Kleopatra im Film. Eine Königin Ägyptens als Sinnbild für orientalische Kultur
Kinostart:
28.06.2005
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Cleopatra Does Hollywood
Kleopatra, die letzte Pharaonin Ägyptens, ist eine der bekanntesten Persönlichkeiten des Altertums. Sie gehört zu den berühmtesten Frauengestalten der Weltgeschichte. Seit Jahrhunderten ist sie omnipräsent in Schauspiel und Oper. Ihr Leben ist Gegenstand ungezählter Dramen, Gemälde und Filme. "Bei der ptolemäischen Königin Kleopatra VII. laufen mehrere interessante Aspekte zusammen", schreibt Diana Wenzel in ihrer Dissertation Kleopatra im Film, "verschiedene Kulturkreise treffen aufeinander: Eine makedonische Frau herrschte über das Alte Ägypten, ein Land, das (...) gemeinhin dem Orient zugerechnet wird, und stand in engem Kontakt zu Rom, das die damalige Weltpolitik bestimmte."
"Die Vorstellung", schreibt Wenzel an anderer Stelle, "die über die Königin vorherrscht und die Phantasie der Menschen beflügelt, ist die einer Schönheit, die römische Eroberer verführte, auf vergoldeten Barken in Luxus schwelgte sowie Orgien frönte und schließlich durch den Biss einer Schlange starb." Dieses Bild, das wir heute von Kleopatra haben, ist nicht zuletzt von den über 90 Filmen geprägt, die sich der Pharaonin näherten oder ihrer bedienten. Wenzel stellt in ihrer interessanten Untersuchung alle Kleopatra-Filme, die sie sehen konnte, vor und zeigt auf, auf welche Vorstellungen über Ägypten und seine letzte Königin die Filmemacher jeweils zurückgriffen. Die Entwicklung des filmischen Kleopatra-Bildes von Georges Méliès’ Zweiminüter Cléopatre (1899) bis zu Franc Roddams Zweiteiler Cleopatra (1999) wird deutlich.
Der Schwerpunkt in Diana Wenzels Buch liegt auf sechs Biopics, von denen gleich vier aus den zehner Jahren des letzten Jahrhunderts stammen. Die anderen beiden sind die berühmten Cleopatra-Filme von Cecil B. DeMille und Joseph L. Mankiewicz mit Claudette Colbert bzw. Elizabeth Taylor in der Titelrolle. Unter Vernachlässigung genuin filmischer Mittel wie Kameraeinstellungen und Montage untersucht die Autorin die Handlungen dieser Filme und das auftretende Personal auf seine Historizität und arbeitet, beispielsweise anhand der Ausstattung und Kostüme, heraus, wie das ptolemäische Ägypten inszeniert ist. Sie legt dar, wie Kleopatra im Film als Orientalin und ihr Umfeld als orientalisch charakterisiert werden und schaut, inwiefern zeitgenössische Aspekte in Filmgeschichte, Politik und Gesellschaft in den Filmen wiedergegeben werden. Dabei ist ihr bewusst, dass Filmemacher das Ziel der Altertumswissenschaftler, sich durch Forschungen der historischen Wahrheit anzunähern, nicht teilen. Vielmehr versuchten sie, schreibt die Ägyptologin Wenzel, "das breite Publikum zu unterhalten, in eine fremde Welt zu entführen und zu überzeugen."
(Stefan Otto)
"Die Vorstellung", schreibt Wenzel an anderer Stelle, "die über die Königin vorherrscht und die Phantasie der Menschen beflügelt, ist die einer Schönheit, die römische Eroberer verführte, auf vergoldeten Barken in Luxus schwelgte sowie Orgien frönte und schließlich durch den Biss einer Schlange starb." Dieses Bild, das wir heute von Kleopatra haben, ist nicht zuletzt von den über 90 Filmen geprägt, die sich der Pharaonin näherten oder ihrer bedienten. Wenzel stellt in ihrer interessanten Untersuchung alle Kleopatra-Filme, die sie sehen konnte, vor und zeigt auf, auf welche Vorstellungen über Ägypten und seine letzte Königin die Filmemacher jeweils zurückgriffen. Die Entwicklung des filmischen Kleopatra-Bildes von Georges Méliès’ Zweiminüter Cléopatre (1899) bis zu Franc Roddams Zweiteiler Cleopatra (1999) wird deutlich.
Der Schwerpunkt in Diana Wenzels Buch liegt auf sechs Biopics, von denen gleich vier aus den zehner Jahren des letzten Jahrhunderts stammen. Die anderen beiden sind die berühmten Cleopatra-Filme von Cecil B. DeMille und Joseph L. Mankiewicz mit Claudette Colbert bzw. Elizabeth Taylor in der Titelrolle. Unter Vernachlässigung genuin filmischer Mittel wie Kameraeinstellungen und Montage untersucht die Autorin die Handlungen dieser Filme und das auftretende Personal auf seine Historizität und arbeitet, beispielsweise anhand der Ausstattung und Kostüme, heraus, wie das ptolemäische Ägypten inszeniert ist. Sie legt dar, wie Kleopatra im Film als Orientalin und ihr Umfeld als orientalisch charakterisiert werden und schaut, inwiefern zeitgenössische Aspekte in Filmgeschichte, Politik und Gesellschaft in den Filmen wiedergegeben werden. Dabei ist ihr bewusst, dass Filmemacher das Ziel der Altertumswissenschaftler, sich durch Forschungen der historischen Wahrheit anzunähern, nicht teilen. Vielmehr versuchten sie, schreibt die Ägyptologin Wenzel, "das breite Publikum zu unterhalten, in eine fremde Welt zu entführen und zu überzeugen."
(Stefan Otto)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Kleopatra im Film. Eine Königin Ägyptens als Sinnbild für orientalische Kultur
Autor:
Diana Wenzel
Erscheinungsort:
Remscheid
Erscheinungsdatum:
2005
Seiten:
430
Verlag:
Gardez! Verlag
ISBN:
3-89796-121-0
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