Schriftbilder
Unter dem Titel "Kinetographie" versuchte im September 2001 eine Konferenz an der Berliner Humboldt-Universität unterschiedliche Aspekte des Zusammenhangs bewegender und bewegter Schriften zu entfalten. Aus dieser Tagung, die am Institut für Slawistik abgehalten wurde, geht das Buch Kinetographien hervor, Band 10 der Reihe Schrift und Bild in Bewegung des Aisthesis Verlags. Kinetographien enthält 23 eigenständige wissenschaftliche Beiträge zum Thema.
Gegenstandsfelder kinetografischer Forschung sind zunächst Bewegungsschriften im Sinne von Notations- und Aufzeichnungssystemen, die grafische Fixierung von auditiven, visuellen und motorischen Prozessen (Choreografie, Tanz-Schriften, Noten u. a.). Das Titelbild des umfangreichen Bandes zeigt entsprechend das Diagramm der Aushol- und Schlagbewegung eines Arbeiters beim Meißeln mit einem Hammer. Diese Bewegungsschriften stehen in Relation zu anderen als Graphien titulierten Aufzeichnungsmedien: der Phonografie, der Fotografie - und der Kinematografie. Relevant ist dabei nicht nur der Bezug zum bewegten Objekt, sondern die kinetische Disposition der jeweiligen medialen Techniken selbst (Aufzeichnungsgeschwindigkeiten, Erzähltempi, Schnitte, Einstellungen, Takte, Rhythmen).
Einen spezifischen Platz im Feld des Kinetografischen nimmt der Film ein. Als Medium der Aufzeichnung von Bewegung in bewegten Bildern und mit der Definition des Filmbildes als Bewegungsbild gilt die Kinematografie gemeinhin als prädestinierter Ort für jede Diskussion der Kinetografie. Umso nachdrücklicher stellt sich die Frage nach dem zweiten Teil des Terminus. Wie hält es die Kinesis des Filmbildes mit der Graphie? Ist das Suffix -grafie eine reine Metapher? Wie materialisiert sich im Film der Aufzeichnungsakt des Schreibens? Und wie wird das Schreiben des Bildes als und in Bewegung reflektiert? Mit der Unsicherheit über die grafische Komponente des Films stellt sich auch die Frage nach den unterschiedlichen Modi der Kinesis des Filmes neu.
Gegenstandsfelder kinetografischer Forschung sind zunächst Bewegungsschriften im Sinne von Notations- und Aufzeichnungssystemen, die grafische Fixierung von auditiven, visuellen und motorischen Prozessen (Choreografie, Tanz-Schriften, Noten u. a.). Das Titelbild des umfangreichen Bandes zeigt entsprechend das Diagramm der Aushol- und Schlagbewegung eines Arbeiters beim Meißeln mit einem Hammer. Diese Bewegungsschriften stehen in Relation zu anderen als Graphien titulierten Aufzeichnungsmedien: der Phonografie, der Fotografie - und der Kinematografie. Relevant ist dabei nicht nur der Bezug zum bewegten Objekt, sondern die kinetische Disposition der jeweiligen medialen Techniken selbst (Aufzeichnungsgeschwindigkeiten, Erzähltempi, Schnitte, Einstellungen, Takte, Rhythmen).
Einen spezifischen Platz im Feld des Kinetografischen nimmt der Film ein. Als Medium der Aufzeichnung von Bewegung in bewegten Bildern und mit der Definition des Filmbildes als Bewegungsbild gilt die Kinematografie gemeinhin als prädestinierter Ort für jede Diskussion der Kinetografie. Umso nachdrücklicher stellt sich die Frage nach dem zweiten Teil des Terminus. Wie hält es die Kinesis des Filmbildes mit der Graphie? Ist das Suffix -grafie eine reine Metapher? Wie materialisiert sich im Film der Aufzeichnungsakt des Schreibens? Und wie wird das Schreiben des Bildes als und in Bewegung reflektiert? Mit der Unsicherheit über die grafische Komponente des Films stellt sich auch die Frage nach den unterschiedlichen Modi der Kinesis des Filmes neu.
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Kinetographien
Erscheinungsort:
Bielefeld
Erscheinungsdatum:
2004
Seiten:
602
Verlag:
Aisthesis Verlag
ISBN:
3-89528-472-6
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