Große Bilder mit kleinen Kameras - DV-Camcorder im Dokumentarfilm
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Die digitalen Dokus
Am Anfang standen die VX-700 und die DCR VX-1000. Sony brachte die beiden kleinen Kameras 1995 auf den Markt und gab damit den Startschuss für das Format Digital Video. Eigentlich waren die Camcorder für den Amateurbereich konzipiert, aber die TV- und Filmbranche entdeckte sie schnell. Gerade Dokumentarfilmer schätzten die günstige Technik und die Möglichkeiten des kleinen Equipments. Die neuen Kameras waren handlich, unauffällig beim Dreh und spontan einsetzbar. DV wurde nicht nur verwendet, um Kosten zu sparen. So drehte auch Sönke Wortmann 2006 Deutschland - Ein Sommermärchen mit einer günstigen Consumer Camera, der Panasonic AG-DVX 100, und erreichte damit schon im Kino über 4 Millionen Besucher.
In seinem instruktiven Buch Große Bilder mit kleinen Kameras blickt der Journalist, Kameramann und Autor Jürgen K. Müller zunächst zurück in die analoge Zeit und veranschaulicht die verschiedenen Entwicklungsstufen der mobilen Kamera, die entscheidenden technischen Umbrüche und deren Auswirkungen auf die dokumentarische Praxis, von der Einführung erster mobiler Filmkameras in den 1920er Jahren über die Ausbreitung der leichten und geräuscharmen 16mm-Schulterkameras mit kabellosem Synchronton (Pilotton) in den 1960ern bis zu den ersten dokumentarischen Produktionen mit analogem Video.
Dann zeigt Müller, wie die DV-Technik die Dokumentarfilmszene veränderte und sowohl inhaltlich als auch ästhetisch bereichert hat. Exemplarisch analysiert er Dokus wie Am seidenen Faden, Exile Family Movie, Die Spielwütigen, Lost Children und, wie auf dem Cover zu sehen, Darwin's Nightmare. Müller macht deutlich, wieso diese Filme mit großem Equipment nicht zu realisieren gewesen wären. Seine Untersuchungen sind dabei gekoppelt an Beschreibungen der technischen Möglichkeiten der Kameras und des Materials und dokumentieren den engen Zusammenhang zwischen Technik, die verwendet wird und der Ästhetik, die entsteht.
Der Autor befasst sich auch mit der Frage, inwieweit mit der neuen Technik Filme realisiert werden, die inhaltlich und gestalterisch innovativ sind, die neue Bildästhetiken kreieren und neue Themenfelder erschließen. Bringt die digitale Videotechnik bisher nicht gesehene Bilder und Themen in die Öffentlichkeit, die es ohne die semi-professionellen Kameras nicht gegeben hätte?
(Stefan Otto)
In seinem instruktiven Buch Große Bilder mit kleinen Kameras blickt der Journalist, Kameramann und Autor Jürgen K. Müller zunächst zurück in die analoge Zeit und veranschaulicht die verschiedenen Entwicklungsstufen der mobilen Kamera, die entscheidenden technischen Umbrüche und deren Auswirkungen auf die dokumentarische Praxis, von der Einführung erster mobiler Filmkameras in den 1920er Jahren über die Ausbreitung der leichten und geräuscharmen 16mm-Schulterkameras mit kabellosem Synchronton (Pilotton) in den 1960ern bis zu den ersten dokumentarischen Produktionen mit analogem Video.
Dann zeigt Müller, wie die DV-Technik die Dokumentarfilmszene veränderte und sowohl inhaltlich als auch ästhetisch bereichert hat. Exemplarisch analysiert er Dokus wie Am seidenen Faden, Exile Family Movie, Die Spielwütigen, Lost Children und, wie auf dem Cover zu sehen, Darwin's Nightmare. Müller macht deutlich, wieso diese Filme mit großem Equipment nicht zu realisieren gewesen wären. Seine Untersuchungen sind dabei gekoppelt an Beschreibungen der technischen Möglichkeiten der Kameras und des Materials und dokumentieren den engen Zusammenhang zwischen Technik, die verwendet wird und der Ästhetik, die entsteht.
Der Autor befasst sich auch mit der Frage, inwieweit mit der neuen Technik Filme realisiert werden, die inhaltlich und gestalterisch innovativ sind, die neue Bildästhetiken kreieren und neue Themenfelder erschließen. Bringt die digitale Videotechnik bisher nicht gesehene Bilder und Themen in die Öffentlichkeit, die es ohne die semi-professionellen Kameras nicht gegeben hätte?
(Stefan Otto)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Große Bilder mit kleinen Kameras - DV-Camcorder im Dokumentarfilm
Autor:
Jürgen K. Müller
Erscheinungsort:
Konstanz
Erscheinungsdatum:
2011
Seiten:
311
Verlag:
UVK
ISBN:
978-3-86764-298-9
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