Foreign Affairs
Die Beziehungen zwischen amerikanischen GIs und deutschen Fräuleins, die nach dem 2. Weltkrieg zustande kamen, waren gleichermaßen privat und öffentlich, politisch und verpönt. In dem Geschlechterverhältnis von fremdem Besatzungssoldat und einheimischer Frau kollidierten Staatsformen und Ideologien. Fragen nationaler Identität, sozialer Ordnungen und moralischer Wertesysteme standen darin zur Disposition. Die Umbruchsituation in Deutschland, die zurückliegenden Gräuel der Völkervernichtung und des Krieges, die Arbeit des Wiederaufbaus: All dies ließ die Beziehung zwischen Fräulein und GI als frivol erscheinen.
Annette Brauerhoch greift in ihrer umfänglichen (und mit einer Fülle von Fußnoten ausgestatteten) Studie Fräuleins und GIs - Geschichte und Filmgeschichte ein scheinbar marginales Phänomen der Nachkriegszeit auf, um in den verschiedenen medialen Diskursen der Zeit, vor allem aber im Film herauszuarbeiten, welche Stimmungen und Probleme der deutschen Nachkriegsgesellschaft in der Konstruktion dieses binationalen Geschlechterverhältnisses einen Ausdruck finden.
Die Autorin begab sich auf Spurensuche in Armeepublikationen und Militärberichten, in Frauenzeitschriften und in der Boulevardpresse, in Tageszeitungen und Memoiren, in Romanen wie Tauben im Gras von Wolfgang Koeppen und Off Limits von Hans Habe - und am ausführlichsten in Filmen. Genauer gesagt, in Kriegs-, Trümmer-, Liebesfilmen. Eingehend untersucht sie die amerikanischen "Fräulein"-Filme A Foreign Affair (1948) von Billy Wilder, The Big Lift (1950) von George Seaton, Henry Kosters Fraulein (1958) und Sam Fullers Verboten! (1959) und die deutschen Hallo Fräulein! (Rudolf Jugert, 1949), Die goldene Pest (John Brahm, 1954) und Käutners Schwarzer Kies (1961). Daneben berücksichtigt sie verschiedene Dokumentar- und Propagandafilme des amerikanischen Office of War Information, sowie solche Filme, in denen das Fräulein-Thema vermittelt zur Sprache kommt, wie beispielsweise Toxi (R. A. Stemmle, BRD 1952), der beim Publikum um Sympathien für die "Schokoladenbabys" oder "Mischlingskinder" wirbt.
Die Besatzungsarmee der United States Army stellte historisch und zahlenmäßig einen beispiellosen Kontakt zwischen zwei Nationen her. Umfassend und fundiert rekonstruiert Annette Brauerhoch das Fräuleinwunder und etabliert das Fräulein als eine wichtige Figur der Nachkriegsgeschichte.
(Stefan Otto)
Annette Brauerhoch greift in ihrer umfänglichen (und mit einer Fülle von Fußnoten ausgestatteten) Studie Fräuleins und GIs - Geschichte und Filmgeschichte ein scheinbar marginales Phänomen der Nachkriegszeit auf, um in den verschiedenen medialen Diskursen der Zeit, vor allem aber im Film herauszuarbeiten, welche Stimmungen und Probleme der deutschen Nachkriegsgesellschaft in der Konstruktion dieses binationalen Geschlechterverhältnisses einen Ausdruck finden.
Die Autorin begab sich auf Spurensuche in Armeepublikationen und Militärberichten, in Frauenzeitschriften und in der Boulevardpresse, in Tageszeitungen und Memoiren, in Romanen wie Tauben im Gras von Wolfgang Koeppen und Off Limits von Hans Habe - und am ausführlichsten in Filmen. Genauer gesagt, in Kriegs-, Trümmer-, Liebesfilmen. Eingehend untersucht sie die amerikanischen "Fräulein"-Filme A Foreign Affair (1948) von Billy Wilder, The Big Lift (1950) von George Seaton, Henry Kosters Fraulein (1958) und Sam Fullers Verboten! (1959) und die deutschen Hallo Fräulein! (Rudolf Jugert, 1949), Die goldene Pest (John Brahm, 1954) und Käutners Schwarzer Kies (1961). Daneben berücksichtigt sie verschiedene Dokumentar- und Propagandafilme des amerikanischen Office of War Information, sowie solche Filme, in denen das Fräulein-Thema vermittelt zur Sprache kommt, wie beispielsweise Toxi (R. A. Stemmle, BRD 1952), der beim Publikum um Sympathien für die "Schokoladenbabys" oder "Mischlingskinder" wirbt.
Die Besatzungsarmee der United States Army stellte historisch und zahlenmäßig einen beispiellosen Kontakt zwischen zwei Nationen her. Umfassend und fundiert rekonstruiert Annette Brauerhoch das Fräuleinwunder und etabliert das Fräulein als eine wichtige Figur der Nachkriegsgeschichte.
(Stefan Otto)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Fräuleins und GIs
Autor:
Annette Brauerhoch
Erscheinungsort:
Frankfurt am Main, Basel
Erscheinungsdatum:
2006
Seiten:
533
Verlag:
Stroemfeld Verlag
ISBN:
3-86109-170-4
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