Kino Mensch Kybernetik – Über das komplexe Wirkungsgefüge des Lichtspiels
Kinostart:
03.05.2007
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Vom Eindringen der Maschine in den Erfahrungsraum des Kinos
"Was ist das Kino? Welche Faszinationskraft macht das Kino aus? Welche Funktionen, welche Bedürfnisse erfüllt das Kino? Was geht bei der Betrachtung eines Films im Menschen vor? Welche Bedeutung kommt dabei dem Kino-Apparat zu? Wie also ist das Verhältnis des Menschen zur Technik zu denken?" Es sind tatsächlich diese ganz grundlegenden Fragen, um die es in Benjamin Pauwels Untersuchung zum Wesen des Kinos geht. Pauwels Ansatz greift einen Einwand der Medienwissenschaft auf, die immer wieder beklagt, dass es neben hermeneutischen, historischen, formalistischen, psychologischen psychoanalytischen und ökonomischen Ansätzen keine allgemeine aussagekräftige Beschreibung des Kinos gäbe, "die über einen oder wenige Betrachtungspunkte hinausreicht."
Pauwels greift diesen Mangel auf und versucht das Kino und seine Wirkung im Wesentlichen über die technischen Grundlagen zu denken. Das ist zwar im akademischen Diskurs um den Film nichts wirklich Neues – die Filmwissenschaft kennt hierfür den Terminus "Apparatusdebatte", die von Filmwissenschaftlern wie Jean-Louis Baudry initiiert wurde –, doch Pauwels analysiert das Kino von der Metawissenschaft der Kybernetik ausgehend, jener Disziplin, die "eine Theorie der Maschinen und Automaten in einem engen Verhältnis zu den Wissenschaften vom Menschen entwickelt." Nach einer ausführlichen Einleitung zur Disziplin der Kybernetik und einer anschließenden Zusammenführung von Mensch und Kybernetik folgt eine Betrachtung des Kinos unter neurologischen und psychophysischen Aspekten sowie eine Zusammenfassung der Apparatusdebatte. Das Buch mündet schließlich in eine an die Frankfurter Schule angelehnte Betrachtung des Kinos als Kulturmaschine, welche das Kino „über die Fortsetzung des Alltags in der Zerstreuung hinaus“ als Ort begreift, "an dem der Film das Unbewusste im Menschen und die Konflikte der Kultur berührt."
Das Fazit des anspruchvollen Buchs: Trotz Pauwels’ akademischem Hintergrund und dem Background des Buches, das vermutlich als Abschlussarbeit an der Uni konzipiert war, ist Kino Mensch Kybernetik – Über das komplexe Wirkungsgefüge des Lichtspiels ein gut lesbares und äußerst anregendes Werk, das zum Weiter- und Nachdenken über das Wesen des Kinos auffordert.
(Joachim Kurz)
Pauwels greift diesen Mangel auf und versucht das Kino und seine Wirkung im Wesentlichen über die technischen Grundlagen zu denken. Das ist zwar im akademischen Diskurs um den Film nichts wirklich Neues – die Filmwissenschaft kennt hierfür den Terminus "Apparatusdebatte", die von Filmwissenschaftlern wie Jean-Louis Baudry initiiert wurde –, doch Pauwels analysiert das Kino von der Metawissenschaft der Kybernetik ausgehend, jener Disziplin, die "eine Theorie der Maschinen und Automaten in einem engen Verhältnis zu den Wissenschaften vom Menschen entwickelt." Nach einer ausführlichen Einleitung zur Disziplin der Kybernetik und einer anschließenden Zusammenführung von Mensch und Kybernetik folgt eine Betrachtung des Kinos unter neurologischen und psychophysischen Aspekten sowie eine Zusammenfassung der Apparatusdebatte. Das Buch mündet schließlich in eine an die Frankfurter Schule angelehnte Betrachtung des Kinos als Kulturmaschine, welche das Kino „über die Fortsetzung des Alltags in der Zerstreuung hinaus“ als Ort begreift, "an dem der Film das Unbewusste im Menschen und die Konflikte der Kultur berührt."
Das Fazit des anspruchvollen Buchs: Trotz Pauwels’ akademischem Hintergrund und dem Background des Buches, das vermutlich als Abschlussarbeit an der Uni konzipiert war, ist Kino Mensch Kybernetik – Über das komplexe Wirkungsgefüge des Lichtspiels ein gut lesbares und äußerst anregendes Werk, das zum Weiter- und Nachdenken über das Wesen des Kinos auffordert.
(Joachim Kurz)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Kino Mensch Kybernetik – Über das komplexe Wirkungsgefüge des Lichtspiels
Autor:
Benjamin Pauwels
Erscheinungsort:
Gießen
Erscheinungsdatum:
2006
Seiten:
121
Verlag:
VVB Lauberweiler Verlag – édition scientifique
ISBN:
978-3896872890
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