Ich liebe das Leben, das Leben liebt mich
Kinostart:
06.09.2005
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La vie selon Depardieu
"Ich bin ein Bauer, ein Pferdehändler, ein Rosstäuscher. Ich kann jedem jedes Pferd andrehen", erklärt Gérard Depardieu. "Ich gehe dem Beruf des Pferdehändlers nach, das ist alles."
Depardieu, in Wahrheit Schauspieler von Beruf, hat mittlerweile in mehr als 160 Filmen mitgewirkt. Er ist im Kino ebenso präsent wie auf dem Fernsehbildschirm oder französischen Theaterbühnen. Unter anderem war er Jean de Florette, Auguste Rodin, Cyrano de Bergerac, Christoph Columbus und Obelix. Nach seinem Buch Gestohlene Briefe, in dem er sich an eine Reihe von Menschen wandte, die sein Leben begleiteten, und nach der Biografie Depardieu - Vom Straßenkind zum Superstar von Paul Chutkow steht in Ich liebe das Leben, das Leben liebt mich Depardieu nun Laurent Neumann, dem Redakteur des französischen Nachrichtenmagazins Marianne, eine Taschenbuchlänge lang Rede und Antwort. Neumann erhielt die Gelegenheit, den Filmstar, den er einen "Gargantua", "Koloss" und einen "sympathischen Riesen" nennt, im Zeitraum von April bis Juni 2004 in Paris und Tanger ausführlich zu interviewen. Herausgekommen ist das offene, sympathische Porträt eines Mannes, der sich seiner Schwächen bewusst ist, der seine Berufe und sein Leben liebt und es bis zum Äußersten lebt.
Depardieu beantwortet die Fragen über das Auf und Ab seines Lebens, über seine Kindheit bei analphabetischen Eltern, über seine Zeit als Enfant terrible von Chateauroux, darüber, wie er sich bereits mit zwölf Jahren einem kleinen Wanderzirkus anschloss, wie er mit dem Gesetz in Konflikt geriet und schließlich seinen Weg vom Bühnenschauspieler zum umworbenen Hauptdarsteller fand. Er spricht offenbar ehrlich von seinen Alkoholproblemen, seiner geschiedenen ersten Ehe und der schwierigen Beziehung zu seinem Sohn Guillaume Depardieu (Die siebente Saite). Er redet über Geld, Politik, Religion, natürlich über Filme, die Arbeit als Schauspieler und Weggefährten wie Marguerite Duras, Jean Carmet, Bernard und Bertrand Blier, Patrick Dewaere und viele andere.
Der Leser lernt einen zupackenden, rast- und bisweilen maßlosen Kraftmenschen kennen, der "sich in erster Linie von Lust und Laune leiten" lässt, dem sein Image "scheißegal" ist, der am Set schon mal Spickzettel mit seinem Text an die Jacke seines Partners heftet, der mit zunehmendem Alter immer weniger Zeit hat, der "so eine Art Ungeduld" fühlt, "die Lust, so viel wie möglich zu machen", der sich gegen die Bezeichnung Workaholic wehrt, aber "immer in entsetzlicher Eile" ist, "immer zwischen zwei Drehs, immer zwischen zwei Reisen in die Provinz und ins Ausland."
Ein aufschlussreiches und lesenswertes Taschenbuch. Schade nur, dass es gänzlich unbebildert ist und sowohl eine Filmografie als auch ein Register fehlen.
(Stefan Otto)
Depardieu, in Wahrheit Schauspieler von Beruf, hat mittlerweile in mehr als 160 Filmen mitgewirkt. Er ist im Kino ebenso präsent wie auf dem Fernsehbildschirm oder französischen Theaterbühnen. Unter anderem war er Jean de Florette, Auguste Rodin, Cyrano de Bergerac, Christoph Columbus und Obelix. Nach seinem Buch Gestohlene Briefe, in dem er sich an eine Reihe von Menschen wandte, die sein Leben begleiteten, und nach der Biografie Depardieu - Vom Straßenkind zum Superstar von Paul Chutkow steht in Ich liebe das Leben, das Leben liebt mich Depardieu nun Laurent Neumann, dem Redakteur des französischen Nachrichtenmagazins Marianne, eine Taschenbuchlänge lang Rede und Antwort. Neumann erhielt die Gelegenheit, den Filmstar, den er einen "Gargantua", "Koloss" und einen "sympathischen Riesen" nennt, im Zeitraum von April bis Juni 2004 in Paris und Tanger ausführlich zu interviewen. Herausgekommen ist das offene, sympathische Porträt eines Mannes, der sich seiner Schwächen bewusst ist, der seine Berufe und sein Leben liebt und es bis zum Äußersten lebt.
Depardieu beantwortet die Fragen über das Auf und Ab seines Lebens, über seine Kindheit bei analphabetischen Eltern, über seine Zeit als Enfant terrible von Chateauroux, darüber, wie er sich bereits mit zwölf Jahren einem kleinen Wanderzirkus anschloss, wie er mit dem Gesetz in Konflikt geriet und schließlich seinen Weg vom Bühnenschauspieler zum umworbenen Hauptdarsteller fand. Er spricht offenbar ehrlich von seinen Alkoholproblemen, seiner geschiedenen ersten Ehe und der schwierigen Beziehung zu seinem Sohn Guillaume Depardieu (Die siebente Saite). Er redet über Geld, Politik, Religion, natürlich über Filme, die Arbeit als Schauspieler und Weggefährten wie Marguerite Duras, Jean Carmet, Bernard und Bertrand Blier, Patrick Dewaere und viele andere.
Der Leser lernt einen zupackenden, rast- und bisweilen maßlosen Kraftmenschen kennen, der "sich in erster Linie von Lust und Laune leiten" lässt, dem sein Image "scheißegal" ist, der am Set schon mal Spickzettel mit seinem Text an die Jacke seines Partners heftet, der mit zunehmendem Alter immer weniger Zeit hat, der "so eine Art Ungeduld" fühlt, "die Lust, so viel wie möglich zu machen", der sich gegen die Bezeichnung Workaholic wehrt, aber "immer in entsetzlicher Eile" ist, "immer zwischen zwei Drehs, immer zwischen zwei Reisen in die Provinz und ins Ausland."
Ein aufschlussreiches und lesenswertes Taschenbuch. Schade nur, dass es gänzlich unbebildert ist und sowohl eine Filmografie als auch ein Register fehlen.
(Stefan Otto)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Ich liebe das Leben, das Leben liebt mich
Autor:
Gérard Depardieu, Laurent Neumann
Erscheinungsort:
München
Erscheinungsdatum:
2005
Seiten:
303
Verlag:
Wilhelm Heyne Verlag
ISBN:
3-453-64016-0
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