrichter von Buxtehude, sei Dank, viel Dank für diese Arbeit!
(Stefan Otto)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Laurel und Hardy auf dem Atoll
Autor:
Norbert Aping
Erscheinungsort:
Marburg
Erscheinungsdatum:
2007
Seiten:
175
Verlag:
Schüren
ISBN:
978-3-89472-436-8
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