Hamsun. Eine Filmerzählung
Kinostart:
14.10.2004
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Skandinavischer Totentanz
"Hamsun war ein Intellektueller, ein großer Schriftsteller, einer der größten Nobelpreisträger, die man lesen kann; denn man kann ihn immer noch lesen, und seine Romane werden die der meisten Nobelpreisträger überdauern. Aber er entschloss sich, auch eine politische Rolle zu spielen." (Per Olov Enquist)
Max von Sydow ist Knut Hamsun in Jan Troells TV-Zweiteiler Hamsun von 1996. Das atmosphärisch dichte und facettenreiche biografische Drama schildert die letzten zwanzig Lebensjahre des berühmten norwegischen Schriftstellers. Der erste Teil behandelt die Jahre 1935 bis 1943, als sich Hamsun der Nazi-Ideologie annäherte und schließlich mit der deutschen Besatzungsmacht gemeinsame Sache machte. Hamsun verfolgt eigene politische Ideen, die er durch die Nazis vertreten glaubt. Seine Frau Marie, die ihre Schauspielkarriere dem Idealbild der Ehegattin und Mutter opferte, ergreift mit Freuden ihre vermeintlich historische Aufgabe als Ohr und Stimme ihres bereits alten und nahezu tauben Mannes. Im zweiten Teil wird Hamsun in ein Altenheim eingeliefert. Um ihn vor einem Prozess wegen Landesverrats und Kollaboration zu bewahren, soll er für unzurechnungsfähig erklärt werden. Doch Hamsun erzwingt die Durchführung des Prozesses, bei dem er schließlich zu einer Geldstrafe verurteilt wird. Als er erfährt, dass Marie sich bei ihrer Vernehmung über eheliche Intimitäten äußerte, jagt er sie aus dem Haus. Doch am Ende wacht sie an seinem Sterbebett und hält seine Hand.
Das Drehbuch zu Troells Film schrieb der Schwede Per Olov Enquist. Wie in seinen Romanen (Der Besuch des Leibarztes, Der fünfte Winter des Magnetiseurs) gelingt es Enquist, ein sehr eindringliches und scheinbar authentisches Bild vom Innenleben seiner Figuren zu gestalten. Es geht ihm dabei weniger um die Frage nach der Schuld des Autors, als viel mehr um die Beziehung von Knut und Marie, um den "Todestanz einer Ehe". Hamsun liest sich trotz der dominanten direkten Rede nicht wie ein Drehbuch. Es handelt sich also um exakt das, was der Untertitel dieser Ausgabe beschreibt: eine Filmerzählung.
Max von Sydow ist Knut Hamsun in Jan Troells TV-Zweiteiler Hamsun von 1996. Das atmosphärisch dichte und facettenreiche biografische Drama schildert die letzten zwanzig Lebensjahre des berühmten norwegischen Schriftstellers. Der erste Teil behandelt die Jahre 1935 bis 1943, als sich Hamsun der Nazi-Ideologie annäherte und schließlich mit der deutschen Besatzungsmacht gemeinsame Sache machte. Hamsun verfolgt eigene politische Ideen, die er durch die Nazis vertreten glaubt. Seine Frau Marie, die ihre Schauspielkarriere dem Idealbild der Ehegattin und Mutter opferte, ergreift mit Freuden ihre vermeintlich historische Aufgabe als Ohr und Stimme ihres bereits alten und nahezu tauben Mannes. Im zweiten Teil wird Hamsun in ein Altenheim eingeliefert. Um ihn vor einem Prozess wegen Landesverrats und Kollaboration zu bewahren, soll er für unzurechnungsfähig erklärt werden. Doch Hamsun erzwingt die Durchführung des Prozesses, bei dem er schließlich zu einer Geldstrafe verurteilt wird. Als er erfährt, dass Marie sich bei ihrer Vernehmung über eheliche Intimitäten äußerte, jagt er sie aus dem Haus. Doch am Ende wacht sie an seinem Sterbebett und hält seine Hand.
Das Drehbuch zu Troells Film schrieb der Schwede Per Olov Enquist. Wie in seinen Romanen (Der Besuch des Leibarztes, Der fünfte Winter des Magnetiseurs) gelingt es Enquist, ein sehr eindringliches und scheinbar authentisches Bild vom Innenleben seiner Figuren zu gestalten. Es geht ihm dabei weniger um die Frage nach der Schuld des Autors, als viel mehr um die Beziehung von Knut und Marie, um den "Todestanz einer Ehe". Hamsun liest sich trotz der dominanten direkten Rede nicht wie ein Drehbuch. Es handelt sich also um exakt das, was der Untertitel dieser Ausgabe beschreibt: eine Filmerzählung.
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Hamsun. Eine Filmerzählung
Autor:
Per Olov Enquist
Erscheinungsdatum:
2004
Seiten:
223
Verlag:
Carl Hanser Verlag
ISBN:
3-446-20541-1
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