Für ein Zehnerl ins Paradies. Münchner Kinogeschichte 1896 bis 1945
Kinostart:
07.11.2004
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Geschichte der Münchner Kinos, 1. Teil
Ab 1894 bot das "anatomisch-ethnologisch-naturhistorische Museum und Panoptikum" in der Münchner Innenstadt ein Sammelsurium an Exponaten - zum Beispiel Totenmasken, ausgestopfte und getrocknete Präparate, eine Sammlung von Folterwerkzeugen, eine "Verbrechergalerie" und "Kolossalgruppen", wie eine "Witwenverbrennung in Indien" oder die "Inquisition, dargestellt an lebensgroßen Figuren". Das Programm wurde regelmäßig erweitert und um Sensationen bereichert. Und so fanden im Juli 1896 auch die ersten Vorführungen "lebender Bilder" in München in diesem Panoptikum in der Neuhauser Straße statt. Die Münchner Kinogeschichte hatte begonnen. Man drängte sich ins Wanderkino auf dem Oktoberfest oder in Lokalitäten, die sich mit verheißungsvollen Namen wie "Weltkinematograph" schmückten.
Nach Sylvia Wolfs und Ulrich Kurowskis Münchner Film- und Kino-Buch von 1988, das sich eher der Seite der Filmproduktion widmete, verfolgt Für ein Zehnerl ins Paradies zum ersten Mal umfassend und konzentriert die Geschichte der Münchner Filmtheater im Wandel der technischen, ästhetischen, politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen vom Wanderkino bis zu den Kinos der NS-Zeit. Die reich und klug bebilderte Textsammlung, die Monika Lerch-Stumpf für die Münchner Hochschule für Fernsehen und Film herausgab, erzählt und berichtet von frühen Filmvorführungen im Volksgarten zu Nymphenburg, vom Ausstellungs-Kinematographen in unmittelbarer Nachbarschaft von Rodelbahn und Schießbude, von Münchener Kino-Pionieren wie Carl Gabriel (unter anderem Besitzer des eingangs erwähnten Panoptikums), Maria Zach, Wilhelm Sensburg und Wilhelm Kraus, von der Blockade der Polizeidirektion in den Jahren 1909 - 1911, vom ersten Kinoboom vor dem Ersten Weltkrieg, vom Kino während beider Weltkriege, von der Architektur der Filmtheater, dem Vordringen des Tonfilms, der Situation der Kinos und ihrer Betreiber im "Dritten Reich", der Gleichschaltung der Filmtheater und dem Schicksal jüdischer Kinobesitzer.
Gabriele Jofer, die Herausgeberin der kleinen entdeckenswerten Kinozeitschrift 24, die bereits 1990 ein Buch über Kinos im Münchner Stadtteil Haidhausen veröffentlichte, ist mit vier Beiträgen vertreten.
Für ein Zehnerl ins Paradies wurde veröffentlicht "in der Hoffnung, kein Abgesang auf das Kino zu sein." Vor dem Zweiten Weltkrieg gab es in München über 78 Kinos, eine Zahl, die heute kaum mehr erreicht wird, obwohl die Stadt enorm gewachsen ist seitdem.
Ein viel versprechender Folgeband, der die Zeit nach 1945 behandeln wird, ist in Aussicht.
Nach Sylvia Wolfs und Ulrich Kurowskis Münchner Film- und Kino-Buch von 1988, das sich eher der Seite der Filmproduktion widmete, verfolgt Für ein Zehnerl ins Paradies zum ersten Mal umfassend und konzentriert die Geschichte der Münchner Filmtheater im Wandel der technischen, ästhetischen, politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen vom Wanderkino bis zu den Kinos der NS-Zeit. Die reich und klug bebilderte Textsammlung, die Monika Lerch-Stumpf für die Münchner Hochschule für Fernsehen und Film herausgab, erzählt und berichtet von frühen Filmvorführungen im Volksgarten zu Nymphenburg, vom Ausstellungs-Kinematographen in unmittelbarer Nachbarschaft von Rodelbahn und Schießbude, von Münchener Kino-Pionieren wie Carl Gabriel (unter anderem Besitzer des eingangs erwähnten Panoptikums), Maria Zach, Wilhelm Sensburg und Wilhelm Kraus, von der Blockade der Polizeidirektion in den Jahren 1909 - 1911, vom ersten Kinoboom vor dem Ersten Weltkrieg, vom Kino während beider Weltkriege, von der Architektur der Filmtheater, dem Vordringen des Tonfilms, der Situation der Kinos und ihrer Betreiber im "Dritten Reich", der Gleichschaltung der Filmtheater und dem Schicksal jüdischer Kinobesitzer.
Gabriele Jofer, die Herausgeberin der kleinen entdeckenswerten Kinozeitschrift 24, die bereits 1990 ein Buch über Kinos im Münchner Stadtteil Haidhausen veröffentlichte, ist mit vier Beiträgen vertreten.
Für ein Zehnerl ins Paradies wurde veröffentlicht "in der Hoffnung, kein Abgesang auf das Kino zu sein." Vor dem Zweiten Weltkrieg gab es in München über 78 Kinos, eine Zahl, die heute kaum mehr erreicht wird, obwohl die Stadt enorm gewachsen ist seitdem.
Ein viel versprechender Folgeband, der die Zeit nach 1945 behandeln wird, ist in Aussicht.
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Für ein Zehnerl ins Paradies. Münchner Kinogeschichte 1896 bis 1945
Autor:
Monika Lerch-Stumpf (Hg.)
Erscheinungsdatum:
2004
Seiten:
248
Verlag:
Dölling und Galitz Verlag
ISBN:
3-935549-96-2
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