Klick – Wie moderne Medien uns klüger machen
Kinostart:
16.05.2007
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Ein Plädoyer für mehr Medienkompetenz
Was haben wir uns in den letzten Monaten und Jahren nicht alles über die Medien und ihre verdummende, auf unterster Bewusstseinsstufe nivellierende Wirkung auf uns, die Konsumenten anhören müssen. Ob Harald Schmidts Begrifflichkeit vom „Unterschichtenfernsehen“ oder Edmund Stoibers Forderung nach einem Verbot von so genannten „Killerspielen“, es scheint wieder allgemeiner Konsens zu sein, dass Medien verdummen, banalisieren und im ungünstigsten Fall brutalisieren. Argumente, die sich immer wieder gebetsmühlenartig wiederholen und die seit der Einführung des Buchdrucks, der von ähnlichen Anfeindungen begleitet wurde, stets dieselben sind.
David Pfeifer, seines Zeichens ehemaliger Chefredakteur der Computerzeitschrift Konr@d, Autor für die Süddeutsche Zeitung und bekennender Medien-Junkie, tritt in seinem Buch Klick – Wie moderne Medien uns klüger machen nun zur Replik an und verweist stattdessen auf die Chancen, die regelmäßiger Mediengebrauch bietet und auf die Risiken, die aus einer Medienverweigerung resultieren: "Wenn man die Zukunft eine Weile nicht im Blick behält, kann es gut sein, dass sie einem in den Hintern kneift", so Pfeifer.
David Pfeifer ist ein streckenweise durchaus lesenswertes Buch gelungen, dass sich gerade durch seine "Unwissenschaftlichkeit" auszeichnet. Als populäres Sachbuch auch mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch verfasst und gerade durch die Abwesenheit von pseudowissenschaftlichen Diskursen und akademischen Anmerkungsapparaten angenehm und gut zu lesen, bezieht der Autor Stellung gegen die ewigen Grantler und Nörgler. Allerdings sind zahlreiche der Beispiele dem aufmerksamen Leser wohl bekannt, so dass sich der gewünschte Aha-Effekt einfach nicht einstellen mag - es macht einfach nicht "Klick". Doch das Buch hat noch ein weiteres Manko, und dieses besteht in seinem Tonfall, der bisweilen so berauscht von der schönen neuen Technikwelt klingt, dass man glauben könnte, man habe es mit einen 25-jährigen High-Tech-Entrepreneur aus den Zeiten des Internet-Booms zu tun, der sich noch so richtig über seine Spielzeuge freuen kann. Bei so viel Begeisterung bleiben kritische Worte und differenzierte Betrachtungen auf der Strecke, und teilweise durchaus berechtige Einwände werden nonchalant bis trotzig und ignorant beiseite gewischt.
Wie genau die von Pfeifer geforderte Medienkompetenz erreicht werden kann – diese letzte Antwort bleibt er leider schuldig und verweist auf eine gewisse Entspanntheit im Umgang mit Medien, was dann doch den reichlich dürftigen Abschluss eines engagiert geschriebenen Buches bildet, von dem man den Eindruck gewinnt, ein wenig mehr Zeit und Sorgfalt hätten ihm gut getan. Denn das Thema ist zweifelsohne ein sehr wichtiges und wird uns auch noch in den nächsten Jahren beschäftigen. Da sich der Lauf der Medienwelt auch durch regulierende Eingriffe kaum wird stoppen lassen können, sind handfeste Rezepte gefragt, wie der Umgang mit den Medien vermittelt werden kann. Bislang sind aber außer vereinzelten Initiativen und Lippenbekenntnissen wie dem vorliegenden Buch keine brauchbaren Modelle in Sicht, die dieses Manko lösen können.
(Joachim Kurz)
David Pfeifer, seines Zeichens ehemaliger Chefredakteur der Computerzeitschrift Konr@d, Autor für die Süddeutsche Zeitung und bekennender Medien-Junkie, tritt in seinem Buch Klick – Wie moderne Medien uns klüger machen nun zur Replik an und verweist stattdessen auf die Chancen, die regelmäßiger Mediengebrauch bietet und auf die Risiken, die aus einer Medienverweigerung resultieren: "Wenn man die Zukunft eine Weile nicht im Blick behält, kann es gut sein, dass sie einem in den Hintern kneift", so Pfeifer.
David Pfeifer ist ein streckenweise durchaus lesenswertes Buch gelungen, dass sich gerade durch seine "Unwissenschaftlichkeit" auszeichnet. Als populäres Sachbuch auch mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch verfasst und gerade durch die Abwesenheit von pseudowissenschaftlichen Diskursen und akademischen Anmerkungsapparaten angenehm und gut zu lesen, bezieht der Autor Stellung gegen die ewigen Grantler und Nörgler. Allerdings sind zahlreiche der Beispiele dem aufmerksamen Leser wohl bekannt, so dass sich der gewünschte Aha-Effekt einfach nicht einstellen mag - es macht einfach nicht "Klick". Doch das Buch hat noch ein weiteres Manko, und dieses besteht in seinem Tonfall, der bisweilen so berauscht von der schönen neuen Technikwelt klingt, dass man glauben könnte, man habe es mit einen 25-jährigen High-Tech-Entrepreneur aus den Zeiten des Internet-Booms zu tun, der sich noch so richtig über seine Spielzeuge freuen kann. Bei so viel Begeisterung bleiben kritische Worte und differenzierte Betrachtungen auf der Strecke, und teilweise durchaus berechtige Einwände werden nonchalant bis trotzig und ignorant beiseite gewischt.
Wie genau die von Pfeifer geforderte Medienkompetenz erreicht werden kann – diese letzte Antwort bleibt er leider schuldig und verweist auf eine gewisse Entspanntheit im Umgang mit Medien, was dann doch den reichlich dürftigen Abschluss eines engagiert geschriebenen Buches bildet, von dem man den Eindruck gewinnt, ein wenig mehr Zeit und Sorgfalt hätten ihm gut getan. Denn das Thema ist zweifelsohne ein sehr wichtiges und wird uns auch noch in den nächsten Jahren beschäftigen. Da sich der Lauf der Medienwelt auch durch regulierende Eingriffe kaum wird stoppen lassen können, sind handfeste Rezepte gefragt, wie der Umgang mit den Medien vermittelt werden kann. Bislang sind aber außer vereinzelten Initiativen und Lippenbekenntnissen wie dem vorliegenden Buch keine brauchbaren Modelle in Sicht, die dieses Manko lösen können.
(Joachim Kurz)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Klick – Wie moderne Medien uns klüger machen
Autor:
David Pfeifer
Erscheinungsort:
Frankfurt am Main
Erscheinungsdatum:
2007
Seiten:
177
Verlag:
Campus Verlag
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