Im Wechselspiel - Paula Wessely und der Film
Kinostart:
14.11.2007
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Staatspolitisch und künstlerisch besonders wertvoll
Sie gilt als eine der ganz großen Entdeckungen des österreichischen Tonfilms der dreißiger Jahre. Schon mit ihrem ersten Film, Willi Forsts nostalgischem Melodram Maskerade von 1934, wurde sie zum Star. Ihre Filme, zum Beispiel So endete eine Liebe (1934) und Episode (1935) waren Kassenschlager. Sie war der Publikumsliebling einer ganzen Generation. Doch nicht von ungefähr überschattete ihr Engagement in der Filmproduktion des Dritten Reichs ihre Nachkriegskarriere und begründete ein lebenslanges Trauma. Sie hatte beispielsweise die Hauptrolle in Gustav Ucickys Heimkehr (1941) gespielt, einem Propagandafilm nach einer Idee von Joseph Goebbels, der deutlich darauf ausgerichtet war, die deutsche Annexion Polens zu rechtfertigen. Paula Wessely (1908 - 2000), die vielleicht berühmteste österreichische Film- und Theaterschauspielerin des 20. Jahrhunderts, wurde zugleich die umstrittenste.
Fünf Jahre nach ihrem Tod wurde ihr Nachlass und der ihres Ehemannes Attila Hörbiger an das Österreichische Theatermuseum in Wien übergeben. Damit besteht nun die Möglichkeit, einen differenzierteren Blick auf ihr Privat- und ihr Berufsleben zu werfen und ihr Werk einer Neubewertung zu unterziehen. Das erste große Ergebnis dieses neuen Blicks ist Im Wechselspiel - Paula Wessely und der Film, ein ebenso dickes wie inhaltsreiches und herausragend bebildertes Buch über die Filmschauspielerin, die zugleich eine der Grandes Dames des Wiener Burgtheaters war.
Georg Seeßlen spürt in dem schönen Buch dem Mythos Wessely, ihrer Ikonisierung nach, Ines Steiner und Christoph Brecht geben einen Überblick über die ersten zehn Jahre ihres Filmschaffens bis 1944, Karin Moser beleuchtet Wesselys Arbeiten aus dem Blickwinkel der Vereinnahmbarkeit durch die politischen Systeme, Robert Buchschwenter analysiert ihre Fernsehfilme, Gernot Reiß verfolgt die Wessely-Rezeption von der künstlerischen bis zur politischen Auseinandersetzung und der Beitrag von Herausgeber Armin Loacker behandelt ihre Karriere im Kontext der politischen und filmwirtschaftlichen Verhältnisse.
Im Wechselspiel verzichtet auf die Analyse einzelner Filme und will vielmehr größere Zeitabschnitte ausloten und damit den Blick auf Paula Wesselys Filmarbeit allgemein präzisieren und persönliche wie berufliche Verschränkungen aufdecken und interpretieren. Das ist ein Zugang, der auch das Bild vom österreichischen und deutschen Film der dreißiger bis fünfziger Jahre schärft und mit neuen Denkanstößen bereichert.
(Stefan Otto)
Fünf Jahre nach ihrem Tod wurde ihr Nachlass und der ihres Ehemannes Attila Hörbiger an das Österreichische Theatermuseum in Wien übergeben. Damit besteht nun die Möglichkeit, einen differenzierteren Blick auf ihr Privat- und ihr Berufsleben zu werfen und ihr Werk einer Neubewertung zu unterziehen. Das erste große Ergebnis dieses neuen Blicks ist Im Wechselspiel - Paula Wessely und der Film, ein ebenso dickes wie inhaltsreiches und herausragend bebildertes Buch über die Filmschauspielerin, die zugleich eine der Grandes Dames des Wiener Burgtheaters war.
Georg Seeßlen spürt in dem schönen Buch dem Mythos Wessely, ihrer Ikonisierung nach, Ines Steiner und Christoph Brecht geben einen Überblick über die ersten zehn Jahre ihres Filmschaffens bis 1944, Karin Moser beleuchtet Wesselys Arbeiten aus dem Blickwinkel der Vereinnahmbarkeit durch die politischen Systeme, Robert Buchschwenter analysiert ihre Fernsehfilme, Gernot Reiß verfolgt die Wessely-Rezeption von der künstlerischen bis zur politischen Auseinandersetzung und der Beitrag von Herausgeber Armin Loacker behandelt ihre Karriere im Kontext der politischen und filmwirtschaftlichen Verhältnisse.
Im Wechselspiel verzichtet auf die Analyse einzelner Filme und will vielmehr größere Zeitabschnitte ausloten und damit den Blick auf Paula Wesselys Filmarbeit allgemein präzisieren und persönliche wie berufliche Verschränkungen aufdecken und interpretieren. Das ist ein Zugang, der auch das Bild vom österreichischen und deutschen Film der dreißiger bis fünfziger Jahre schärft und mit neuen Denkanstößen bereichert.
(Stefan Otto)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Im Wechselspiel - Paula Wessely und der Film
Autor:
Armin Loacker (Hg.)
Erscheinungsort:
Wien
Erscheinungsdatum:
2007
Seiten:
444
Verlag:
Filmarchiv Austria
ISBN:
978-3-902531-14-8
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