Kinderfilm – Stoff- und Projektentwicklung
Kinostart:
12.01.2006
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Von der Kunst die Kleinen zu fesseln
Die Besucherzahlen sprechen eine deutliche Sprache – Kinderfilme stehen bei Jung und Alt hoch im Kurs. Das Kinoprogramm ist voll davon: Harry Potter stellt sich gemeinsam mit seinen Freunden seinem vierten Abenteuer, Cornelia Funkes Herr der Diebe tummelt sich in Venedig, Der kleine Eisbär geht auf seine zweite Reise, die wilden Tiere sind aus Madagascar wohlbehalten zurück gekehrt, um Weihnachten ward ein Elch entsprungen und während man die Chroniken von Narnia gerade erst aufgeschlagen hat, knatterte Herbie bereits im vergangenen Sommer Fully loaded über die Leinwand und Charlie besuchte Willy Wonkas Schokoladenfabrik. Doch sind dies alles dezidierte Kinderfilme? Oder handelt es sich nicht vielmehr um Filme, die auch für Kinder geeignet sind? Was genau ist eigentlich ein Kinderfilm? Würde die Roman Polanski Verfilmung von Oliver Twist als Kinderfilm durchgehen, oder ist es vielmehr ein Film für Erwachsene über ein Kind. Doch wo liegt eigentlich der Unterschied? Beate Völcker geht in ihrem Buch Kinderfilm – Stoff- und Projektentwicklung auch dieser Frage auf die Spur.
Begonnen wird mit einer kurzen Geschichte des deutschen Kinderfilms. Hier dürfen die Highlights der DDR-Märchenadaptionen und der BRD-Erich-Kästner-Verfilmungen Das Doppelte Lottchen oder Das Fliegende Klassenzimmer nicht fehlen. Doch ihr Blick geht weiter bis in die Neunziger mit Peterchens Mondfahrt, der Verfilmung von Das Sams und stoppt mit Lauras Stern erst in der Gegenwart. Sehr praxisnah, klar formuliert und gut strukturiert entzaubert Beate Völcker den Kinderfilm und wagt sich dabei an ein bis heute verhältnismäßig wenig beachtetes Genre. Nach und nach arbeitet sie in ihrem Handbuch und Nachschlagewerk alle wichtigen Punkte und Fragen ab: Folgt der Kinderfilm eigenen dramaturgischen Gesetzten? Wie definiert man Kinderfilm? Dank einer ausführlichen Filmanalyse der drei Filme Der kleine Eisbär, Tsatsiki und Kletter-Ida wird deutlich, wie Kinderfilme aufgebaut sein müssen und dank welcher Kriterien sie den unterschiedlichen Altersgruppen zugeordnet werden können.
Jedes Kapitel widmet sich einer eigenen Fragestellung. Und so wird auch dem rechtlichen Hintergrund Rechnung getragen, denn beispielsweise die FSK spielt gerade beim Kinderfilm eine bedeutende Rolle. Welche Funktion haben eigentlich die TV-Sender, wenn es um die Produktion von Kinderfilmen geht, wie bedeutend ist der Kinderkanal? Noch praxisorientierter wird es, wenn Beate Völcker beschreibt, an wen man sich wenden muss, wenn man einen Kinderfilm drehen möchte. Dass dem fachlichen Inhalt auch eine ausführliche und umfassende Liste der wichtigsten Filmfördereinrichtungen, mit kurzem Überblick wie sie arbeiten und wie sie erreichbar sind, beigefügt wurde, macht Kinderfilm – Stoff- und Projektentwicklung zu einem tollen Hilfsmittel. Der Katalog der bedeutendsten deutschen (Kinder-)Filmverleiher und der Kinderfilmfestivals rundet den Nutzwert dieses Nachschlagewerks ab. Und weil sie sich die Mühe gemacht hat auch noch eine ausführliche Liste aller in Deutschland produzierten bzw. ko-produzierten Kinderfilme zu erstellen und ein ganzes Kapitel der Kindersicht gewidmet hat, ist das Buch ein erstklassiges Einsteigerbuch für alle, die sich mit dem Phänomen Kinderfilm tiefer gehend beschäftigen wollen.
(Jasmin Haery)
Begonnen wird mit einer kurzen Geschichte des deutschen Kinderfilms. Hier dürfen die Highlights der DDR-Märchenadaptionen und der BRD-Erich-Kästner-Verfilmungen Das Doppelte Lottchen oder Das Fliegende Klassenzimmer nicht fehlen. Doch ihr Blick geht weiter bis in die Neunziger mit Peterchens Mondfahrt, der Verfilmung von Das Sams und stoppt mit Lauras Stern erst in der Gegenwart. Sehr praxisnah, klar formuliert und gut strukturiert entzaubert Beate Völcker den Kinderfilm und wagt sich dabei an ein bis heute verhältnismäßig wenig beachtetes Genre. Nach und nach arbeitet sie in ihrem Handbuch und Nachschlagewerk alle wichtigen Punkte und Fragen ab: Folgt der Kinderfilm eigenen dramaturgischen Gesetzten? Wie definiert man Kinderfilm? Dank einer ausführlichen Filmanalyse der drei Filme Der kleine Eisbär, Tsatsiki und Kletter-Ida wird deutlich, wie Kinderfilme aufgebaut sein müssen und dank welcher Kriterien sie den unterschiedlichen Altersgruppen zugeordnet werden können.
Jedes Kapitel widmet sich einer eigenen Fragestellung. Und so wird auch dem rechtlichen Hintergrund Rechnung getragen, denn beispielsweise die FSK spielt gerade beim Kinderfilm eine bedeutende Rolle. Welche Funktion haben eigentlich die TV-Sender, wenn es um die Produktion von Kinderfilmen geht, wie bedeutend ist der Kinderkanal? Noch praxisorientierter wird es, wenn Beate Völcker beschreibt, an wen man sich wenden muss, wenn man einen Kinderfilm drehen möchte. Dass dem fachlichen Inhalt auch eine ausführliche und umfassende Liste der wichtigsten Filmfördereinrichtungen, mit kurzem Überblick wie sie arbeiten und wie sie erreichbar sind, beigefügt wurde, macht Kinderfilm – Stoff- und Projektentwicklung zu einem tollen Hilfsmittel. Der Katalog der bedeutendsten deutschen (Kinder-)Filmverleiher und der Kinderfilmfestivals rundet den Nutzwert dieses Nachschlagewerks ab. Und weil sie sich die Mühe gemacht hat auch noch eine ausführliche Liste aller in Deutschland produzierten bzw. ko-produzierten Kinderfilme zu erstellen und ein ganzes Kapitel der Kindersicht gewidmet hat, ist das Buch ein erstklassiges Einsteigerbuch für alle, die sich mit dem Phänomen Kinderfilm tiefer gehend beschäftigen wollen.
(Jasmin Haery)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Kinderfilm – Stoff- und Projektentwicklung
Autor:
Beate Völcker
Erscheinungsort:
Konstanz
Erscheinungsdatum:
2005
Seiten:
254
Verlag:
UVK Verlagsgesellschaft
ISBN:
3-89669-521-5
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