Imaginäre Topografien - Migration und Verortung
Kinostart:
14.09.2007
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Über Grenzen
Imaginäre Topografien versammelt in einem Band eine Reihe kulturwissenschaftlicher Beiträge, die Migration auf dem Hintergrund imaginärer Topografien deuten. Da geht es um die tragenden Begriffe selbst, Migration, Imagination und Raum, um Reisen von Schriftstellern und literarische Reisebeschreibungen wie auch um Filme.
In einem leider englischsprachigen Kapitel zeigt der Amerikaner Shane D. Peterson, wie in Der Förster vom Silberwald (A 1954) auf der Ebene der Handlung zunächst die Opposition von alpiner Ruralität und Wiener Urbanität dominiert. Und wie durch die Figur eines Heimatvertriebenen weitergreifende Geopolitik Raum erhält. Wie die einfache topografische Dimension überlagert wird von der Differenz zwischen Vormoderne und Modernität, zwischen bodenständigem Handwerk und amerikanischer Technisierung und schließlich zwischen Okkupation durch die alliierten Truppen und der erhofften Unabhängigkeit Österreichs.
Julia Teresa Friehs und Marie-Noelle Yazdanpanah machen mit Blick auf Mathiez Kassovitz' La Haine (F 1995) deutlich, dass sich die Differenz der Migrationsräume auch zwischen Zentrum und Peripherie einer Großstadt etablieren kann. Die verschiedenen Zonen banlieue und cité werden an der Unfähigkeit der jugendlichen Cité-Bewohner erkennbar, sich freizügig über stadträumliche Grenzen hinwegzusetzen.
Der Philosoph Ingo Zechner befasst sich anhand Hans-Chrisitian Schmids Lichter (D 2003) mit Grenze und Sprache. "Die Grenze", schreibt Herausgeber Klaus Müller-Richter dazu in seiner Einleitung, "gewinnt ihre Bedeutung gerade dadurch, dass sie systematisch und signifikant zwischen jenen unterscheidet, die sie passieren, und jenen, die sie nicht überschreiten können."
In einem von Müller-Richters Beiträgen selbst geht es um die Imagination einer Rückkehr in die Türkei in den Filmen Fatih Akins. "Akin", so der Autor, "entfaltet stets eine negative, gleichsam melodramatische Migrationspädagogik: dass die ursprüngliche Migration ein fatales und unaufhebbares Negativum und die Remigration keine Lösung mehr darstellt bzw. immer zu spät kommt."
(Stefan Otto)
In einem leider englischsprachigen Kapitel zeigt der Amerikaner Shane D. Peterson, wie in Der Förster vom Silberwald (A 1954) auf der Ebene der Handlung zunächst die Opposition von alpiner Ruralität und Wiener Urbanität dominiert. Und wie durch die Figur eines Heimatvertriebenen weitergreifende Geopolitik Raum erhält. Wie die einfache topografische Dimension überlagert wird von der Differenz zwischen Vormoderne und Modernität, zwischen bodenständigem Handwerk und amerikanischer Technisierung und schließlich zwischen Okkupation durch die alliierten Truppen und der erhofften Unabhängigkeit Österreichs.
Julia Teresa Friehs und Marie-Noelle Yazdanpanah machen mit Blick auf Mathiez Kassovitz' La Haine (F 1995) deutlich, dass sich die Differenz der Migrationsräume auch zwischen Zentrum und Peripherie einer Großstadt etablieren kann. Die verschiedenen Zonen banlieue und cité werden an der Unfähigkeit der jugendlichen Cité-Bewohner erkennbar, sich freizügig über stadträumliche Grenzen hinwegzusetzen.
Der Philosoph Ingo Zechner befasst sich anhand Hans-Chrisitian Schmids Lichter (D 2003) mit Grenze und Sprache. "Die Grenze", schreibt Herausgeber Klaus Müller-Richter dazu in seiner Einleitung, "gewinnt ihre Bedeutung gerade dadurch, dass sie systematisch und signifikant zwischen jenen unterscheidet, die sie passieren, und jenen, die sie nicht überschreiten können."
In einem von Müller-Richters Beiträgen selbst geht es um die Imagination einer Rückkehr in die Türkei in den Filmen Fatih Akins. "Akin", so der Autor, "entfaltet stets eine negative, gleichsam melodramatische Migrationspädagogik: dass die ursprüngliche Migration ein fatales und unaufhebbares Negativum und die Remigration keine Lösung mehr darstellt bzw. immer zu spät kommt."
(Stefan Otto)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Imaginäre Topografien - Migration und Verortung
Erscheinungsort:
Bielefeld
Erscheinungsdatum:
2007
Seiten:
240
Verlag:
transcript
ISBN:
978-3-89942-594-9
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