That's How People Grow Up
Das hat man nicht oft: Der Titel ist eine Untertreibung. Meetings With Morrissey, der Originaltitel des Buches, das 2008 in England erschien, trifft den Inhalt genauer, aber im Grunde genommen ist Im Gespräch mit Morrissey sogar eine Biografie. Eine, die mit Oscar Wilde beginnt und endet, die aber von Morrissey handelt, dem Sänger der Smiths und dem Solisten, dem öffentlichen und dem privaten Mann aus Manchester.
Der Journalist Len Brown traf Moz, wie Morrissey auch gerne genannt wird, im Verlauf von etwa 25 Jahren immer wieder und konnte ausführlich mit ihm sprechen. "Bei unseren Treffen und oft langen Gesprächen", schreibt Brown in seinem Vorwort, habe er Morrissey als Menschen stets geschätzt und seine Kunst bewundere er immer noch sehr. "Seine Stimme und seine Texte haben in meinem Leben bis heute eine wichtige Rolle gespielt. Als Interviewpartner bringt er mich immer zum Lachen, er ist provokativ und geistreich und definitiv eine der interessantesten und originellsten Persönlichkeiten in der Populärkultur."
Browns Buch ist nun ein Versuch, Moz mittels seinen eigenen Äußerungen näherzukommen. Wer auch nur ein paar seiner Texte gehört oder schon mal ein Interview mit ihm gelesen hat, der weiß, dass das kein einfaches Unterfangen sein kann. Das, was Moz so loslässt, scheint meistens ernsthaft und apodiktisch gemeint und ist doch manchmal nur ein Witz. Aussagen, hinter denen man Ironie vermuten könnte, scheint er ernst zu meinen. Wenn er sich kontrovers äußert, ist manchmal Provokation im Spiel, aber nicht immer. Bisweilen versteckt er sich hinter Aussagen, die einem frappierend offen vorkommen. Man weiß selten so recht, woran man bei Morrissey ist. Und gerade wenn man meint, man weiß es, täuscht man sich vielleicht.
Daher tut Len Brown gut daran, seine Interviews mit Moz nicht nur wiederzugeben, sondern sie auch ausführlich zu kommentieren, zu interpretieren, einzuschätzen und einzuordnen. Auf diesem Weg entsteht aus den Gesprächen eine Morrissey-Biografie, in der man grundlegend Neues allerdings nicht erfährt. Mozzer zeigt sich wie gewohnt als Außenseiter, als Anhänger von Oscar Wilde und James Dean, den New York Dolls, Sandie Shaw und anderen, als Kritiker des englischen Königshauses, als Vegetarier und als Zölibatär.
(Stefan Otto)
Der Journalist Len Brown traf Moz, wie Morrissey auch gerne genannt wird, im Verlauf von etwa 25 Jahren immer wieder und konnte ausführlich mit ihm sprechen. "Bei unseren Treffen und oft langen Gesprächen", schreibt Brown in seinem Vorwort, habe er Morrissey als Menschen stets geschätzt und seine Kunst bewundere er immer noch sehr. "Seine Stimme und seine Texte haben in meinem Leben bis heute eine wichtige Rolle gespielt. Als Interviewpartner bringt er mich immer zum Lachen, er ist provokativ und geistreich und definitiv eine der interessantesten und originellsten Persönlichkeiten in der Populärkultur."
Browns Buch ist nun ein Versuch, Moz mittels seinen eigenen Äußerungen näherzukommen. Wer auch nur ein paar seiner Texte gehört oder schon mal ein Interview mit ihm gelesen hat, der weiß, dass das kein einfaches Unterfangen sein kann. Das, was Moz so loslässt, scheint meistens ernsthaft und apodiktisch gemeint und ist doch manchmal nur ein Witz. Aussagen, hinter denen man Ironie vermuten könnte, scheint er ernst zu meinen. Wenn er sich kontrovers äußert, ist manchmal Provokation im Spiel, aber nicht immer. Bisweilen versteckt er sich hinter Aussagen, die einem frappierend offen vorkommen. Man weiß selten so recht, woran man bei Morrissey ist. Und gerade wenn man meint, man weiß es, täuscht man sich vielleicht.
Daher tut Len Brown gut daran, seine Interviews mit Moz nicht nur wiederzugeben, sondern sie auch ausführlich zu kommentieren, zu interpretieren, einzuschätzen und einzuordnen. Auf diesem Weg entsteht aus den Gesprächen eine Morrissey-Biografie, in der man grundlegend Neues allerdings nicht erfährt. Mozzer zeigt sich wie gewohnt als Außenseiter, als Anhänger von Oscar Wilde und James Dean, den New York Dolls, Sandie Shaw und anderen, als Kritiker des englischen Königshauses, als Vegetarier und als Zölibatär.
(Stefan Otto)
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Von: Klaus Becker am: 17.02.10
Habe das Buch gelesen und fand darin sehr wohl viele neue Information. Der Autor hat sehr akribisch hinter allen möglichen Details herrecherchiert, vor allem erfährt man viel über die britsche Kultur als Hintergrundrauschen von morrisseys Schaffen.





