Freie Liebe und Anarchie. Schwabing - Monte Verità. Entwürfe gegen das etablierte Leben
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Ein Bergwerk der Ideen und der Inspiration
Der Monte Verità, am Lago Maggiore im Tessin unweit von Locarno gelegen, war vor hundert Jahren, zu Anfang des 20. Jahrhunderts eine Verheißung. Der "Berg der Wahrheit" beflügelte die Phantasie und war auch ganz real Anziehungspunkt für eine intellektuelle Boheme, ein Ziel für alle Arten von Aussteigern und Zivilisationsflüchtigen. Kaum ein anderer Ort ist damals so sehr zur Projektionsfläche von Utopien geworden oder inspirierte so viele neue Lebensentwürfe wie der Schweizer Monte Verità.
Stadtflüchtige, Vegetarier, Anarchisten, Theosophen und Spinner zog es als Erste auf den Berg. Diese "Alternativen", die ihren Tolstoi gelesen hatten und Henry David Thoreau, verwirklichten hier ihre Ideen, die gegen das etablierte Leben der damaligen Zeit gerichtet waren. Man proklamierte das Prinzip der klassenlosen Gesellschaft und die Befreiung der Frau, Gewaltlosigkeit, Vegetarismus, die Abwendung von kirchlichen Vorschriften, lebte naturnah im Wald oder in "Lufthütten", in weiten Kleidern, Sackleinen oder nackt. Es gab dort einerseits "die Fortschrittsorientierten" und andererseits "die Naturmenschen", die sich unter anderem dadurch voneinander unterschieden, ob sie für Wasserleitungen, Elektrizität oder die Anwendung von Maschinen waren oder ob sie sie ablehnten. Und es gab dort diejenigen, die arbeiten wollten, "um sich und anderen das Leben zu ermöglichen" und jene, die sogleich und nur leben wollten.
In Freie Liebe und Anarchie gilt das Interesse der Autorin Ulrike Voswinckel (Exil am Mittelmeer) insbesondere der Wechselwirkung zwischen dem Monte Verità und der München-Schwabinger Boheme. Die "Schwabinger" Erich Mühsam, Franziska zu Reventlow, Oskar Maria Graf, Mary Wigman, Marianne von Werefkin, der (Drehbuch-) Autor Leonhard Frank, Else Lasker-Schüler, Rainer Maria Rilke, Stefan George waren an beiden Orten und trugen dazu bei, den Schweizer Berg zum "Schwabing von Schwabing" zu machen.
(Stefan Otto)
Stadtflüchtige, Vegetarier, Anarchisten, Theosophen und Spinner zog es als Erste auf den Berg. Diese "Alternativen", die ihren Tolstoi gelesen hatten und Henry David Thoreau, verwirklichten hier ihre Ideen, die gegen das etablierte Leben der damaligen Zeit gerichtet waren. Man proklamierte das Prinzip der klassenlosen Gesellschaft und die Befreiung der Frau, Gewaltlosigkeit, Vegetarismus, die Abwendung von kirchlichen Vorschriften, lebte naturnah im Wald oder in "Lufthütten", in weiten Kleidern, Sackleinen oder nackt. Es gab dort einerseits "die Fortschrittsorientierten" und andererseits "die Naturmenschen", die sich unter anderem dadurch voneinander unterschieden, ob sie für Wasserleitungen, Elektrizität oder die Anwendung von Maschinen waren oder ob sie sie ablehnten. Und es gab dort diejenigen, die arbeiten wollten, "um sich und anderen das Leben zu ermöglichen" und jene, die sogleich und nur leben wollten.
In Freie Liebe und Anarchie gilt das Interesse der Autorin Ulrike Voswinckel (Exil am Mittelmeer) insbesondere der Wechselwirkung zwischen dem Monte Verità und der München-Schwabinger Boheme. Die "Schwabinger" Erich Mühsam, Franziska zu Reventlow, Oskar Maria Graf, Mary Wigman, Marianne von Werefkin, der (Drehbuch-) Autor Leonhard Frank, Else Lasker-Schüler, Rainer Maria Rilke, Stefan George waren an beiden Orten und trugen dazu bei, den Schweizer Berg zum "Schwabing von Schwabing" zu machen.
(Stefan Otto)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Freie Liebe und Anarchie. Schwabing - Monte Verità. Entwürfe gegen das etablierte Leben
Autor:
Ulrike Voswinckel
Erscheinungsort:
München
Erscheinungsdatum:
2009
Seiten:
184
Verlag:
Allitera Verlag
ISBN:
978-3-86906-027-9
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(Anzeige: 1 von insgesamt 1)
Von: Robert Eisch am: 08.11.10
gibt es auch eine dvd zu diesem thema? dvd über den monte verita? wenn ja, würde ich bestellen. vielen dank für ihre hilfe.





