Ich war nie ein Star - Günther Lüders
Kinostart:
21.02.2007
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Unverkennbar
Es stimmt, ein regelrechter Star war er nicht. Und doch zeigt das Titelbild dieses Buches eine Autogrammkarte von Günther Lüders (1905 - 1975), eine von 1935, der noch einige weitere folgten. Bis zu 5000 solcher Karten musste Lüders jährlich signieren, schreibt Ulrich Liebe in seinem einfühlsamen Porträt des Lübeckers: "Ich war nie ein Star" - Günther Lüders - Schauspieler, Regisseur, Rezitator.
Wer Lüders nicht kennt, was ja zu rechtfertigen ist, weil er angeblich eben kein Star war und, in Filmen zumindest, doch mehr Neben- als Hauptrollen spielte, für den gibt es einen ganz einfachen Weg, ihn kennenzulernen. Völlig unvorbereitet kann man sich einen Film ansehen, in dem er mitspielte, einen ganz beliebigen, Das sündige Dorf in der Fassung von Ferdinand Dörfler, Königliche Hoheit oder Rot ist die Liebe, zum Beispiel. Alles Filme, die oft genug im Fernsehen kommen. Man schaue sich so einen Film an und halte Ausschau nach der auffälligsten Gestalt darin. Hat man sie gefunden, hat man fraglos Günther Lüders entdeckt, den blonden, hageren, spitzigen Mann mit dem schelmischen Vogelgesicht, der laut, deutlich und mit hoher Stimme norddeutsch spricht.
Auf knapp fünfzig Seiten erzählt Ulrich Liebe in diesem Buch Lüders' Leben nach und seinen Werdegang am Theater und beim Film. Er charakterisiert ihn treffend, wenn er schreibt: "Filmen ist für Günther Lüders eine echte Passion, er nimmt jedes halbwegs akzeptable Angebot an, mitunter etwas wahllos; mancher Klamotte leiht er sein Talent. Je nach Sujet und Regisseur gelingen ihm dann Kabinettstückchen seines kostbaren Humors, oder er bildet wenigstens einen Lichtblick in einem ansonsten kaum nennenswerten Kinostück. Immer aber bleibt er sich selbst treu als ein unverkennbarer Typ. Er kennt seine Möglichkeiten ebenso wie seine Grenzen und setzt seine Mittel so gekonnt ein, dass er selbst in einem belanglosen Film noch gut dasteht."
Liebe stellt ihn vor als fleißigen norddeutschen Kaufmannssohn und verantwortungsvollen Menschen, als Theaterschauspieler unter anderem unter Gustaf Gründgens, als Hamlet, Till Eulenspiegel, Hauptmann von Köpenick und Professor Unrat, als Kabarettist neben Werner Finck, als Matrose in Große Freiheit Nr. 7, als Baron Sperling in Das Wirtshaus im Spessart, als Rezitator der Gedichte von Joachim Ringelnatz, Matthias Claudius und Christian Morgenstern, als Regisseur am Theater und von Filmen wie Wenn wir alle Engel wären und Ihr 106. Geburtstag. Und dann folgen Liebes biografischem Text noch gut achtzig Seiten Fotos, die Lüders zeigen, in der Familie, auf dem Theater und in Filmen.
(Stefan Otto)
Wer Lüders nicht kennt, was ja zu rechtfertigen ist, weil er angeblich eben kein Star war und, in Filmen zumindest, doch mehr Neben- als Hauptrollen spielte, für den gibt es einen ganz einfachen Weg, ihn kennenzulernen. Völlig unvorbereitet kann man sich einen Film ansehen, in dem er mitspielte, einen ganz beliebigen, Das sündige Dorf in der Fassung von Ferdinand Dörfler, Königliche Hoheit oder Rot ist die Liebe, zum Beispiel. Alles Filme, die oft genug im Fernsehen kommen. Man schaue sich so einen Film an und halte Ausschau nach der auffälligsten Gestalt darin. Hat man sie gefunden, hat man fraglos Günther Lüders entdeckt, den blonden, hageren, spitzigen Mann mit dem schelmischen Vogelgesicht, der laut, deutlich und mit hoher Stimme norddeutsch spricht.
Auf knapp fünfzig Seiten erzählt Ulrich Liebe in diesem Buch Lüders' Leben nach und seinen Werdegang am Theater und beim Film. Er charakterisiert ihn treffend, wenn er schreibt: "Filmen ist für Günther Lüders eine echte Passion, er nimmt jedes halbwegs akzeptable Angebot an, mitunter etwas wahllos; mancher Klamotte leiht er sein Talent. Je nach Sujet und Regisseur gelingen ihm dann Kabinettstückchen seines kostbaren Humors, oder er bildet wenigstens einen Lichtblick in einem ansonsten kaum nennenswerten Kinostück. Immer aber bleibt er sich selbst treu als ein unverkennbarer Typ. Er kennt seine Möglichkeiten ebenso wie seine Grenzen und setzt seine Mittel so gekonnt ein, dass er selbst in einem belanglosen Film noch gut dasteht."
Liebe stellt ihn vor als fleißigen norddeutschen Kaufmannssohn und verantwortungsvollen Menschen, als Theaterschauspieler unter anderem unter Gustaf Gründgens, als Hamlet, Till Eulenspiegel, Hauptmann von Köpenick und Professor Unrat, als Kabarettist neben Werner Finck, als Matrose in Große Freiheit Nr. 7, als Baron Sperling in Das Wirtshaus im Spessart, als Rezitator der Gedichte von Joachim Ringelnatz, Matthias Claudius und Christian Morgenstern, als Regisseur am Theater und von Filmen wie Wenn wir alle Engel wären und Ihr 106. Geburtstag. Und dann folgen Liebes biografischem Text noch gut achtzig Seiten Fotos, die Lüders zeigen, in der Familie, auf dem Theater und in Filmen.
(Stefan Otto)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Ich war nie ein Star - Günther Lüders
Autor:
Ulrich Liebe
Erscheinungsort:
Lübeck
Erscheinungsdatum:
2006
Seiten:
140
Verlag:
Schmidt-Römhild
ISBN:
978-3-7950-7031-1
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