Kameraautoren - Technik und Ästhetik
Kinostart:
31.03.2008
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Les Caméra-Stylos
Die Filmliteratur entdeckt die Autoren jenseits der Regisseure. Lars-Olav Beier und Gerhard Midding habens 1993 vorgemacht mit Teamwork in der Traumfabrik, ihren "Werkstattgesprächen", in denen sie Produzenten, Ausstatter, Cutter und andere Filmurheber befragen. Bei der UVK Verlagsgesellschaft ließen die Herausgeber Béatrice Ottersbach und Thomas Schadt den Regiebekenntnissen von 2006 Schauspieler-Bekenntnisse und Drehbuchautoren-Bekenntnisse folgen. Ein Band Kamerabekenntnisse ist für demnächst angekündigt. Im Schüren-Verlag erschienen in den letzten Jahren Monografien über Kameramänner wie Raoul Coutard, Heinz Pehlke, Frank Griebe und weitere. Und nun, ebenfalls bei Schüren, Kameraautoren, ein kleinformatiges, aber dickes und vor allem inhaltlich großes Buch.
Thomas Brandlmeier ( Fantômas - Beiträge zur Panik des 20. Jahrhunderts) prägte den Begriff des "Kameraautors" bereits 1977 und leistet nun mit dem gleichnamigen Buch einen filmhistorischen Beitrag zu seiner Verbreitung und Anerkennung. "Es steht außer Zweifel", so Brandlmeier zurückhaltend in seiner Einleitung, "dass die Filmregie die übergeordnete Funktion ist, wo alle Fäden zusammenlaufen. Kameraleute, auf ihr Verhältnis zur Regie befragt, erklären - von wenigen Ausnahmen abgesehen - eigentlich immer, dass sie sich in einer unterstützenden Rolle sehen; das Ziel sollte immer sein, der Regie und dem Stoff gerecht zu werden. Erst auf Nachfrage hin räumen Kameraleute ein, dass sie auch so etwas wie einen wieder erkennbaren Stil haben."
Brandlmeier widmet eigene Kapitel der Geschichte der Aufnahmetechnik, den Filmen Der letzte Mann und Varieté aus den zwanziger Jahren, dem deutschen Kamerastil bis 1933, der britischen Kameraschule zu Beginn der Tonfilmzeit, dem Film Noir und der Farbe im Kino, bevor er im umfangreichsten Teil des Buches 45 Kameraautoren in 45 einzelnen Kapiteln vorstellt. In alphabetischer Reihenfolge von Henri Alekan (Der Himmel über Berlin) bis Vilmos Zsigmond (The Black Dahlia). Brandlmeier gelingt es, anhand dieser 45 Männer, die mit dem Kamera-Stift schreiben können oder konnten, auch übergreifende filmische Entwicklungen darzustellen. "Zum Beispiel", wie er selbst in der Einleitung schreibt, "Eugen Schüfftan und der poetische Realismus. Hans Ertl und der Bergfilm. Gianni Di Venanzo und der Neorealismus."
Ein wertvolles Buch und gerade deshalb gilt seines Autors Satz: "der Bedarf, einen zweiten Band zu schreiben, besteht sicherlich."
(Stefan Otto)
Thomas Brandlmeier ( Fantômas - Beiträge zur Panik des 20. Jahrhunderts) prägte den Begriff des "Kameraautors" bereits 1977 und leistet nun mit dem gleichnamigen Buch einen filmhistorischen Beitrag zu seiner Verbreitung und Anerkennung. "Es steht außer Zweifel", so Brandlmeier zurückhaltend in seiner Einleitung, "dass die Filmregie die übergeordnete Funktion ist, wo alle Fäden zusammenlaufen. Kameraleute, auf ihr Verhältnis zur Regie befragt, erklären - von wenigen Ausnahmen abgesehen - eigentlich immer, dass sie sich in einer unterstützenden Rolle sehen; das Ziel sollte immer sein, der Regie und dem Stoff gerecht zu werden. Erst auf Nachfrage hin räumen Kameraleute ein, dass sie auch so etwas wie einen wieder erkennbaren Stil haben."
Brandlmeier widmet eigene Kapitel der Geschichte der Aufnahmetechnik, den Filmen Der letzte Mann und Varieté aus den zwanziger Jahren, dem deutschen Kamerastil bis 1933, der britischen Kameraschule zu Beginn der Tonfilmzeit, dem Film Noir und der Farbe im Kino, bevor er im umfangreichsten Teil des Buches 45 Kameraautoren in 45 einzelnen Kapiteln vorstellt. In alphabetischer Reihenfolge von Henri Alekan (Der Himmel über Berlin) bis Vilmos Zsigmond (The Black Dahlia). Brandlmeier gelingt es, anhand dieser 45 Männer, die mit dem Kamera-Stift schreiben können oder konnten, auch übergreifende filmische Entwicklungen darzustellen. "Zum Beispiel", wie er selbst in der Einleitung schreibt, "Eugen Schüfftan und der poetische Realismus. Hans Ertl und der Bergfilm. Gianni Di Venanzo und der Neorealismus."
Ein wertvolles Buch und gerade deshalb gilt seines Autors Satz: "der Bedarf, einen zweiten Band zu schreiben, besteht sicherlich."
(Stefan Otto)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Kameraautoren - Technik und Ästhetik
Autor:
Thomas Brandlmeier
Erscheinungsort:
Marburg
Erscheinungsdatum:
2008
Seiten:
512
Verlag:
Schüren Verlag
ISBN:
978-3-89472-486-3
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