Killer, Krimis, Kommissare
Kinostart:
10.05.2006
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Mord im Spiegel
In seinem amoralischen Essay Der Mord, als eine schöne Kunst betrachtet beschrieb der englische Schriftsteller Thomas de Quincey 1827 eine Gesellschaft, die sich, sobald die newspapers einen Mord vermeldeten, in ihrem Londoner Club traf. Dort wurde die ruchlose Tat dann einer kritischen Prüfung nach rein ästhetischen Kategorien unterzogen, so wie es Kunstliebhaber "mit einem Bild, einer Statue oder einem anderen Kunstwerk tun".
In seinem Buch, so schreibt Jörg von Uthmann im ersten Kapitel von Killer, Krimis, Kommissare, "wollen wir den Mord nicht nur als Gegenstand der schönen Kunst betrachten, sondern auch der Wissenschaft. Wir werden ihre Erfolge kennenlernen - und ihre Niederlagen. Die Fortschritte bei der Identifizierung von Tätern und Opfern gehören ebenso dazu wie der schwierige Nachweis von Giften."
Jörg von Uthmann, der schon 1979 mit Es steht ein Wirtshaus an der Lahn, seinem "Deutschlandführer für Neugierige", geheimnisvollen Morden und spektakulären Verbrechen auf der Spur war, unternimmt mit Killer, Krimis, Kommissare einen spannenden Spaziergang durch die Kulturgeschichte des Mordes: von König Ödipus, dem literarisch und psychologisch ergiebigen Vatermörder, bis zur DNA-Analyse, die es 1987 erstmals erlaubte, einen Mörder anhand seines genetischen Fingerabdrucks zu überführen.
Uthmanns durchaus unterhaltsamer Streifzug handelt von den Anfängen der Kriminalpolizei und der Gerichtsmedizin im 18. Jahrhundert, von Mordprozessen, von unentdeckten Tätern, zweifelhaften Freisprüchen und unschuldig Verurteilten, von Giftmischern und von Scotland Yard. Er stellt uns Blaubart vor, die Bremerin Gesche Gottfried, Dr. Crippen, John Christie und Jack the Ripper, den "Unabomber", den freigesprochenen O. J. Simpson und den Überläufer Vidocq. Und er zeigt uns, dass Morde die Kunst befügeln können. So kommt er vom Valentinstag-Massaker zu Manche mögen's heiß, vom Mord an der Nitribitt auf Das Mädchen Rosemarie und von Starr Faithfull auf Butterfield 8. Dem "Mord in Film und Fernsehen" widmet er ein eigenes Kapitel von 23 Seiten. Er sieht den Film "als ideales Medium für die Darstellung des Unheimlichen, des Zwielichtigen, des Grausigen" und gibt einen Überblick, der beim deutschen expressionistischen Stummfilm beginnt und bei Fargo endet.
(Stefan Otto)
In seinem Buch, so schreibt Jörg von Uthmann im ersten Kapitel von Killer, Krimis, Kommissare, "wollen wir den Mord nicht nur als Gegenstand der schönen Kunst betrachten, sondern auch der Wissenschaft. Wir werden ihre Erfolge kennenlernen - und ihre Niederlagen. Die Fortschritte bei der Identifizierung von Tätern und Opfern gehören ebenso dazu wie der schwierige Nachweis von Giften."
Jörg von Uthmann, der schon 1979 mit Es steht ein Wirtshaus an der Lahn, seinem "Deutschlandführer für Neugierige", geheimnisvollen Morden und spektakulären Verbrechen auf der Spur war, unternimmt mit Killer, Krimis, Kommissare einen spannenden Spaziergang durch die Kulturgeschichte des Mordes: von König Ödipus, dem literarisch und psychologisch ergiebigen Vatermörder, bis zur DNA-Analyse, die es 1987 erstmals erlaubte, einen Mörder anhand seines genetischen Fingerabdrucks zu überführen.
Uthmanns durchaus unterhaltsamer Streifzug handelt von den Anfängen der Kriminalpolizei und der Gerichtsmedizin im 18. Jahrhundert, von Mordprozessen, von unentdeckten Tätern, zweifelhaften Freisprüchen und unschuldig Verurteilten, von Giftmischern und von Scotland Yard. Er stellt uns Blaubart vor, die Bremerin Gesche Gottfried, Dr. Crippen, John Christie und Jack the Ripper, den "Unabomber", den freigesprochenen O. J. Simpson und den Überläufer Vidocq. Und er zeigt uns, dass Morde die Kunst befügeln können. So kommt er vom Valentinstag-Massaker zu Manche mögen's heiß, vom Mord an der Nitribitt auf Das Mädchen Rosemarie und von Starr Faithfull auf Butterfield 8. Dem "Mord in Film und Fernsehen" widmet er ein eigenes Kapitel von 23 Seiten. Er sieht den Film "als ideales Medium für die Darstellung des Unheimlichen, des Zwielichtigen, des Grausigen" und gibt einen Überblick, der beim deutschen expressionistischen Stummfilm beginnt und bei Fargo endet.
(Stefan Otto)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Killer, Krimis, Kommissare
Autor:
Jörg von Uthmann
Erscheinungsort:
München
Erscheinungsdatum:
2006
Seiten:
293
Verlag:
C. H. Beck
ISBN:
3-406-54115-1
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