Im Reich der Sinne - 100 Jahre japanischer Film
Kinostart:
19.09.2007
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Wegweiser im Wald japanischer Filme
In Im Reich der Sinne - 100 Jahre japanischer Film stellt Inuhiko Yomota den Weg des Kinos in Japan als eine Geschichte der unterschiedlichsten Genres, Filmsprachen und Akteure vor. Nicht allein die Klassiker, auch die Samurai-, Yakuza-, Monster-, Sex- und Horrorfilme und die Animes würdigt der Tokioter Filmhistoriker und Übersetzer. Der Leser wird mit den Filmen und Filmschaffenden vertraut gemacht, mit den großen Studios und ihren Produktionsstrukturen und den im Gegenzug entstandenen "Unabhängigen".
Er verstehe sein Buch "als erste Orientierungshilfe bei einem Spaziergang durch den mächtigen japanischen Film-Wald", schreibt Inuhiko in seiner Vorbemerkung. Dazu teilt er die hundertjährige Historie in Dekaden ein, hebt die jeweils sich darin abzeichnenden Veränderungen hervor und überprüft, "ob man so etwas wie die dem japanischen Film zugrundeliegenden Besonderheiten freilegen kann."
Inuhiko erkennt zwei Höhepunkte in der Geschichte des japanischen Films. Den ersten davon in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts: "Es war die Zeit, in der Künstler wie Mizoguchi Kenji und Ozu Yasujiro ihre eigene Handschrift entwickelten." Während des Krieges und in den Kolonien Japans diente der Film als Machtinstrument. Unter US-amerikanischer Besetzung ging er durch eine Phase der Zensur und feierte schließlich auf den internationalen Festivals seine Wiederauferstehung, den zweiten Höhepunkt in Inuhikos Augen: "Die internationale Aufmerksamkeit richtete sich damals auf solche Filmheroen wie Kurosawa Akira, Mizoguchi Kenji und Kinugasa Teinosuke."
In den achtziger Jahren lag das japanische Studiosystem in Trümmern und an seine Stelle trat die Filmproduktion durch "Indies" wie Kitano Takeshi, Tsukamoto Shin'ya und Zeze Takahisa. "Hinsichtlich der Frage, wohin sich das Ganze künftig weiterentwickeln wird, befinden wir uns an einem Punkt, an dem noch nicht entschieden werden kann, ob Anlass zu Optimismus oder zu Pessimismus besteht", so Inuhiko.
Sein ebenso fundiertes wie fundamentales Buch ist das erste in deutscher Sprache erschienene, das die Filmgeschichte Japans so umfassend darstellt. Der deutsche Übersetzer Uwe Hohmann ergänzte Im Reich der Sinne um ein ausführliches Glossar mit Personenangaben und Fachbegriffen. Nur ein Filmregister fehlt. Aber sonst nichts bis wenig.
(Stefan Otto)
Er verstehe sein Buch "als erste Orientierungshilfe bei einem Spaziergang durch den mächtigen japanischen Film-Wald", schreibt Inuhiko in seiner Vorbemerkung. Dazu teilt er die hundertjährige Historie in Dekaden ein, hebt die jeweils sich darin abzeichnenden Veränderungen hervor und überprüft, "ob man so etwas wie die dem japanischen Film zugrundeliegenden Besonderheiten freilegen kann."
Inuhiko erkennt zwei Höhepunkte in der Geschichte des japanischen Films. Den ersten davon in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts: "Es war die Zeit, in der Künstler wie Mizoguchi Kenji und Ozu Yasujiro ihre eigene Handschrift entwickelten." Während des Krieges und in den Kolonien Japans diente der Film als Machtinstrument. Unter US-amerikanischer Besetzung ging er durch eine Phase der Zensur und feierte schließlich auf den internationalen Festivals seine Wiederauferstehung, den zweiten Höhepunkt in Inuhikos Augen: "Die internationale Aufmerksamkeit richtete sich damals auf solche Filmheroen wie Kurosawa Akira, Mizoguchi Kenji und Kinugasa Teinosuke."
In den achtziger Jahren lag das japanische Studiosystem in Trümmern und an seine Stelle trat die Filmproduktion durch "Indies" wie Kitano Takeshi, Tsukamoto Shin'ya und Zeze Takahisa. "Hinsichtlich der Frage, wohin sich das Ganze künftig weiterentwickeln wird, befinden wir uns an einem Punkt, an dem noch nicht entschieden werden kann, ob Anlass zu Optimismus oder zu Pessimismus besteht", so Inuhiko.
Sein ebenso fundiertes wie fundamentales Buch ist das erste in deutscher Sprache erschienene, das die Filmgeschichte Japans so umfassend darstellt. Der deutsche Übersetzer Uwe Hohmann ergänzte Im Reich der Sinne um ein ausführliches Glossar mit Personenangaben und Fachbegriffen. Nur ein Filmregister fehlt. Aber sonst nichts bis wenig.
(Stefan Otto)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Im Reich der Sinne - 100 Jahre japanischer Film
Autor:
Inuhiko Yomota
Erscheinungsort:
Frankfurt, Basel, Main
Erscheinungsdatum:
2007
Seiten:
223
Verlag:
Stroemfeld
ISBN:
978-3-86109-179-0
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