Meier an der Schreibmaschine
Er ist Regisseur ungezählter Videoclips, von Jetzt und alles und Lightmaker, Schauspieler, zum Beispiel in Zoning und zuletzt in National Lampoon's Pledge This! und eine Hälfte von Yello. Darüber hinaus ist er auch noch Bildender Künstler, Unternehmer, Farmer und Winzer in Argentinien, Golf- und Pokerspieler und irgendwie immer Individual-Anarchist. Und nun, nach all den Filmen, den CDs, den Performances und Exponaten, den Mischpulten, dem Rindfleisch, dem Wein, dem Mais und dem Sport auch noch dieses Buch: Hermes Baby. Benannt nach der Schreibmaschine, auf der es geschrieben wurde, enthält es Essays, Geschichten und Gedichte. Kurze Texte, die zuerst unter anderem in der Neuen Zürcher Zeitung, in der Zeit und in Tempo erschienen.
In deutlichen Worten und manches Mal zugleich poetisch geht es da um die Schweiz und die Eidgenossen, um Nächte in New York, um Kirche und Kapitalismus und um "die digitale Blaskapelle Yello": "Es war ein Bekenntnis zu Provinzialität und Dilettantismus, das Yello zur Identität führte und sie ihr Lied singen ließ. Stimmliche Unzulänglichkeiten zwangen Meier als Sprechsänger zum eigenen Stil, weil er das Lied Dritter schlicht und einfach gar nicht singen kann." Meier-Filmkritiker verreißt El Amor brujo von Carlos Saura gnadenlos und schreibt die ultimative Lobhudelei auf Philip Seymour Hoffman in Capote.
"Dieter Meier, der Ersatztorhüter der Primarklasse Burckhards im Schulhaus Ilgen B direkt beim Römerhof, fröhlich gescheitert in fast allem, was er sich vornahm" spielt autobiografisch und doch mit weitem Abstand zu sich selbst immer mit in seinen Geschichten. Selbstreflexiv und selbstironisch tritt er auf als "Meier-Großhans" und "Meier-Kleinholz", als "Dieterchen" und "Meier-Destino". Er versteht seine Texte nicht nur als Beschreibungen, in denen er mit Wörtern Realität wiedergibt, sondern zudem als Sprachspiele, in die er sich hineinversetzt wie ein kleiner Junge in den Sandhaufen. So entstehen eigensinnige Häuschen, Berge, Burgen und Brücken, in denen Meier-Autor sich manchmal näher kommt, wie das Kind beim Spiel.
Zu dem schönen, empfehlenswerten Buch gehört eine gleichnamige, einstündige DVD, auf der Meier-Leser-Musiker-Redner liest, mit minimalistischster Gitarrenbegleitung singt, und in einem interessanten Interview über seine witzige, geistvolle Kunst und sein reiches Leben spricht.
(Stefan Otto)
In deutlichen Worten und manches Mal zugleich poetisch geht es da um die Schweiz und die Eidgenossen, um Nächte in New York, um Kirche und Kapitalismus und um "die digitale Blaskapelle Yello": "Es war ein Bekenntnis zu Provinzialität und Dilettantismus, das Yello zur Identität führte und sie ihr Lied singen ließ. Stimmliche Unzulänglichkeiten zwangen Meier als Sprechsänger zum eigenen Stil, weil er das Lied Dritter schlicht und einfach gar nicht singen kann." Meier-Filmkritiker verreißt El Amor brujo von Carlos Saura gnadenlos und schreibt die ultimative Lobhudelei auf Philip Seymour Hoffman in Capote.
"Dieter Meier, der Ersatztorhüter der Primarklasse Burckhards im Schulhaus Ilgen B direkt beim Römerhof, fröhlich gescheitert in fast allem, was er sich vornahm" spielt autobiografisch und doch mit weitem Abstand zu sich selbst immer mit in seinen Geschichten. Selbstreflexiv und selbstironisch tritt er auf als "Meier-Großhans" und "Meier-Kleinholz", als "Dieterchen" und "Meier-Destino". Er versteht seine Texte nicht nur als Beschreibungen, in denen er mit Wörtern Realität wiedergibt, sondern zudem als Sprachspiele, in die er sich hineinversetzt wie ein kleiner Junge in den Sandhaufen. So entstehen eigensinnige Häuschen, Berge, Burgen und Brücken, in denen Meier-Autor sich manchmal näher kommt, wie das Kind beim Spiel.
Zu dem schönen, empfehlenswerten Buch gehört eine gleichnamige, einstündige DVD, auf der Meier-Leser-Musiker-Redner liest, mit minimalistischster Gitarrenbegleitung singt, und in einem interessanten Interview über seine witzige, geistvolle Kunst und sein reiches Leben spricht.
(Stefan Otto)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Hermes Baby
Autor:
Dieter Meier
Erscheinungsort:
Zürich
Erscheinungsdatum:
2006
Seiten:
160
Verlag:
Ammann Verlag & Co.
ISBN:
978-3-250-60093-0
BEWERTUNG
Klicken Sie auf einen Stern, um Ihre Bewertung abzugeben.
MEINUNGEN
Ihre Meinung zu diesem Buch (Felder mit * müssen ausgefüllt sein)
Artikel zum Thema
Out of Chaos - Ein autobiografisches Bilderbuch





