Hitchcock. Die persönliche Biografie
Kinostart:
21.04.2005
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Neues vom Altmeister
Als 1988 die zweite Auflage der Hitchcock-Bibliografie All About Alfred veröffentlicht wurde, waren darin bereits 74 Bücher über Hitchcock verzeichnet. Seitdem sind es noch viel mehr geworden. Es dürften inzwischen mindestens noch einmal so viele Bücher zum Thema erschienen sein. Die Beschäftigung mit dem Regisseur, der 1980 starb und immer noch einer der bekanntesten ist, lässt nicht nach. Das neueste Buch erscheint nun gewissermaßen zum 25. Todestag Hitchcocks, der am 29. April zu begehen ist. Es stammt von der Kalifornierin Charlotte Chandler, die bereits durch ihre Biografien über Groucho Marx, Billy Wilder und Federico Fellini auf sich aufmerksam machte. Ihr Hitchcock-Buch It’s Only a Movie kam nun zeitgleich in den USA und in Deutschland in den Buchhandel. Hier unter dem Titel Hitchcock - Die persönliche Biografie.
Charlotte Chandler kam als Journalistin Hitchcock zu dessen Lebzeiten offenbar recht nahe und sie kreist ihn in ihrem Buch nun noch weiter ein. Sie handelt Hitchcock-Film für Hitchcock-Film nacheinander ab. Sie geht nicht in die Tiefe und sie bietet keine Analysen. Doch ihre Biografie birgt so manche aufschlussreiche Anekdote aus Hitchcocks Leben, viele bemerkenswerte Äußerungen von Weggefährten, so manchen instruktiven Hinweis und nicht wenige wissenswerte Kleinigkeiten. Bei Chandler liest man so einiges, das noch nie anderswo über Hitchcock, über den man doch schon das allermeiste zu wissen vermeinte, zu lesen war. Ihr Buch eignet sich daher sowohl für Hitchcock-Neulinge, als auch für Spezialisten, die schon verschiedene Bücher über den Meisterregisseur zu Hause stehen haben.
Die Autorin hat mit zahlreichen Wegbegleitern und Mitarbeitern des Meisters gesprochen. Es ist nachgerade unglaublich und höchst beachtlich, wen Charlotte Chandler da alles aufgetrieben hat und zu Hitchcock befragen konnte. Mitarbeiter der ersten Stunde wie Charles Bennett (Drehbuchautor von sieben Hitchcock-Filmen ab 1929) kommen hier ebenso zu Wort wie Hilton Green und Thom Mount, die in den letzten Jahren mit ihm arbeiteten. Chandler interviewte Regieassistenten, Produzenten, Kameraleute, Szenenbildner, Tonmeister ebenso wie Schauspieler wie Karl Malden, Hume Cronyn, Laura Elliott, Legenden wie die Sirs John Gielgud, Michael Redgrave und Laurence Olivier, Sylvia Sidney, Joan Fontaine und Stars wie Ingrid Bergman, Kim Novak, Grace Kelly(!) und Marlene Dietrich(!!). Sie sprach mit Alfred Hitchcock, seiner Frau Alma Reville und ihrer Tochter Pat Hitchcock-O’Connell. So viele Zitate füllen das Buch, so viele Redner kommen zu Wort, dass der Leser mehr als einmal den Überblick verliert, wer hier eigentlich gerade spricht.
Überflüssigerweise entfacht Chandler selbst Zweifel an der Authentizität der einzelnen Zitate, indem sie auch Dialoge, die sie nicht persönlich gehört haben kann, in direkter Rede wiedergibt, so als wäre sie überall dabeigewesen, eine Begleiterin Hitchcocks von Kindheit an. Wie kann sie wissen, was Hitchcock als Junge zu seiner Mutter sagte oder mit welchen Worten die Beziehung zwischen Alfred und Alma 1923 begann?
Aber dies schmälert den Wert der Biografie nur wenig. Man lernt Hitchcock durch Charlotte Chandler besser kennen. Hitchcock - Die persönliche Biografie ist ein ganz erstaunliches Buch.
(Stefan Otto)
Charlotte Chandler kam als Journalistin Hitchcock zu dessen Lebzeiten offenbar recht nahe und sie kreist ihn in ihrem Buch nun noch weiter ein. Sie handelt Hitchcock-Film für Hitchcock-Film nacheinander ab. Sie geht nicht in die Tiefe und sie bietet keine Analysen. Doch ihre Biografie birgt so manche aufschlussreiche Anekdote aus Hitchcocks Leben, viele bemerkenswerte Äußerungen von Weggefährten, so manchen instruktiven Hinweis und nicht wenige wissenswerte Kleinigkeiten. Bei Chandler liest man so einiges, das noch nie anderswo über Hitchcock, über den man doch schon das allermeiste zu wissen vermeinte, zu lesen war. Ihr Buch eignet sich daher sowohl für Hitchcock-Neulinge, als auch für Spezialisten, die schon verschiedene Bücher über den Meisterregisseur zu Hause stehen haben.
Die Autorin hat mit zahlreichen Wegbegleitern und Mitarbeitern des Meisters gesprochen. Es ist nachgerade unglaublich und höchst beachtlich, wen Charlotte Chandler da alles aufgetrieben hat und zu Hitchcock befragen konnte. Mitarbeiter der ersten Stunde wie Charles Bennett (Drehbuchautor von sieben Hitchcock-Filmen ab 1929) kommen hier ebenso zu Wort wie Hilton Green und Thom Mount, die in den letzten Jahren mit ihm arbeiteten. Chandler interviewte Regieassistenten, Produzenten, Kameraleute, Szenenbildner, Tonmeister ebenso wie Schauspieler wie Karl Malden, Hume Cronyn, Laura Elliott, Legenden wie die Sirs John Gielgud, Michael Redgrave und Laurence Olivier, Sylvia Sidney, Joan Fontaine und Stars wie Ingrid Bergman, Kim Novak, Grace Kelly(!) und Marlene Dietrich(!!). Sie sprach mit Alfred Hitchcock, seiner Frau Alma Reville und ihrer Tochter Pat Hitchcock-O’Connell. So viele Zitate füllen das Buch, so viele Redner kommen zu Wort, dass der Leser mehr als einmal den Überblick verliert, wer hier eigentlich gerade spricht.
Überflüssigerweise entfacht Chandler selbst Zweifel an der Authentizität der einzelnen Zitate, indem sie auch Dialoge, die sie nicht persönlich gehört haben kann, in direkter Rede wiedergibt, so als wäre sie überall dabeigewesen, eine Begleiterin Hitchcocks von Kindheit an. Wie kann sie wissen, was Hitchcock als Junge zu seiner Mutter sagte oder mit welchen Worten die Beziehung zwischen Alfred und Alma 1923 begann?
Aber dies schmälert den Wert der Biografie nur wenig. Man lernt Hitchcock durch Charlotte Chandler besser kennen. Hitchcock - Die persönliche Biografie ist ein ganz erstaunliches Buch.
(Stefan Otto)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Hitchcock. Die persönliche Biografie
Autor:
Charlotte Chandler
Erscheinungsort:
München
Erscheinungsdatum:
2005
Seiten:
412
Verlag:
Herbig
ISBN:
3-7766-2418-3
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